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Wiesbadener Künstlerviertel Nach Großbrand ermittelt das Landeskriminalamt

 ·  Im Wiesbadener Künstlerviertel ist eine Holzhandlung abgebrannt, wegen der halbfertige Wohnhäuser leer stehen. Die Ursache des Feuers ist unklar, Spezialisten des Landeskriminalamts ermitteln.

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An der Königsteiner Straße in Wiesbaden, wo zuvor eine rund 1200 Quadratmeter große Lagerhalle der Holzhandlung Blum stand, findet sich nur noch ein Trümmerfeld aus verkohlten Holz. Es zeugt von dem verheerenden Feuer, dem das Gebäude in der Nacht von Montag auf Dienstag zum Opfer fiel. Ein Raub der Flammen wurden auch fünf an der Straße geparkte Fahrzeuge und ein Lastwagen: Einige von ihnen sind bis auf den Metallrahmen ausgebrannt.

Der Betrieb hatte in Zusammenhang mit den Querelen um das Künstlerviertel über die Stadt hinaus Bekanntheit erlangt. Holzhändler Karl-Ulrich Blum war mit Erfolg gegen die Ausweisung seines Betriebes als Wohngebiet vorgegangen.

Lichterloh in Flammen

Feuerwehr und Polizei wurden um kurz nach ein Uhr alarmiert. Als die Einsatzkräfte kurz darauf an der Holzhandlung eintrafen, stand die Halle nach Polizeiangaben schon „lichterloh in Flammen“. Die Berufsfeuerwehr war mit etwa 130 Männern im Einsatz. Kurze Zeit nach Beginn der Löscharbeiten gab die Konstruktion nach, und das Bauwerk fiel in sich zusammen. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach angesichts der hölzernen Halle und des darin gelagerten Holzes von einem „hohen Brandpotential“. Weil die Halle gut durchlüftet gewesen sei, habe das Feuer eine massive Wärmestrahlung entwickelt. Wichtig sei gewesen, eine Ausbreitung des Brandes auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Ein Feuerwehrmann wurde während der Löscharbeiten leicht verletzt.

Gegen vier Uhr morgens meldete die Feuerwehr, der Brand sei unter Kontrolle. Bis zum frühen Nachmittag waren die Wehrleute mit Nachlöscharbeiten beschäftigt: Mit Hilfe von Baggern wurden Holztrümmer auseinandergeschoben, um letzte Glutnester zu bekämpfen. Laut Polizei liegt der entstandene Schaden ersten Schätzungen zufolge in Millionenhöhe. Zur Brandursache ermittle man in alle Richtungen, sowohl was technische Ursachen als auch eine mögliche Brandstiftung angehe, sagte ein Polizeisprecher. Besonders wichtig sei es, den Brandherd zu lokalisieren, was aber wegen der Brandausdehnung und der starken Hitzeentwicklung schwierig sein werde. Nun ermitteln die Spezialisten des Polizeipräsidiums Wiesbaden und des hessischen Landeskriminalamtes.

Der bis dahin letzte Brand war 1945

„Das kann nur durch Brandstiftung passiert sein,“ meinte Holzhändler Blum. Eine Verbindung zu den Querelen um das Künstlerviertel sieht er aber nicht. „Ich kann da keinen Zusammenhang erkennen.“ Zuletzt habe es im Februar 1945, also während des Krieges, in der Holzhandlung gebrannt. Er habe immer Interesse daran gehabt, dass brandschutztechnisch alles auf dem neuesten Stand sei. Der Verkauf laufe auch nach dem Brand weiter. „Der Betrieb ist voll funktionsfähig.“ Denn niedergebrannt sei nur die Schnittholzhalle, während das Büro und die Plattenwerkstoffhalle verschont geblieben seien. Nicht betroffen sei auch das Geschäft an der Rheinstraße.

Wie berichtet, hatte die Stadt das am Rande des neuen Künstlerviertels gelegene Firmenareal an der Königsteiner Straße zu Unrecht überplant und als Wohngebiet ausgewiesen. Dann genehmigte sie in der Nachbarschaft der Holzhandlung den Bau von 16 Reihenhäusern. Blum erwirkte unter Verweis auf Brandschutzaspekte einen Baustopp und ließ auch den Bebauungsplan überprüfen, der das Viertel als Wohngebiet definierte; dadurch sah sich der Geschäftsmann in seinem Eigentumsrecht eingeschränkt. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof bestätigte den Baustopp und erklärte den Bebauungsplan für unwirksam. Im Jahr 2010 kaufte die Stadt den betroffenen Familien die 16 Bauruinen für 2,5 Millionen Euro ab und versucht nun ihrerseits, den Bauträger und die Grundstücksvermittler in die Pflicht zu nehmen.

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Von Günther Nonnenmacher

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