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Webcam von Devolo Das Wohnzimmer fest im Blick

Devolo verspricht eine Webcam, die im Handumdrehen startkar ist. Die dLAN Livecam kostet 130 Euro. Die Installation ist wirklich einfach, doch wichtige Funktionen fehlen.

© Hersteller Vergrößern Web-Auge ohne Recorder-Funktion: D-Lan Livecam von Devolo

Seit Smartphones und Tablets munter vor sich hin boomen, gewinnen auch Lösungen für den automatisierten Haushalt an Reiz: Mit einer App auf dem Heimweg schon mal die Heizung hochfahren, das hat doch einfach Charme. Ebenso nützlich sind Webcams, die stets das Tafelsilber im Blick haben und jeden Dunkelmann, der sich mit schnöder Entwendungsabsicht nähert, sauber ablichten. Allerdings sind die digitalen Beobachter nicht immer ganz leicht zu installieren, und deshalb verspricht sich der Aachener Hersteller Devolo einen sportlichen Wettbewerbsvorteil, wenn er eine Webcam anbietet, die im Handumdrehen startkar ist. Sie heißt dLAN Livecam und kostet im Starterpaket samt zusätzlichem Netzwerkadapter um 130 Euro. Wir haben sie eine Weile für den Wachdienst eingeteilt.

Tatsächlich waren die Vorbereitungen für den Einsatz in ein paar Minuten erledigt. Die Kamera gibt die digitalen Bildsignale über D-Lan aus, also einfach über das eigene Netzkabel. Über die Steckdose gelangen die Bildinformationen dann ins häusliche Stromnetz. Von dort müssen sie zum Router. Dafür sorgt der mitgelieferte D-Lan-Adapter, der aussieht wie ein Steckernetzteil. Er wird in eine Steckdose gestöpselt, die möglichst nahe am Router liegt, damit er dort die Daten wieder aus dem Stromnetz herausfiltert und über ein Ethernet-Kabel an die Heimnetz-Zentrale weiterleitet. Kamera und D-Lan-Adapter haben jeweils eine Verschlüsselungstaste. Drückt man die beiden Knöpfchen in kurzem Zeitabstand, tauschen die Geräte automatisch Schlüssel aus und sichern so die Verbindung vor unerwünschtem Zugriff.

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Im nächsten Vorbereitungsschritt gilt es, die App dLAN Cockpit auf iPhone, iPad oder Android-Gerät zu installieren. Sie verlangt zunächst nach der Eingabe der Kameranummer und eines Passworts. Wer mag, kann sogar mehrere Kameras anmelden. Ist das erledigt, kann die Überwachung auch schon beginnen: Die Software zeigt in einem Sichtfenster oder bildschirmfüllend, was das Kameraauge sieht. Im Heimnetz ruft die App die Bilder über W-Lan ab, unterwegs holt sie sich die Bilddaten über das Mobilfunknetz - ganz automatisch, ohne weitere Konfigurationsarbeiten. Einfacher geht es wirklich nicht.

Wer will, kann noch ein paar Details justieren, etwa die Bildqualität, den Kontrast und die Kamera-Auflösung: Raster bis zu 640 × 480 Pixel stehen zur Wahl. Außerdem lassen sich die Bilder elektronisch drehen und spiegeln. Eine virtuelle Fototaste speichert Einzelbilder aus dem Videostrom und archiviert sie im Smartphone oder Tablet. Wenn es dunkel wird, hält ein Ring aus Infrarot-Leuchtdioden die Szene sichtbar, wenn auch mit verfremdeten Farben.

Das alles gefällt auf den ersten Blick, aber auf den zweiten bleibt dann doch eine längere Wunschliste offen. Denn tatsächlich taugt die Kamera eigentlich nur dazu, gelegentlich nachzuschauen, ob alles noch an seinem Platz ist. Oder ob Opa noch brav in seinem Sessel sitzt und die Zeitung liest. Eine Bewegungserkennung wäre nötig, um im Ernstfall Alarm auszulösen. Und eine Aufzeichnungsmöglichkeit, etwa die Überspielung der Videos auf eine Dropbox, wäre unentbehrlich, um Beweise zu sichern, am besten gleich mit Ton: Auch auf den akustischen Part muss der Livecam-Besitzer leider verzichten. Und wenn schon Aufzeichnung, dann gleich mit gepuffertem Vorlauf, damit zum Beispiel ein Einbruch noch ins Bild kommt, bevor der Bösewicht die Kamera mit roher Gewalt außer Gefecht setzt.

Schön wäre obendrein, wenn sich die Blickrichtung der Kamera fernsteuern ließe. Zwar hat die Livecam ein vertikales und ein horizontales Drehgelenk, aber beide lassen sich nur von Hand bewegen. Handbetrieb ist auch gefragt, um das Objektiv scharfzustellen. So macht uns Devolos Starter-Paket nicht recht glücklich: Zwar lässt es sich vorbildlich einfach installieren, aber andere Hersteller bieten zu ähnlichen Preisen deutlich mehr sinnvolle Funktionen.

Quelle: F.A.Z.

 
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