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Über Liebe und Angst Das „erste Mal“ ist schwer

06.07.2008 ·  Jugendforscher Diederik F. Janssen über Liebe und Angst

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Ein Interview mit Jugendforscher Diederik F. Janssen über Liebe und Angst

Herr Janssen, erklären Sie mal, was Verliebtsein ist.

Wenn man verliebt ist, sieht man sich in einem Zustand, den man vorher nicht kannte. Es ist wie verzaubert sein.

Wenn es sich um Liebe dreht, geht es ständig um das „erste Mal“. Warum eigentlich?

Das hat mit unserer Kultur zu tun und auch mit der Wissenschaft. Forscher lieben es, die Dinge zu messen.

Aber wieso spielt das „erste Mal“ auch bei Nichtforschern so eine Riesenrolle?

Wie die Wissenschaft die Dinge sieht, wirkt auf das normale Leben weiter. Nicht weil viele lesen, was Forscher schreiben. Aber ständig sind solche Fragebögen um einen herum - im Internet und in Magazinen. Oft macht es Spaß, die auszufüllen. Als Ergebnis kommt meist ein Durchschnitt heraus, also etwa wann Jungs oder Mädchen im Schnitt zum ersten Mal küssen. Viele denken, Durchschnitt heißt normal. Und sie denken, alles, was darunter oder darüber ist, ist unnormal. Doch das ist Quatsch. Und es setzt Jugendliche unter Druck.

Wie entkommt man dem Druck?

Das ist schwierig. Es gibt fast kein Entkommen. Als ich jung war, hat mir das Angst gemacht.

Vielleicht sollte man keine Psychotests in Magazinen mehr machen?

Vielleicht. Aber das gilt vor allem für Mädchen. Viele nehmen die Tests auch gar nicht so ernst. Jungs erleben den Druck anderswo. Er ist überall. Generell bringt es einem in der Gruppe meist mehr Achtung ein, etwas eher zu tun. Etwas später zu tun als andere bringt selten Achtung. Aber der Liebe wird man mit Zeitmessen nicht gerecht.

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