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Unternehmensberater mit 18 Ein Abiturient erklärt die digitale Welt

Wie denken Digital Natives und was wollen sie? Kaum einer gibt den Unternehmen so erfolgreich Nachhilfe wie ein 18 Jahre alter Abiturient aus der schwäbischen Provinz.

© Archiv Vergrößern Philipp Riederle und ein Ausschnitt aus der ersten Folge seiner Serie „Mein iPhone und ich“

Philipp Riederle hat erst mal eine Auszeit genommen: keine Vorträge, keine Vor-Ort-Termine, volle drei Monate lang. Angst vor einem Burnout? Quatsch. Riederle, 18 Jahre jung, steckt schlicht mitten in den Abiturprüfungen. In der kommenden Woche steht Deutsch schriftlich an. Davor wird noch sein erstes Buch veröffentlicht: „Wer wir sind und was wir wollen“.

Der Untertitel: „Ein Digital Native erklärt seine Generation.“ Philipp Riederle ist ein digitaler Ureinwohner. Als er 1994 geboren wird, ist das World Wide Web schon seit einem Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Er wächst auf mit tragbaren Computern und internetfähigen Handys. Facebook, Apps und Twitter gehören für ihn zum Alltag.

Das unterscheidet ihn von den Digital Immigrants, die sich den Umgang mit den neuen Technologien mühsam aneignen mussten und oft noch heute, 20 Jahre nach dem Aufstieg des Internets zum Massenphänomen, mit der Lebenswelt der Digital Natives fremdeln. Auch in den Vorstandsetagen der Wirtschaft sitzen überwiegend digitale Immigranten: 51,3 Jahre alt sind deutsche Führungskräfte im Schnitt, hat der Wirtschaftsinformationsdienst Bürgel errechnet.

Klassensprecher der Generation Y

Weil die Unternehmen aber darauf angewiesen sind, dass sie erfahren, wie ihre Kunden und Arbeitskräfte von morgen ticken, hat sich ein Markt aufgetan für jene, die den Firmenstrategen die Werte, Wünsche und Gewohnheiten der Digital Natives glaubwürdig vermitteln können. Hier tummeln sich traditionelle Unternehmensberatungen, Jugendforscher, spezialisierte Social-Media- und Enterprise-2.0-Agenturen sowie eine ganze Reihe von selbsternannten Digitalexperten. Und eben ein 18-jähriger Abiturient aus Burgau in Bayerisch-Schwaben.

Wie wird man zum Klassensprecher der Generation Y, wie die Digital Natives auch genannt werden? Die Geschichte beginnt, als Riederle 13 Jahre alt ist. Der technikbegeisterte Junge legt sich ein iPhone von Apple zu. Im Internet sucht er nach Anleitungen und Berichten über das Gerät - und findet nichts.

Riederle erfindet selbst ein Magazin: Aus dem Kinderzimmer sendet er von nun an einmal die Woche „Mein iPhone und ich“: kurze Filmchen über Zusatzprogramme (Apps), den besten Umgang mit der Handykamera oder die neueste Generation des Geräts. Die Serie wird schnell populär. Tausende Nutzer schauen sich jede Folge an.

ERfolg als Web-Filmer

Aus dem Hobby macht Riederle bald ein gutes Geschäft. Firmen schalten Werbung vor seine Beiträge. Mit 15 gründet er eine eigene Firma, die Geschäftsführung übernimmt der Vater. Im Partykeller der Großeltern richtet sich Riederle ein professionelles Aufnahmestudio ein. Und er wird zum ersten Mal für einen Vortrag vor Marketingexperten angefragt. Das Thema: sein Erfolg als Web-Filmer.

Der Auftritt gelingt, und schnell hat er Anfragen aus der ganzen Industrie: Audi, SAP, Microsoft, Deutsche Telekom. Er erweitert sein Themenspektrum, liest sich Theorie an und spricht nun auch über das Kommunikationsverhalten seiner Generation, über entsprechendes Marketing, passende Geschäftsmodelle und sogar interne Unternehmensorganisation.

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