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Yetis in Namibia Männer im Sandkasten

 ·  Skoda schickt das Kompakt-SUV Yeti in die Wüsten Namibias. Dort entwickeln gestandene Menschen einen beachtlichen Spieltrieb.

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© Hersteller Der kleine Skoda Yeti zeigt sich auf den ungeteerten Straßen von seiner besten Seite

Jeder, der Rang und Namen hat, will dabei sein. Dem Kunden soll schließlich ein hohes Maß an Betreuung zuteil werden, auch nach dem

Vertragsabschluss. Und bei manchem Automobil ist es gewissermaßen Pflicht, dessen Tauglichkeit nachzuweisen, weil sie im Alltag und im dichtbesiedelten Mitteleuropa vom Besitzer kaum erfahrbar ist. Für SUV-Kunden, die von den Kletterkünsten ihrer Autos nur in der Werbung erfahren, werden deshalb Off-Road-Reisen zu fernen Destinationen angeboten. Das Sultanat Oman, Lateinamerika, Südafrika und das Death Valley in den Vereinigten Staaten oder die Namib-Wüste Namibias markieren nur einige der zahllosen Reiseziele, an denen Geländewagenbesitzer einen Hauch der großen Freiheit tatsächlich schnuppern können, von der sie bei der Anschaffung ihres SUV vielleicht geträumt haben.

Die abenteuerlustige Klientel ist bereit, für die Erfahrungen an den exotischen Zielen tief in die Tasche zu greifen. Fast fünfstellige Höhen erreichen die Reisekosten, wenn zwei mit dem Allradauto Dschungel, Wüsten und Steppen auf Pisten und andere unwegsame Gelände durchqueren wollen. Geboten werden dafür ein dem eigenen Gefährt entsprechendes Leihauto, Kost und Logie sowie orts- und fachkundige Führung.

Was Land-Rover-, BMW-, Audi- oder Mercedes-Benz-Fahrern gefällt, kommt der aufstrebenden VW-Konzernmarke Skoda gerade recht. Man bereitet ein Kunden-Off-Road-Programm vor und setzt das Kompakt-SUV Yeti mit eher unauffälligem Nachdruck in pittoresken Landschaftsbildern in Szene. Weg und Schwierigkeitsgrad sind sorgsam ausgewählt, mit den harten Burschen der Klasse, die von Mercedes-Benz in Form der G- oder GL-Klasse beigesteuert oder von Land Rover ins Dschungelcamp geschickt werden, kann und will das kleine SUV aus Tschechien nicht mithalten. Wohl aber auf staubigen Pisten aus Lehm und Geröll Strecke machen. Die Reise durch die Sanddünenlandschaft der Wüsten Namibias soll in naher Zukunft als Kunden-Tour mit kalkuliertem Risiko angeboten werden. Wir schluckten während der Erprobungsfahrt viel Staub und haben den kleinen Skoda aufgrund seines beeindruckenden Durchhaltevermögens in Herz geschlossen.

Fast winzig wirkt der Yeti zwischen den Toyota Land Cruiser und Nissan Patrol, die das Straßenbild des 2,2-Millionen-Einwohner-Staates dominieren. 80 Prozent der Landesstraßen sind nicht geteert, Trupps mit Gradiermaschinen und Planierwalzen sind beständig unterwegs, um die Hauptverbindungswege in einem halbwegs befahrbaren Zustand zu halten. Der Yeti zeigt sich von seiner besten Seite. Mit dem 104 kW (150 PS) starken Vierzylinderdiesel rauscht der Allradler mit Vehemenz die Steigungen hinauf. Mit knapp 100 Sachen stiebt er über die sandigen Fahrbahnen. Die Staubfahne weht an seinem Heck wie der Gamsbart am Tirolerhut, schon von weitem ist die eilige Kolonne zu sehen.

Dabei erweist sich die Karosserie als erstaunlich dicht. Zwar dringt der Straßenstaub nach der gut 1500 Kilometer langen Namibia-Tour doch an der einen oder anderen Stelle durch die Türdichtungen, aber Menschen und Gepäck bleiben von der feinen, mehligen Schicht unberührt. Und die langen Kurven nimmt der wendige Yeti mit sportlichem Ehrgeiz. Sanft drängt sein Heck nach außen, wenn es mit Schwung um die Biegungen geht. Es lässt sich mühelos und auch ohne das Zutun des ESP kontrolliert wieder einfangen.

Im Sossusvlei Nationalpark, tief in der Wüste des Landes, ist dann dennoch Vorsicht geboten. Nicht unbedingt vor den Parkwächtern, die das eilige Treiben eher gelangweilt beobachten. Vielmehr die Hitze und der tiefe Sand am Ende des Tales, wo die späte Sonne die mehr als 300 Meter hohen Dünen in fast burgunderroter Farbe zum Leuchten bringt, lauern als Risikofaktoren. „Auf dem Gas bleiben und keinesfalls mit der Kupplung spielen“, bleut Frik Orban, der Tour-Guide, seinen Schäfchen ein. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius können die Beläge bei sorgloser Behandlung in kürzester Zeit verglühen. Und weil der Yeti deutlich weniger Bodenfreiheit als seine großen Kollegen hat, droht er sich im tiefen Sand schnell festzufahren.

Natürlich wollen das alle vermeiden, denn das Freischaufeln eines festsitzenden Yeti ist in diesem Geläuf noch schweißtreibender als der Marsch auf den Dünenkamm, von dem die Teilnehmer zurückkehren, als wären sie in einen Regenschauer gekommen. Und die sind sehr selten, hier im ehemaligen Land der Buschmänner, die sich über viele Tage hinweg ohne Wasser über selbigem halten konnten.

Zurück an Bord beschert die maßvoll eingesetzte Klimaanlage Abkühlung. Im vorigen Jahr wurde sie unter kaum weniger anspruchsvollen Bedingungen im amerikanischen Death Valley, dem tiefsten Punkt der Vereinigten Staaten, ausgiebig erprobt, auch dorthin will Skoda künftig Reisen für Kunden organisieren. Zu Wettfahrten wird an keiner der Destinationen animiert. Im Vordergrund, so Organisator Markus Kempf, stehen das Gruppenerlebnis und die neuen Erfahrungen mit dem Auto, das zu Hause in der Garage auf den Einsatz auf Autobahn oder Kurzstrecke wartet.

Zurück nach Namibia. Der staubigste Teil der Fernfahrt liegt hinter uns, nun führt der Weg über einen sehr glatten Straßenbelag nach Swakopmund an der atlantischen Küste. Aber es ist kein Teer, der hier das schnelle Vorankommen erlaubt. Die Straße wurde mit Salz befestigt, schwere Baumaschinen haben es verdichtet und geglättet. Haltbar und komfortabel ist der Belag und ganz sicher eisfrei, wenngleich die Temperaturen in Namibia selten unter den Nullpunkt rutschen. „Man spricht Deutsch“ heißt es schließlich im alten Küstenstädtchen, das vielen Nachfahren der ehemaligen Kolonialisten zur lieben Heimat geworden ist. Die „Allgemeine Zeitung“ erscheint in dieser Sprache, liefert „Nachrichten von A bis Z auf gut deutsch“, wie es in der Unterzeile auf dem Titel heißt. Gas und Diamanten, später auch Uranvorkommen haben Namibia begehrenswert und wohlhabender als andere afrikanische Staaten gemacht.

Und hier beginnt der nicht minder spannende Teil der Yeti-Tour. Er führt durch die Savanne im Landesinneren, und statt der 41 Grad Hitze in der Wüste herrschen eher kühle Temperaturen um 20 Grad. Und statt Trockenheit begleiten nun heftige Wolkenbrüche den Konvoi, verwandeln die Pisten aus rotem Lehm in matschig-glatte Schlammfelder, auf denen es sich wie auf Glatteis fährt. Die einst so trockenen Flussbetten, die der Weg durchquert, sind satt gefüllt, Wildwasserkanuten hätten ihre Freude. Die steigenden Fluten drohen uns den Weg abzuschneiden, die Furten müssen gemeistert werden, was sich als wahre Mutprobe herausstellt. Aber der Yeti erweist sich als dicht, und selbst die über die Motorhaube schwappende Bugwelle legt die Maschine nicht lahm. Die Fahrt zurück zur Hauptstadt Windhoek wird zur Königsetappe, und der kleine Skoda wühlt sich tapfer bis ans Ziel.

Und das mit einem beachtlich niedrigen Verbrauch. 6,5 Liter Treibstoff genehmigte sich der Zweiliter-Selbstzünder auf 100 Kilometer, angesichts seines leistungsstarken Auftritts auf Sand und Geröll ein wirklich niedriger Wert. Vermutlich im nächsten Jahr schon sollen Yeti-Kunden auf die Reise geschickt werden. Das Kraftstoff-Budget macht dann sicher den kleinsten Posten der Reisekosen aus. Ein Liter Diesel kostet in Namibia umgerechnet rund einen Euro.

Die Mitbewerber

Land Rover und Mercedes-Benz bieten das umfangreichste Programm an Off-Road-Reisen an. Eine Woche Namibia kostet zwischen 4000 und 5000 Euro je Teilnehmer, zuzüglich Flug. Air Namibia fliegt von Frankfurt direkt nach Windhoek, South African Airways bietet tägliche Verbindungen von München oder Frankfurt über Johannesburg an. Wer privat auf die Reise gehen will, muss für einen allradgetriebenen Leihwagen mit Kosten von 700 Euro (Daihatsu Terios) bis 1200 Euro (Toyota Hilux) in der Woche rechnen. Weitere Informationen gibt es unter: www.offroad.mercedes-benz.de, www.bmw-driving-experience.de, www.landrover-experience.de

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Von Georg Küffner

Die optimale „Reiseausrüstung“ zu finden, braucht Zeit und Erfahrung. Geschäftsreisende und Vielfachurlauber kennen sich damit bestens aus. Mehr