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Nach der Präsidentenwahl : Tote bei Gefechten in Donezk

  • Aktualisiert am

Ein Kampfhubschrauber der ukrainischen Luftwaffe bei der Offensive gegen prorussische Separatisten, die den Donezker Flughafen besetzt haben. Bild: REUTERS

Der Sieger der Präsidentenwahl in der Ukraine, Petro Poroschenko, hat eine Offensive gegen prorussische Milizen angekündigt. Am Flughafen von Donezk und in der Stadt kommt es zu heftigen Schusswechseln. Die Separatisten sprechen von mindestens zwei Todesopfern.

          Am Tag nach der Präsidentschaftswahl haben die Kämpfe zwischen prorussischen Aufständischen und ukrainischen Truppen im ostukrainischen Industrierevier Donbass am Montag den internationalen Flughafen der Regionalmetropole Donezk erfasst. In der Stadt waren Schüsse und Kampfflugzeuge zu hören. Der Flughafen hatte um sieben Uhr morgens den Betrieb eingestellt. Wie es hieß, hatten zu diesem Zeitpunkt Rebellen Teile der Anlage besetzt.

          Später teilte ein Sprecher der Regierungstruppen mit, den „Terroristen“, auf dem Flughafengelände sei ein Ultimatum gestellt worden. Nach Ablauf der gesetzten Frist hätten Kampfflugzeuge einen „Luftschlag“ ausgeführt. Eine Luftabwehrstellung der „Terroristen“ sei von einem Kampfhubschrauber vernichtet worden. Angaben zu Opfern gab es zunächst nicht.

          Auch vom Bahnhof der Stadt wurden Kämpfe gemeldet. Nach Angaben der Separatisten wurden mindestens zwei Menschen getötet. Zudem sei ein Kind verletzt worden, meldete die russische Agentur Interfax am Abend unter Berufung auf die Aktivisten. Ein Teil des Bahnhofs im Zentrum der Millionenstadt wurde evakuiert.

          Poroschenko kündigt Offensive an

          Der Oligarch Petro Poroschenko hatte die Präsidentenwahl in der Ukraine am Sonntag Teilergebnissen zufolge mit rund 54 Prozent der Stimmen gewonnen. Die frühere Ministerpräsidentin Julija Timoschenko landete weit abgeschlagen bei 13,13 Prozent der Stimmen. Es gibt deshalb keine Stichwahl. Die Wahl konnte jedoch nach Einschüchterungsversuchen und Blockaden durch prorussische Aktivisten an einigen Orten nicht stattfinden.

          Nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Montag war die Abstimmung trotz dieser Einschränkungen überwiegend demokratisch abgelaufen.

          Prorussische Separatisten liegen unter Bäumen in Deckung Bilderstrecke

          Wahlsieger Poroschenko kündigte an, die Offensive der Sicherheitskräfte gegen die prorussischen Separatisten fortzusetzen. Er unterstütze den Einsatz, dieser müsse aber „kürzer“ und „effizienter“ werden, sagte Poroschenko in Kiew. Verhandlungen mit den prorussischen Kämpfern schloss er abermals aus. Noch am Sonntag hatte Poroschenko angekündigt, rasch in den Osten reisen zu wollen, um zur Deeskalation des Konfliktes beizutragen. Zur Arbeit der Regierung sagte er, der bisherige Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk und die gesamte Interimsregierung solle ihre Arbeit fortsetzen.
           

          Russland bereit zu Gesprächen mit Poroschenko

          Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, Russland respektiere die Willensäußerung des ukrainischen Volkes, sprach indes nicht von einer Anerkennung des Wahlergebnisses. Weiter sagte Lawrow: „Dass die Abstimmung in vielen Teilen der Ukraine organisiert werden konnte, ist im Großen und Ganzen eine positive Tatsache.“
          Man sei bereit zum Dialog mit Vertretern Kiews und mit Poroschenko. Die Ankündigung, die „Antiterroroperation“ im Südosten der Ukraine wieder aufzunehmen, bezeichnete Lawrow indes als „kolossalen Fehler“.

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