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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

2,80 Millionen Arbeitslose Arbeitsmarktzahlen stimmen Ökonomen skeptisch

 ·  Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni zwar gesunken. Allerdings fiel der Rückgang abermals nicht so stark aus, wie für die Jahreszeit üblich. Ökonomen sehen die Entwicklung zunehmend skeptisch.

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In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni um 46.000 auf 2,809 Millionen gesunken. Das waren 84.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 6,9 Prozent gelegen.

Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juni allerdings um 7000 auf 2,882 Millionen. BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise sagte daher: „Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es im Juni Anzeichen einer schwächeren Entwicklung. So ist die Zahl der arbeitslosen Menschen weniger stark gesunken als im Juni üblich.“

Unterschiedliche Entwicklung in Ost- und Westdeutschland

Ökonomen sehen die Entwicklung am Arbeitsmarkt zunehmend skeptisch. Hilmar Schneider, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit, will zwar noch nicht von einer Trendwende sprechen, rechnet aber damit, dass der Abbau der Arbeitslosigkeit stagniert. „Interessant ist die Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland“, sagte Schneider FAZ.NET. Während sich die Erholung in Ostdeutschland nahezu ungebremst fortsetze, würden die Arbeitslosenzahlen ab August wohl erstmals seit längerem wieder über den Vorjahreszahlen liegen.

Christoph Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Inistuts für Wirtschaftsforschung und Mitglied der Wirtschaftsweisen, weist darauf hin, dass die Beschäftigung noch wachse. „Schon seit einiger Zeit beobachten wir, das sich der Anstieg der Beschäftigung weniger aus einem Abbau der Arbeitslosigkeit als vielmehr aus der Stillen Reserve und aus Zuwanderungen speist“, sagte Schmidt. Dies sei ein Indiz dafür, dass es zunehmend schwieriger werde, unter den Arbeitslosen geeignete Bewerber für neue Stellen zu finden

„Der Aufschwung am Arbeitsmarkt gerät ins Stocken“, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Der Arbeitsmarkt kippe zwar nicht, stagniere aber. Die Unternehmen hielten sich mit Neueinstellungen zurück, weil die Konjunkturaussichten unsicherer geworden seien. „Die wirtschaftlichen Aussichten trüben sich zunehmend ein, was nicht zuletzt die schwächer tendierenden Vorlaufindikatoren bestätigen“, beobachtet auch Bernd Hartmann von der VP-Bank.

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