Home
http://www.faz.net/-gy9-75hx0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Wettbewerbsverfahren Google entkommt Kartellklage

Google hat der amerikanischen Wettbewerbsbehörde Zugeständnisse gemacht. Dafür hat die FTC den schwerwiegendsten Vorwurf zurückgenommen: Dass Googles Suche andere Webseiten benachteilige.

© AFP Vergrößern „Vorteile eines Wettbewerbs im Online- und Mobilfunkmarkt weiter genießen“: FTC-Chef Jon Leibowitz am Donnerstag in Washington

Der Internetkonzern Google kann im Internet weiterhin fast ungehindert seinen lukrativen Geschäften nachgehen. Die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC hat am Donnerstag ein viel beachtetes Kartellverfahren eingestellt. Zwar machte Google einzelne Zugeständnisse. Doch den schwerwiegendsten Vorwurf, Google habe andere Websites bei der Internetsuche zugunsten eigener Dienste benachteiligt, ließ die FTC fallen.

Die „New York Times“ sprach von einem „großen Sieg“ des Suchmaschinen-Primus. Eine Wettbewerbsklage mit möglichen massiven Auflagen war der Albtraum von Google. Denn dies hätte die Vormachtstellung im Geschäft mit Anzeigen rund um Suchmaschinen-Ergebnisse gefährden können. Google fährt hier den Großteil seiner Gewinne ein. Zu den Rivalen zählt Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing.

Mehr zum Thema

Veränderungen bei der Internetsuche, auch wenn sie einzelne Konkurrenten benachteiligt haben sollten, seien mit der Verbesserung des Produkts gerechtfertigt, erklärte die FTC. Google-Chefjustiziar David Drummond schrieb im Firmenblog, die Einstellung des Wettbewerbsverfahrens lasse nur einen Schluss zu: „Googles Dienste sind gut für die Nutzer und gut für den Wettbewerb.“

Das Kartellverfahren hing als Damoklesschwert fast zwei Jahre lang über Google. Jedoch hatte sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet, dass Google mit einem blauen Auge davonkommen würde. Der Internetkonzern willigte etwa ein, Werbetreibenden mehr Freiheiten bei ihren Online-Kampagnen einzuräumen. Zudem können externe Websites nun bestimmen, ob sie ihre Inhalte wie Restaurant-Tipps in speziellen Google-Diensten wiederfinden wollen oder nur in den klassischen Suchtreffern.

Auch auf einer anderen Baustelle kam Google den Wettbewerbshütern entgegen: Der Konzern wird seinen Konkurrenten den Zugriff auf grundlegende Smartphone- und Tablet-Technologien seiner Tochter Motorola gewähren. „Die von Google gemachten Zugeständnisse stellen sicher, dass Konsumenten weiterhin die Vorteile eines Wettbewerbs im Online- und Mobilfunkmarkt genießen können“, erklärte FTC-Chef Jon Leibowitz in Washington.

Noch offen ist jedoch der Ausgang eines ähnlichen Verfahrens vor der EU-Kommission als oberstem europäischen Kartellwächter. Auch hier steht der Vorwurf im Raum, Google habe in seiner führenden Internet-Suchmaschine Konkurrenten benachteiligt.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
EU-Kommissar Oettinger Wir haben das Spiel in der IT-Branche verloren

Warum hat Europa kein eigenes Google? EU-Internetkommissar Günther Oettinger hat darauf eine Antwort. Auf der Digitalkonferenz DLD sagt er auch, was er dagegen unternehmen will. Mehr

20.01.2015, 10:50 Uhr | Wirtschaft
Googles Vision von der totalen Vernetzung

Aktienkurse, Katzenvideos, Nachrichten: Wer im Internet sucht, der findet - und das meist mithilfe der Suchmaschine Google. Doch der Technologiekonzern will längst mehr sein: Das Internetunternehmen hat sich selbst zum Weltverbesserer erklärt. Und schraubt schon heute an einem komplett vernetzten Morgen Mehr

03.09.2014, 11:04 Uhr | Wirtschaft
SpaceX Raumfahrtunternehmen verbündet sich mit Google

Das amerikanische Unternehmen SpaceX steht für die Privatisierung der amerikanischen Raumfahrt. Nun will Google rund eine Milliarde Dollar in die Firma investieren. Mehr Von Roland Lindner und Christian Schubert

20.01.2015, 16:51 Uhr | Wirtschaft
ARD-Reportage Die geheime Macht von Google

Vier Milliarden User googeln sich täglich weltweit durch das Internet. Längst ist Google zum Navigator durch den Alltag geworden. Allein in Europa laufen 90 Prozent der Suchanfragen über Google. Google sortiert uns die Welt, sucht für uns und findet. Google dominiert das Internet - eine ungeheure Macht. Ist die Suchmaschine tatsächlich so objektiv und verbraucherfreundlich, wie sie scheint? Oder verfolgt Google Absichten, die die Interessen der Verbraucher in Wahrheit verletzen? Die geheime Macht von google - Einblicke in einen Milliarden-Konzern, der wie kein anderer unseren Alltag unter Kontrolle hat. Mehr

02.12.2014, 08:39 Uhr | Aktuell
Wem gehört das Netz? Entamerikanisiert endlich das Internet

Russland und China streben beide nach mehr Kontrolle im Internet. Doch die aggressivste Strategie fährt mit Abstand Amerika - und schert sich dabei wenig um internationale Regeln. Ein Gastbeitrag Mehr Von Evgeny Morozov

15.01.2015, 23:21 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.01.2013, 20:01 Uhr

Handsender fürs Garagentor

Von Holger Appel

Warum ist die deutsche Wirtschaft so erfolgreich? Weil sie den Mittelstand und Menschen wie Frau Leuschner, Frau Fischer und Herrn Hoelzl hat. Mehr 6

Hinweis
Die Redaktion