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Yachtbauer Bavaria Viel investiert, kräftig verspekuliert

 ·  Von einstigen Höhen in ein tiefes Tal: Bavaria, Deutschlands Yachtbauer Nummer eins, hat hart zu kämpfen. Aber mit seinen neuesten Modellen ist er auf einem guten Weg.

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© Werft/Peter Meyer Vergrößern Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen: Bavaria Cruiser 41 (vorn) und Cruiser 37. Wesentliche Unterschiede: ein Meter Länge und 40.000 Euro

Immer nur Gegenwind. Seit Jahren kämpft sich die einst so erfolgreiche fränkische Sportboot-Werft Bavaria Yachtbau durch rauhe See. Die gesamte Branche ist fest im Griff der Krise, manche Werft längst abgesoffen, die konjunkturellen Umstände könnten kaum ungünstiger sein. Doch das allein erklärt nicht die Schwierigkeiten Bavarias. Teure Fehleinschätzungen gehören zur jüngeren Geschichte, fragwürdige strategische Entscheidungen, ein Kommen und Gehen in der Führungsetage. Jetzt hat vor einigen Monaten mit Constantin von Bülow der vierte Chef in sechs Jahren den Führungsposten in Giebelstadt übernommen. Als Ablösung von Jens Ludmann soll er das Unternehmen so auf Kurs bringen, dass es wieder mit Gewinn arbeitet.

Dabei habe sich Ludmann, so ist heute zu hören, durchaus Verdienste um die Modellentwicklung erworben. Seinem Wirken vorausgegangen war eine Phase eigenwilliger Schöpfungen und schneller Modellwechsel. Als Irrweg beispielsweise werten Eingeweihte im Nachhinein die Zusammenarbeit mit den branchenfremden Entwicklern von BMW Designworks, sie blieb eine kurze Episode. Unter dem Diktat der Gestaltung wurden seinerzeit praktische Gesichtspunkte vernachlässigt - dergleichen schmeckt vielen Kunden in der recht konservativen Segler-Szene nicht. Und die Motoryacht-Abteilung leistete sich ein Design-Experiment namens Deep Blue 46, das schnell wieder beendet wurde. Kurios: Kaum war dieses Powerboot 2010 von Fachzeitschriften zu Europas „Yacht des Jahres“ gekürt worden, da flog es schon wieder aus dem Verkaufsprogramm.

Im April 2013 wurde abermals umstrukturiert

Unter Ludmanns Führung wurde eine neue Ordnung eingeführt, in Kooperation mit Design Unlimited aus England (Segel) und Too-Design aus Italien (Motor), Fachleuten aus der Yachtszene. Die heutige Modellpalette (die neuesten Typen werden auf dieser Seite vorgestellt) gilt als gute Basis für die Zukunft. Dass der ehemalige Ford-Manager nach zweieinhalb Jahren gehen musste, hängt offenbar mit einer Unzufriedenheit über die internen Abläufe, die Betriebsführung und Produktionskosten zusammen. Früher, in der Zeit der ersten Eigentümer des Unternehmens, waren die Effizienz in der Fertigung und die Profitabilität die Paradedisziplinen der Unterfranken. Bavaria galt in der ganzen Welt als Vorbild. Der Fensterfabrikant Winfried Herrmann und die Yachtcharter-Agentur Meltl hatten das Unternehmen 1978 gegründet und schnell zu einem der führenden Hersteller von Segelyachten gemacht, später kamen Motorboote hinzu. Herrmann leitete die Werft mit fester Kontrolle. 2007, zum für die Verkäufer perfekten Zeitpunkt, trennten sich die Gründer vom Betrieb, dem Vernehmen nach für 1,3 Milliarden Euro, was im Nachhinein manchem astronomisch vorkommt.

Dem amerikanischen Investor Bain Capital schien der Deal wohl dennoch erfolgversprechend. In jener Zeit liefen bei Bavaria jährlich rund 3500 Segel- und Motoryachten vom Band - heute ist es nicht einmal ein Drittel davon. Ende 2008 brach infolge der Finanzkrise in vielen Ländern - vor allem in Südeuropa - die Nachfrage ein. Damit hatte der Käufer nicht gerechnet. Bald kamen die beiden Hedgefonds Anchorage Advisors und Oaktree Capital Management mit einer Beteiligung von jeweils 45 Prozent an Bord, offensichtlich wurde auf eine zügige Erholung spekuliert. Auch diese Rechnung ging nicht auf. Im Oktober 2009 - Bavaria hatte eine Last von rund einer Milliarde Euro zu tragen - kam es zu einem Entschuldungsschnitt. Nach mehreren Führungswechseln wurde im April 2013 abermals umstrukturiert. An der Spitze der Yachtbauer aus Giebelstadt steht mit Constantin von Bülow nun ein hauseigener Sanierer des Investors Oaktree.

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17.08.2013, 19:23 Uhr

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