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0,75 Prozent EZB lässt Leitzins auf Rekordtief

Der Leitzins im Euroraum bleibt wie erwartet auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Auch weitere unkonventionelle Maßnahmen gegen die Staatsschuldenkrise dürfte die Notenbank zunächst nicht aus dem Köcher ziehen.

© dapd Der Leitzins bleibt bei 0,75 Prozent: Volkswirte hatten die Zinspause erwartet

Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Das beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Volkswirte hatten die Zinspause erwartet. Auch weitere unkonventionelle Maßnahmen gegen die Staatsschuldenkrise dürfte die Notenbank zunächst nicht aus dem Köcher ziehen.

Ihr angekündigtes Programm zum notfalls unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen klammer Euroländer hatte die Risikoaufschläge auf spanische und italienische Anleihen deutlich gesenkt. Ökonomen rechnen damit, dass die Währungshüter zunächst die Wirkung ihrer Maßnahmen beobachten und weitere Pläne in der Schublade lassen wird.

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Die Wirtschaft im Euroraum steckt zwar weiter in der Rezession, zudem enttäuschten jüngste Konjunkturindikatoren. Das spricht eigentlich für eine Lockerung der Geldpolitik. Andererseits ist Zentralbankgeld für Banken aber bereits so günstig wie nie seit Einführung des Euro 1999. Deshalb ist der Effekt einer weiteren Zinssenkung umstritten.

Die EZB selbst hatte beklagt, dass ihre Zinspolitik nicht überall im Euroraum wie gewünscht ankommt. Zudem schwächte sich die Inflation in den 17 Euro-Ländern im Oktober zwar auf 2,5 Prozent ab. Sie bewegt sich damit aber weiter deutlich über dem Zielwert der EZB. Die Währungshüter sehen die Preisstabilität bei knapp unter 2,0 Prozent gewährleistet.

Draghi lässt Tür für Zinssenkungen offen

In der Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung sagte EZB-Präsident Mario Draghi auf die Frage, ob bei den aktuellen Beratungen des EZB-Rats eine Zinssenkung diskutiert worden sei: „Wir diskutieren immer alle geldpolitischen Instrumente, aber wir haben entschieden, die Zinsen unverändert zu lassen. Wir haben aber nicht die geldpolitischen Maßnahmen des nächsten Jahres diskutiert“, sagte Draghi weiter.

Draghi deutete zudem an, dass die EZB ihre Wachstumserwartungen für den Euroraum im Dezember nach unten korrigieren dürfte. „Der Ausblick wird sicher revidiert. Die EU-Kommission hat ja schon neue Prognosen veröffentlicht, es zeichnet sich das Bild einer Abschwächung ab. All das dürfte auch die im Dezember anstehenden Projektionen beeinflussen“, sagte der Währungshüter.

Allerdings stellte Draghi klar, dass die Reparatur des derzeit gestörten Zinsübertragungskanals Vorrang für die EZB hat. Zugleich bekräftigte Draghi die Bereitschaft der EZB, die geplanten Staatsanleihekäufe aufzunehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. „Wir sind bereit zu handeln“, sagte er.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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