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Tschechische Republik Václav Havel ist tot

18.12.2011 ·  Der frühere tschechische Präsident, Schriftsteller und Dissident Václav Havel ist im Alter von 75 Jahren in der Nähe von Prag gestorben. Das gab sein Büro am Sonntag bekannt.

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Der frühere tschechische Präsident und Dissident Vaclav Havel ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Büros starb Havel am frühen Sonntagmorgen in der Nähe von Prag.

Als Folge seiner jahrelangen Gefängnisaufenthalte unter dem kommunistischen Regime litt Havel unter einer chronischen Atemwegserkrankung. 1996 wurde er an Lungenkrebs operiert. Havel war während der kommunistischen Ära in der Tschechoslowakei (1948-1989) die Schlüsselfigur im gewaltlosen Kampf gegen das Regime. Im Wendejahr 1989 wurde Havel zur Symbolfigur des demokratischen Aufbruchs.

Von 1989 bis 1993 war er Präsident der damaligen Tschechoslowakei, anschließend bis 2003 Staatsoberhaupt der neu gegründeten Tschechischen Republik. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt förderte Havel erfolgreich die Anbindung Tschechiens an Nato und EU. Vor und nach seiner Zeit als Präsident war er auch ein erfolgreicher Theaterautor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den früheren tschechischen Präsidenten in einem Kondolenzschreiben als „großen Europäer“. „Sein Einsatz für Freiheit und Demokratie bleibt ebenso unvergessen wie seine große Menschlichkeit. Gerade auch wir Deutsche haben ihm viel zu verdanken“, schrieb Merkel nach Angaben des Bundespresseamtes an Havels Nachfolger Vaclav Klaus.

Kohl würdigt Havels Verdienste

Auch der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hob die Verdienste des verstorbenen tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel hervor. „Ein großer Mann, ohne den die Freiheit nicht möglich gewesen wäre“, sagte Kohl der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Wiesbaden.

Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärte in Berlin: „Wir Deutschen und alle Europäer verlieren mit Václav Havel nicht nur einen Schriftsteller und Künstler, sondern einen Staatsmann von Weltrang. Er ist eine der herausragenden Persönlichkeiten, deren Name auf immer mit dem weltpolitischen Umbruch der Jahre 1989/90 verbunden sein wird.“

Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) schrieb in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Montag): „Europa ist ärmer geworden, wir alle sind es. Ein großer Europäer, ein Humanist ist von uns gegangen: Vaclav Havel.“ Und weiter: „Sein Kampf galt nicht nur der Freiheit des tschechischen Volkes. Er trat für alle Unterdrückten ein. Er tat es mit Unbeugsamkeit, mit der Kraft seiner Überzeugung, mit der Macht des Wortes. So hat er die kommunistische Diktatur herausgefordert - friedlich.“

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte nach Angaben des Auswärtigen Amtes, Havel sei „die Seele der Revolution in Tschechien“ gewesen. „Ohne ihn und ohne seine mutigen Worte wäre der demokratische Aufbruch in Mittel- und Osteuropa undenkbar gewesen“.

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Von Günther Nonnenmacher

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