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Windräder : Henne-Ei-Problem

Die Windräder drehen sich, doch sie liefern keinen Strom. Mit 22.000 Liter Diesel im Monat müssen Generatoren gefüttert werden, damit sie nicht zu korrodieren beginnen oder überhitzen.

          Die Windräder drehen sich, doch sie liefern keinen Strom - im Gegenteil. Mit 22.000 Liter Diesel im Monat müssen Generatoren gefüttert werden, um die 30 Windmühlen des Windparks Riffgat vor Borkum sporadisch zu bewegen, damit sie nicht zu korrodieren beginnen oder überhitzen. Der Grund für dieses Desaster sind Verzögerungen beim Bau des Seekabels für den Abtransport des Windstroms. Wegen großer Mengen an Munitions- und Militärschrott im Bereich des Trassenverlaufs ließ es sich nicht schnell genug verbuddeln.

          Wer dafür verantwortlich ist, dass der seit langem bekannte Schrott nicht rechtzeitig aus dem Weg geräumt wurde, wird man klären müssen. Fest steht jedoch, dass das Gefeixe um den zögerlichen Ausbau der Offshore-Windkraft lauter wird. Ob es je verstummen wird, ist fraglich, zeichnet sich doch ab, dass der weitere Ausbau unter der Henne-Ei-Problematik leiden wird. Um die den Strandspaziergängern nicht zumutbaren und damit weit vor der Küste aufgestellten Windräder ans Netz anzuschließen, bedarf es sogenannter Offshore-Steckdosen: Müssen erst sie oder erst die Windräder her? Idealerweise sicher beide gleichzeitig. Doch davon ist man weit entfernt. Momentan zeichnet sich ab, dass man bald mehr Steckdosenkapazität als Windräder haben wird. Steckdosen, die im Jahr mit Betriebs- und Kapitalkosten uns Stromkunden rund eine Milliarde Euro kosten werden. Unabhängig davon, wie viele Windräder angeschlossen sind.

          Georg Küffner

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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