14.04.2009 · Als einer der wenigen Industriezweige ist die Telekommunikation noch nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Nur das Geld für den Ausbau der Netze ist nicht mehr so leicht zu beschaffen.
Als einer der wenigen Industriezweige ist die Telekommunikation von der aktuellen Wirtschaftskrise noch nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. „Telefoniert wird immer“ lautet bisher das Motto der Branche. Das gilt für den Mobilfunk gleichermaßen wie für das Festnetz.
Entsprechend fahren die Unternehmen ihre Investitionen bisher kaum zurück. Angesichts weiter steigender Nutzungszahlen müssen die Mobilfunknetze ausgebaut werden. Ebenso führt die Konkurrenz der Kabelnetzbetreiber zu einem Investitionsbedarf bei den Festnetzanbietern. Hinzu kommt die Initiative der Bundesregierung, die den Ausbau der Breitbandnetze zum Teil des zweiten Konjunkturprogramms gemacht und der Branche darin sehr ambitionierte Ausbauziele für die heimischen Festnetzstruktur gesetzt hat. Rund 50 Milliarden könnte ein solches Ausbauprogramm kosten – finanziert von den Netzbetreibern.
Die Zeiten aber, in denen ein solcher Ausbau auf Kredit finanziert werden konnte, sind vorbei. Daher spaltet sich der Markt inzwischen in die Unternehmen, die in der Lage sind, aus einem hohen Mittelzufluss heraus, in den Netzausbau investieren zu können – und den Rest. Dabei zeigt sich, dass die meisten Investoren in Deutschland auf eine kräftige Muttergesellschaft zurückgreifen können. So gibt die spanische Telefónica hierzulande bis zum Jahr 2010 rund 3,5 Milliarden aus, um das Mobilfunknetz der Tochtergesellschaft O2 und das Festnetz der Telefónica Deutschland auszubauen. Auch die deutsche Vodafone steht bereit, um in den Ausbau der Netze zu investieren.
Die Deutsche Telekom selber will in diesem Jahr nach eigenen Angaben mindestens 300 Millionen Euro in den Ausbau des schnellen Festnetzes gesteckt. Das ist aber nur ein Bruchteil der Gesamtinvestitionen des Konzerns. So weist der Geschäftsbericht für 2008 Investitionen in Sachanlagen von rund 6,9 Milliarden Euro aus. Davon entfallen zwar größere Anteile auf den Ausbau des Mobilfunknetzes in den Vereinigten Staaten und andere Auslandsgeschäfte. Aber auch in Deutschland investiert die Telekom kräftig in sein Mobilfunknetz und den Umbau des Festnetzes. Genaue Zahlen darüber legt das Unternehmen aber nicht vor.
Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Konzern seine Investitionstätigkeit im laufenden Jahr nicht reduzieren wird. Nach Berechnungen der Duisburger Dialog Consult für den Brancheverband VATM lagen die Investitionen der Telekom in Deutschland im vergangenen Jahr bei rund 2,8 Milliarden Euro. Damit liegt die Telekom allerdings hinter den Wettbewerbern zurück, für die die Untersuchung 2008 ein Volumen von 3,7 Milliarden Euro ausgerechnet hat.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |