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Wahl in Ägypten El Baradei zieht Kandidatur zurück

14.01.2012 ·  Aus Protest gegen die ägyptischen Militärmachthaber will der Nobelpreisträger Mohammed el Baradei nicht bei der Präsidentschaftswahl antreten. Faire Wahlen seien derzeit nicht möglich, erklärte er.

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Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed el Baradei, will nicht für das Amt des ägyptischen Staatschefs kandidieren. „Mein Gewissen erlaubt es mir nicht, für das Präsidentenamt oder irgend einen anderen offiziellen Posten zu kandidieren, solange es keine wirkliche Demokratie gibt“, erklärte El Baradei am Samstag. El Baradei zählte in den vergangenen Monaten zu den führenden Köpfen der Demokratiebewegung nach dem Sturz des langjährigen Präsidenten Husni Mubarak.

„Wir haben alle das Gefühl, dass das ehemalige Regime nicht gestürzt ist“, sagte der Friedensnobelpreisträger des Jahres 2005 unter Hinweis auf den Militärrat, der seit dem Sturz Mubaraks im vergangenen Februar die Macht ausübt. Der Staatsapparat werde weiter gesteuert, „als wenn es die Revolution nicht gegeben hätte“, sagte el Baradei.

Die Armee hatte angekündigt, die Macht nach den für Ende Juni angekündigten Präsidentschaftswahlen an eine Zivilregierung abzugeben. In den vergangenen Monaten machte sich jedoch der Eindruck breit, dass das Militär den Einfluss auf die Regierungsgeschäfte nicht abgeben will.

El Baradei genießt im gebildeten Milieu ein hohes Ansehen als Vertreter einer liberalen und laizistischen Strömung. Bei den Parlamentswahlen, die in den vergangenen Monaten in mehreren Etappen abgehalten wurden, errangen aber die islamistischen Kräfte rund 70 Prozent der Mandate.

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Von Günther Nonnenmacher

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