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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

2 Billionen Euro Öffentliche Schulden so hoch wie nie

 ·  Die Verbindlichkeiten der öffentlichen Hand in Deutschland haben einen Rekordstand erreicht: Bis zum Ende des ersten Quartals stiegen die Schulden von Bund, Ländern und Kommunen auf mehr als 2 Billionen Euro.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (28)

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Kari Dr. Köster-Lösche

Schulden so hoch wie nie

Ich sehe mich als Bürgerin dieser nicht legitimierten, verantwortungslosen Verschwendungspolitik von Merkel und Schäuble rat- und hilflos ausgesetzt. Auf Wahlen zu warten, ist sinnlos, weil zu spät - außerdem werden die Alternativen = demokratische Euro-Gegner-Parteien erbarmungslos diskriminiert und von den gleichgeschalteten Medien verschwiegen. Obwohl die Einführung des ESM der Definition nach Hochverrat ist, stimmen die Blockparteien CDU/CSU/FDP/SPD/Grüne dessen Einführung zu, und auch hier schweigen die Medien. Volksabstimmung wird durch die demokratiefeindliche Kanzlerin verhindert, und alle opportunistischen Abgeordneten machen mit ... Es wird Zeit, das Gespann Merkel/Schäuble zu beseitigen.

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Frank Wunderlich-Pfeiffer

Bitte um Inflation und Wirtschaftswachstum bereinigen

Wer mit 100.000 Euro Einkommen im Monat einen Kredit über 50.000 Euro aufnimmt, hat ein anderes Problem als ein mittelloser Azubi mit gleicher Schuldenlast.

Staatsschulden müssen immer mit dem Bruttoinlandsprodukt verglichen werden - alles andere ist nur Panikmache. Dazu müssen jedes Jahr aufs neue die Schulden zuerst um die Inflation bereinigt werden. Bei 2,5% Inflation sind 2 Billionen Euro Schulden des Jahres 2011 heute 50Mrd Euro weniger wert und entsprechend leichter zurück zu zahlen.

Für die Berechnung des Wirtschaftswachstums wird das BIP grundsätzlich schon inflationsbereinigt, deswegen muss zusätzlich noch das Wachstum abgezogen werden. Letztes Jahr waren das 3%. Es müssen also weitere 75Mrd von der Schuldenlast abgezogen werden um die Schwierigkeit diese Schulden zurück zu zahlen mit dem Jahr 2011 vergleichen zu können.

125Mrd weniger stehen 42Mrd mehr beim Staat, 24Mrd bei den Ländern und 6Mrd der Gemeinden gegenüber.

2011 sank die Schuldenlast um über 50Mrd Euro!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.06.2012 09:40 Uhr
Thomas Ulherr

Notenbanken: Unter- oder Überschätzt?

Das "smarte" Spiel mit Swaps, quantitativen Maßnahmen u.dgl. funktioniert nur, wenn alle mitspielen. Die BRICS aber haben schon jetzt genug von all der "smartness" und arbeiten an einer Rohstoffkorb basierten Zahlungseinheit. Das scheint mir auch der richtige Weg zu sein. Die andauernde Krise in Europa und den USA wird bei einigen der BRICS - jenen, deren Wohlstand eher durch Produktion und weniger durch Rohstoff Exporte erwirtschaftet wird - einer Politik der Förderung der Binnennachfrage den Weg ebnen.
Die derzeit niedrigen Zinsen führe ich auf den Mangel an Anlagealternativen zurück. Das kann sich aber durchaus schnell ändern. Jedes Schneeballsystem muß zusammenbrechen. Fragt sich nur: Wann. In diesem Sinne noch eine schöne Zeit!

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Marcus Baumgärtner

Sie unterschätzen die Notenbanken

diese können nämlich mittels quantitativen Maßnahmen (QE 1 - N) und Umtausch von langlaufende in kurzlaufende Bonds (Operation Twist) sowie Bankinterventionen am Swap-Markt (in Zusammenarbeit mit den Geschäftsbanken) sehr wohl dafür sorgen, dass die Zinsen für kurz- und langlaufende (!) Anleihen sehr klein bleiben. Man kann das auch Manipulation auf Kosten der Anleger nennen.
Schauen Sie in die USA: eigentlich müssten die 10-Jahreszinsen irgendwo zwischen 5 und 8% liegen. Tatsächlich liegen sie bei 3%.

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Hartmut Jacques

Das ist die Logik des Schuldenmachens

und so ist es zu den 2,1 Billionen gekommen. Inzwischen aber müssten Sie schon eine Inflation von 15 % haben, um überhaupt in die Nähe eines Schuldenabbaus zu kommen. Nur, dann haben Sie bei einer Neuverschuldung eben wegen dieser Inflationsrate nicht mehr 1 bis 2 % Zonsen zu zahlen, sondern eher 10 bis 15 %. Denn, alte Bankenregel: Zins ist ein Synonym für Risiko.
So, wie Sie das darstellen, wird es an Universitäten gelehrt. Gelehrt von Leuten, die, gäbe man Ihnen 100.000 € zum Eröffnen einer "Frittenbude", innerhalb eines Jahres pleite wären.
Diese Masche war der Weg, der zu den Staatskrisen führte. Dieser Staat ist dabei, sich zur Sowjetunion 2.0 zu entwickeln. Eins kann man aber voraussagen, ohne Prophet zu sein, er wird auch genau so enden.
Aber für Menschen mit dem Kurzzeitgedächtnis ist das kein Problem.

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Johann Roth

Sparkassen Briefe für 0% Zinsen

Beim Kauf von Sparkassen Briefen bekommtman zur Zeit 0% Zinsen. Will man eine etwas bessere Verzinsung haben, werden griechische Staatsanleihen empfohlen. Lieber würde ich Eurobonds mit einer Verzinsung von ein bis zwei Prozent kaufen.
Das Geld lasse ich jetzt auf dem Girokonto stehen.

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Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 25.06.2012 13:53 Uhr

Würde eine neue Partei diese Schulden anerkennen und ihren Handlungsspielraum einschränken?

Diese Mühlsteine hängt sich niemand um den Hals, der etwas aufbauen will. Ob nun diese Schulden als illegal eingestuft werden und auf Null gesetzt oder per Hyperinflation abgeschmolzen werden mit anschließender Währungsreform - sie werden sich in heiße Luft auflösen.

Die linken Parteien sind erstaunlicherweise die treuesten Freunde des Kapitals. Deckung von Spekulationsverlusten durch Steuergeld ist dort Parteiprogramm, anstatt des Umbaus korrupter Strukturen.

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Marcus Baumgärtner

Nicht nur unsere Kinder...

... sondern auch wir selbst werden die Folgen dieser Schuldenorgie ausbaden dürfen, denn die Chance auf ein "Soft Landing" wurde längst verspielt: die genannten Zahlen sind nur die Spitze des Eisberges und daher wird ein harter "Reset" in den nächsten Jahren immer wahrscheinlicher (*).

Einzig (!) positiver Aspekt: das Problem fällt auch der Generation auf die Füße, die diesen Irrsinn angezettelt hat und nicht nur den nachfolgenden.

(*) Je nachdem ab wann "die Märkte" das Vertrauen in die USA und/oder die EUR-Zone völlig verlieren.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 17:40 Uhr
Marcus Baumgärtner

Rationale Märkte in diesem Umfeld??

Angenommen, sie haben im Jahr 2015 eine schönen Geldbetrag auf dem Konto, verzinst zu 3% (abzgl. Abgeltungssteuer). Nehmen wir weiter an, die Preisinflation hat sich bis dann auf ca. 10% aufgeschaukelt (Szenario: 30% des US-Haushalts werden durch die FED finanziert und in EURO-Land sieht es auch nicht besser aus --- "Gelddrucken", um die Konjunktur nicht "abzuwürgen" --- davon sind wir gar nicht mehr weit entfernt)

Denken Sie dann tatsächlich: "Mein Geld ist sicher auf der Bank und die Märkte sind rational." Das wäre m.E. wirklich ignorant.

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Hartmut Jacques

Aber bitte:

Die "Märkte" sind doch Teil und Mitspieler des Systems. Gehen die Staaten zugrunde, gehen die Märkte mit.
Es ist die Ignoranz zu erkennen, dass Geld eben keine Ware ist.

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Heider Heydrich

Das Zahlen unsre Kinder und Enkel

Unterstellt man, dass unsere Regierung (ohne Zins und Zinseszins) jedes Jashr 20 Mrd. Euro tilgen würde, dann dauert das mehr als 100 Jahre, bis das die bisherigen eigenen Staats-Schulden getilgt sind. Es möge mir einmal einer von der Schwarz - Rot - Grünen Parteienbande sagen, wie Sie diesen Zustand Ihren Kindern und Enkeln erklären wollen. Diese Situation - losgelöst von allen sonstigen Haftungsfragen - hat mit Verantwortlichkeit und den Grundzügen unseres Grundgesetzes nichts mehr zu tun.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2012 14:15 Uhr
Christian Rumpf

Schulden Tilgung ist nicht vorgesehen

Eine echte Tilgung ist nicht vorgehen.
Das würde ja einen aufschreih geben wenn man jedes Jahr z.b. 20 Milliarden "verschenken" würde.
Rückzahlung ? Unmöglich.

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Rolf-Dirk Maehler

Auch in Deutschland sollte man endlich erkennen, daß man auch mit brummender Wirtschaft ...

... noch dramatisch über seine Verhältnisse leben kann. Der immer schlimmer ausufernde Sozialhaushalt dürfte die Hauptursache sein. Schon Ludwig Ergard wusste: "Die Blindheit und intellektuelle Fahrlässigkeit, mit der wir dem Versorgungs- und Wohlfahrtsstaat zusteuern, kann nur zu unserem Unheil ausschlagen."
und
"Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken lässt."
Und auch wenn > 2 Billionen Euro Schulden für uns eine unvorstellbar große Summe sind, sollten wir nicht verdrängen, daß wir mit unserem Verhalten die Zukunft unser UrUrenkel verfrühstücken. Einsparungen an den deutschen Sozialhaushalten sind vergleichsweise einfach. Auch da könnte man ein Beispiel an anderen Ländern nehmen, wo es deutlich einfacher/billiger, aber durchaus nicht uneffizient geht.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2012 20:46 Uhr
Hartmut Jacques

Da haben Sie aber etwas verkannt

a) woher haben die "Staaten" denn ihr Geld? Es ist das Geld der Bürger, er hat den Bürgern Geld abgenommen indem er Hoffnung auf Gewinn machte. Die Banken sind doch nur Mittler in dieser unsauberen Geschichte.
b) Natürlich sind es die Sozialkosten. Ein Blick in den Haushalt sagt es doch ganz offenkundig.
c) Der Sozialhaushalt betriff keineswegs nur die "Ärmsten".
d) Massenentlassungen: Haben Sie sich je Gedanken darüber gemacht, dass eingetlich jeder techn. Fortschritt zu mehr als 90 % der Erleichterung menschlicher Arbeit gilt? Das ist nun mal der Preis, den wir für die besseren Arbeitsverhältnisse zu zu zahlen haben. Es werden immer mehr Leistungen mit immer weniger Arbeitskräften erbracht. Die Folge sind die Entlassungen. Man braucht diese Menschen nicht mehr. Bekannt seit über 50 Jahren. Die Politik hat das bis heute nicht wahrgenommen und darauf reagiert.

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John McGregor

Soziales

Nur ist a) der Sozialstaat beleibe nicht die Hauptursache für die Verschuldung und b) gerade der gesunde Erwerbstrieb von Unternehmen, die Massenentlassungen vorgenommen haben und die Folgekosten der Gesellschaft aufbürdeten eine Hauptursache der explodierenden Sozialkosten (bei durchaus moderaten und auch nicht bedingungslosen Leistungen!). Eine Hatz auf die Ärmsten bringt uns nicht weiter. Es ist auch nicht sehr markwirtschaftlich, das unternehmerische Risiko von Banken zu vergesellschaften!

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Michael Radloff

Ganz wichtige Information für die Euro-Bondler

Wenn Sie die genannte Zahl von 2.000 Milliarden Euro mit 1% zusätzlichen Zinsen von Eurbonds zu Deutschen Papieren multiplizieren, erhalten Sie 20 Milliarden jährliche Zinskosten mehr.
Ob es nur 1% teurer wird, wenn wir gemeinsam haften? Vor den Euro lagen die PIIGS einige % über Deutschland. Verbessert hat sich die Lage nirgendwo.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2012 15:30 Uhr
Marcus Baumgärtner

Doch korrekt, wenn man richtig hinschaut

Nach Umschuldung aller Anleihen von D-Bonds in EU-Bonds, muss man den Eurobond-Aufschlag für ALLE Anleihen zahlen.

Was sie ansprechen ist folgender Aspekt: es gibt alte Anleihen, die recht hoch verzinst waren, sodass die neue EU-Anleihe im Vergleich dazu billiger sind. ABER man verlängert den Kredit zu schlechteren Konditionen, als man eigentlich müsste, denn es wird der Eurobond-Aufschlag fällig.

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David Rogge
David Rogge (RoggeD) - 25.06.2012 14:00 Uhr

Diese Rechnung ist nicht richtig!

Es werden ja nicht alle deutschen Staatsschulden mit dem heutigen Zinssatz verzinst. Steigt also der Zinssatz aufgrund von Euro Bonds in Zukunft an bezieht sich dieser nur auf neue Schulden bzw. auf restrukturierte Schulden.

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Siegfried Kellner

Und dennoch geht die Verschuldung ungehemmt weiter !

Noch während den Wahlen in Griechenland dachte Außenminister Westerwelle nach, wie man GR entgegen kommen solle bei den Reformen. Offensichtlich ist in Deutschland immer noch genug Geld vorhanden, das man nach GR schicken kann. Somit kann man auf die "hohen" Schulden immer noch etwas drauf packen.
Dem gegenüber veröffentlich man in Deutschland am Jahresende die sog. "ARMUTSBERICHTE" für Rentner und Kinder und andere Personengruppen.
So fragt man sich, wo ist das Ende der Fahnenstange bei den Schulden und wann gehen die Steuerzahler auf die Straße protestieren ?

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 25.06.2012 11:16 Uhr

Schöngerechnet

Da sind die Beamtenpensionen und die wahnwitzigen Euro-Bürgschaften noch nicht drin. B
ei einer gescheiten Bilanzierung mit Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen und Eventualverbindlichkeiten lägen wir eher bei 4 Millionen. Millarden. Äh, Billionen. Whatever.

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.06.2012 20:53 Uhr
Hartmut Jacques

Die Frage stekllt sich dennoch etwas anders

Bei den Pensionen und Renten geht es immer noch um einen Generationenvertrag, der sich somit der Bilanzierung entzieht. Die Finanzierung der zukünftigen Pensionen ist von den zzukünftigen Leistungserbringern zu leisten. Das ist ja gerade der - inzwischen überhaupt nicht mehr verstandene - Witz an diesem Bismarckschen System. Wäre es ein kapitalfinanziertes System, lägen Sie richtig.
Somit sind diese Leistungen Kosten und gehören in die GuV. Das Denken ist heute zwar anders, weshalb wir ja diese Probleme haben.
Entscheidend an der Misere ist, dass das Verhältnis Arbeit zu Rente sind erheblich infolge von techn. Innovation verändert hat und das System so nicht mehr trägt. Bekannt ist das aber seit mehr als 50 Jahren. Der eiunzige, der immer darauf hinweis war, meiner Erinnerung nach, Biedenkopf.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 25.06.2012 18:39 Uhr

Zur Klärung

Da ist mir wohl der Wirtschaftsrechtler mal wieder durchgegangen. Zur (brutal vereinfachenden) Erklärung:
Man unterscheidet zwischen der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Die Bilanz stellt das Vermögen dar, die GuV die Vermögensflüsse. Die BRD und ihre Länder stellen nur eine GuV auf (kameralistisches System).
Der Schuldenstand ist eine statische Position, gehört daher in den Zusammenhang der Bilanz. Wenn Sie wissen wollen, wieviel eine Verpflichtung zu laufenden Zahlungen wert ist, müssen Sie berechnen, wie hoch diese Zahlungen sind und wie lange sie voraussichtlich laufen werden (Kapitalisierung).
Warum, und das ist eine berechtigte Frage, kapitalisiert man nun nicht die Erträge? Ganz einfach - das ist nicht die Frage. Es geht ja nicht darum, wie viel die Bundesrepublik "wert ist", sondern darum, welche Leistungen man erbringen werden muss, um die Verpflichtungen zu finanzieren. Und da müssen eben auch die künftigen Pensionsverpflichtungen berücksichtigt werden.

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Marcus Baumgärtner

@Hr Neubert

Zunächst: Schulden sind nicht Einnahmen minus Ausgaben, sondern das ist das aktuelle Defizit (=Neuverschuldung).

Und Pensionspflichten sind sehr wohl Schulden, die man regelmäßig bedienen muss. Ohne die Schulden könnte man nämlich die Einnahmen für andere Zwecke verwenden, oder noch besser erst gar nicht erheben (ok, das ist völlig illusorisch).

Sie meinen, dass man auch künftige Einnahmen beachten muss, um zu beurteilen, ob man den Zahlungsverpflichtungen entsprechen kann oder nicht. Das stimmt, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Rechnung am Ende unbezahlbar sein wird. Durch die ganze "EUR-Retterei" wird das Ganze noch ein wenig beschleunigt.

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Andreas Neubert

@Marcus Baumgärtner

"Naja, das ist dann eher Wunschdenken, oder?"

Sie können nicht die heutigen Schulden aus einem Jahr aufaddieren mit den Verbindlichkeiten der insgesamt nächsten zehn Jahre. Dann müssen Sie auch die Einnahmen der nächsten zehn Jahre gegenrechnen.

Stellen Sie sich mal vor, ich würde das Gegenteil behaupten: Von den heutigen Schulden würde ich die Einnahmen der nächsten 10 Jahre abziehen und triumphierend verkünden, dass wir ein fettes Plus haben! Da müssen sie dann natürlich auch die Ausgaben der nächsten 10 Jahre abziehen, um richtige Zahlen zu erhalten. Alles andere ist Volksverdummung.

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Rudolf März
Rudolf März (maerkur) - 25.06.2012 15:40 Uhr

Wer stellt die Milchmädchenrechnung an ?

Die bisherige Praxis unserer Volksvertreter ist genau umgekehrt:
Künftige Zahlungsverpflichtungen werden in der Haushaltsführung unterschlagen,
aber künftige Mehreinnahmen sehr wohl aufgeführt!
Haben Sie noch nie von "Steuerausfällen" gehört/gelesen ?
Der Begriff suggeriert Mindereinnahmen gegenüber einer Vorperiode.
Die gab es aber noch NIE!
Tatsächlich geht die mittelfristige Finanzplanung von einem durchschnittlichen Einnahmenwachstum von 4% aus.
Solange diese Annahme zugrunde liegt, kann man davon ausgehen, dass der ausgeglichene Haushalt immer eine Ankündigung bleiben wird, es sei denn, dass das "Schäuble´sche Inflationsziel" von 4% erreicht oder überschritten wird.

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Marcus Baumgärtner

"Schulden sind immer Einnahmen minus Ausgaben"

Naja, das ist dann eher Wunschdenken, oder?

Fakt ist, wir haben in D Pensions- und sonstige dauerhafte Ansprüche gegen den Staat, dessen Barwert die Billionengrenze locker sprengt (N.B.: auch ratierliche Zahlungen haben einen Barwert).

Was uns aber letztlich das Genick brechen wird, ist, dass dieser immer größere Kuchen + der Zinskuchen für die anderen Schulden von immer weniger Bäckern gebacken werden muss.

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Andreas Neubert

@Siegfried Kellner

"Da sind die Beamtenpensionen und die wahnwitzigen Euro-Bürgschaften noch nicht drin."

Was ist denn das für eine Milchmädchenrechnung? Schulden sind immer Einnahmen minus Ausgaben. Wenn Sie die Verbindlichkeiten der Zukunft heute schon den heutigen Schulden hinzurechnen, müssen Sie auch die Einnahmen des gleichen Zeitraumes in der Zukunft wieder abziehen.

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Christian Rumpf

Schulden werden gemacht um Zinsen zu bezahlen

Tja die Schulden sind so hoch da muss man Kredite aufnehmen nur um die Zinsen zu bezahlen. In Guten Zeiten werden Schulden gemacht weil man es sich leisten kann Bd geschenke verteilen will und in schlechten Zeiten wird erst recht Schulden gemacht und jedes sparen strickt verboten.

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