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Bahnpreise Billiger zum Zuge kommen

14.02.2006 ·  Teure Tickets müssen nicht sein. Die Deutsche Bahn bietet zahlreiche Tarife und Sonderangebote, die Bahnreisen merklich preiswerter machen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die billigen Karten finden.

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Teure Bahntickets müssen nicht sein. Neben „Normaltickets“ zum vollen Preis bietet die Deutsche Bahn zahlreiche Tarife und Sonderangebote, die Bahnreisen merklich preiswerter machen. Billige Fahrkarten sind allerdings oft schwer zu finden.

Stiftung Warentest online bringt Licht in den Tarifdschungel und erklärt, wie sogar spontane Wochenendausflüge bis zu 93 Prozent preiswerter sind als mit regulärer Fahrkarte.

Teure Schnellzüge bevorzugt

Die DB-Zugauskunft im Internet berücksichtigt mitunter nur teure Verbindungen im ICE, IC oder EC. Regionalzüge schaffen es dagegen nur auf manchen Strecken in die Anzeige, oder wenn zur gewünschten Reisezeit kein schnellerer Zug verkehrt. Neben Tickets zum vollen Preis hat der Reisende hier nur die Wahl zwischen der Bahncard, den Sparpreisen 50 und 25 sowie zeitlich begrenzten Sonderaktionen, zum Beispiel aktuell dem Winter-Spezial.

Der Haken: Tickets für Sparpreise und Sonderaktionen sind kontingentiert und zu beliebten Reisezeiten meist schnell ausverkauft. Die Ländertickets als preiswerte Alternative bleiben dagegen bei der Internetsuche außen vor. Auch am Schalter gibt's billige Tickets oft erst auf gezielte Nachfrage. Wer also günstig mit der Bahn fahren will, informiert sich also am besten selbst über die günstigsten Preise.

Nach Sparpreisen suchen

Gerade an Wochenenden sowie zum Beginn und Ende der Ferien sind Sparpreise schnell ausgebucht. Doch wer resigniert, hat schon verloren. Weitersuchen heißt die Devise. In früheren oder späteren Zügen gibt es vielleicht noch Sparpreistickets. Mitunter hilft es auch, in der Internetsuche das Häkchen bei „schnelle Verbindungen bevorzugen“ zu entfernen oder für einzelne Teilstrecken die Option „nur Nahverkehr“ zu wählen.

Sind die Sparpreistickets in der zweiten Klasse tatsächlich ausgebucht, gibt es oft noch welche in der ersten Klasse. Die ist zwar teurer. Doch ein Ticket mit Sparpreis 50 ist in der ersten Klasse immer noch preiswerter als ein Normalticket zum vollen Preis in der zweiten Klasse. Selbst wenn es in der zweiten Klasse noch Tickets mit Sparpreis 25 gibt, ist der Sparpreis 50 in der ersten Klasse attraktiv: Für nur geringen Aufpreis bekommt der Kunde mehr Komfort.

Mitfahrer zahlen die Hälfte

Wer einmal eine Verbindung mit Sparpreis gefunden hat, fährt in Begleitung noch preiswerter. Die zweite Person erhält zusätzlich zum Sparpreis einen Mitfahrerrabatt von 50 Prozent. Im günstigsten Fall zahlt die Begleitperson also nur 25 Prozent des Normalpreises.

Das macht sich kurioserweise sogar dann bezahlt, wenn Reisende nur eine Strecke fahren und das Rückfahrticket verfallen lassen. Mit Sparpreis und Mitfahrerrabatt ist die Hin- und Rückfahrt preiswerter als ein reguläres One-Way-Ticket.

Bahncard 50 von Nachteil

Inhaber der Bahncard 50 erhalten seit dem letzten Fahrplanwechsel allerdings keinen Mitfahrerrabatt mehr. Auch mit anderen Sparpreisen ist die Bahncard 50 nicht kombinierbar.

Ganz anders die Bahncard 25: Sie erlaubt die Kombination mit den Sparpreisen 50 und 25 und gewährt zudem einen Mitfahrerrabatt in Kombination mit einem Sparpreis. So fahren Inhaber der Bahncard 25 oft preiswerter als Inhaber der Bahncard 50. Und das, obwohl letztere jedes Jahr vier Mal so viel für ihre Karte bezahlen.

Langsam aber billig

Statt teurer Schnellzüge fahren auf vielen Strecken auch preiswerte Regionalzüge, in denen Länder- und Wochenendtickets gelten. Das lohnt sich zum Beispiel bei einem Ausflug von Hannover nach Hamburg und zurück: Die Fahrt im ICE kostet pro Person 72 Euro, im IC immerhin noch 62 Euro.

Mit dem Niedersachsen-Ticket ist die Fahrt im Regionalzug dagegen auch für 17 Euro möglich. Und für 24 Euro fahren sogar bis zu fünf Personen zusammen. Bei einer Ersparnis von bis zu 93 Prozent ist vermutlich auch die knapp eine Stunde längere Fahrzeit akzeptabel.

Tips

Nebenzeiten. Meiden Sie die Hauptreisezeiten (Freitag- und Sonntagabend). Fahren Sie möglichst unter der Woche oder in sehr frühen oder sehr späten Zügen. Diese Züge sind nicht so überfüllt und Sie haben eher eine Chance auf ein Billigticket.

Sparpreise. Nutzen Sie die Sparpreise mit 25 oder 50 Prozent Rabatt. Sparpreise 25 gibt es bei Buchungen bis drei Tagen vor Abreise, wenn Sie Hin- und Rückfahrt über die gleiche Strecke buchen. Wenn zwischen Hin- und Rückfahrt mindestens eine Nacht von Samstag auf Sonntag liegt, haben Sie zudem die Chance auf einen Sparpreis 50. Allerdings muß die Reise mindestens zum Teil im Fernzug erfolgen.

Kombination. Wenn Sie eine Bahncard 25 besitzen, können Sie diese mit den Sparpreisen kombinieren. Somit zahlen Sie im günstigsten Fall nur 37,5 Prozent des Normalpreises. Mit der Bahncard 50 ist weder die Kombination mit Sparpreisen noch ein Mitfahrerrabatt möglich.

Mitfahrerrabatt. Bei den Sparpreisen gilt weiterhin der Mitfahrerrabatt von 50 Prozent. Bei einem Paar mit Sparpreis 50 zahlt der eine Reisende 50 Prozent des Normalpreises und der zweite erhält auf den Sparpreis noch 50 Prozent Rabatt. Der Zweite zahlt somit also nur 25 Prozent des Originalpreises.

Kein Rückgaberecht. Kaufen Sie Spartickets nur, wenn Sie sich über den genauen Reisezeitraum und den Zug sicher sind, mit dem Sie fahren wollen. Spätere Änderungen oder Rückgabe der Tickets sind nur gegen Gebühr möglich. Bei Angebotstickets wie dem Winter-Spezial sind Umtausch und Erstattung komplett ausgeschlossen.

Ländertickets. Beachten Sie die Ländertickets der Bahn. Im Internet unter Angebote/Regionale Angebote. Mit einem Länderticket reisen bis zu fünf Personen. Die Online-Auskunft der Deutschen Bahn berücksichtigt diese Tickets nicht. Die Ländertickets (zwischen 17 und 29 Euro) sind oft günstiger als der in der Auskunft genannte Preis.

Schönes-Wochenende-Ticket. Bei Wochenendausflügen über die Grenze eines Bundeslandes hinaus nutzen Sie am besten das Wochenend-Ticket. Es gilt - wie die Ländertickets - für bis zu fünf Personen. Bundesweit, in allen Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn (S-Bahn, RB, IRE, RE) und in vielen Verkehrsverbünden und nichtbundeseigenen Eisenbahnen. Preis im Internet und am Automaten: 30 Euro. Im DB-Reisezentrum: 32 Euro.

Bahncard. Kaufen Sie eine Bahncard 100 oder Bahncard 50, wenn Sie regelmäßig weite Strecken mit der Bahn fahren und sich nicht auf feste Zeiten und Züge - und damit die Chance zu einem Sparpreis haben - festlegen können. Die Bahncard 25 lohnt sich dagegen für Gelegenheitsfahrer, Paare und Kleingruppen.

Bahnhof. Kostenlose Beratung gibt's am Schalter - neudeutsch: Reisezentrum. Allerdings sind Aktionstickets hier fünf Euro teurer. Wenn Sie wissen, was Sie wollen, kaufen Sie die Fahrkarte am besten am Automaten oder zu Hause im Internet.

Nachfragen. Geht's vielleicht auch billiger? Diese Frage weckt oft den sportlichen Ehrgeiz des Ticketverkäufers. Fragen Sie nach.

Ohne ICE. Der ICE ist auf vielen Strecken kaum schneller als IC- oder Regionalzüge. Fragen Sie nach Verbindungen ohne ICE. Das ist nicht nur billiger, sondern oft auch angenehmer. IC-Wagen bieten oft mehr Abteile und folglich mehr Ruhe als ICE-Großraumwagen.

1. Klasse. Wenn die Sparpreise in der 2. Klasse ausgebucht sind, fragen Sie nach der 1. Klasse. Ein Sparpreis 50 kostet in der 1. Klasse meist immer noch weniger als ein vollbezahltes Ticket in der 2. Klasse.

Umwege. Die Fahrt mit schnellen ICE-Zügen zwingt oft zu Umwegen. Umwege kosten Geld. Außerdem müssen Sie dabei oft umsteigen. Fragen Sie nach Verbindungen auf direktem Wege. Schauen Sie vorher auf die Landkarte.

Tickets online. Die meisten Tickets gibt es auch im Internet. Nutzen Sie die bequeme Zahlung per Lastschrift. Dafür müssen Sie sich einmal anmelden. Besonders interessant sind die Surf&Rail-Angebote. Die gibt es nur im Internet, jeden Samstag neu ab 10 Uhr.

Sitzplatz. Reservieren Sie sich einen Sitzplatz, wenn Sie zu Stoßzeiten wie an Wochenenden oder zu Feiertagen reisen. Am Bahnschalter kostet das Ticket 3,00 Euro. Bei Online-Tickets kostet die Sitzplatzreservierung 1,50 Euro.

Der Beitrag wurde erstellt von unserem Kooperationspartner Finanztest. Weitere Tests und Informationen rund um das Thema sind kostenpflichtig unter www.test.de zu finden.

Quelle: Finanztest
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