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Waldbrand : Ökobomber

Das glaubt kaum jemand: Aber viel Ausstoß an Kohlendioxid lässt sich einsparen, wenn man mehr mit dem Flugzeug hin und her fliegt. Wie das? Indem man ein Löschflugzeug nimmt.

          Das glaubt kaum jemand, aber viel Ausstoß an Kohlendioxid lässt sich einsparen, wenn man mehr mit dem Flugzeug hin und her fliegt. Wie das? In jedem Sommer, der diesen Namen verdient, fallen in Südeuropa Waldbestände von der Größe Korsikas den Flammen zum Opfer. Dann beginnt wieder das Lamento über die Dürre, die angeblich schuld ist, dabei sind die Brände die Folge einer verfehlten Forstpolitik und in neun von zehn Fällen gezündelt. Hilfe kommt aus der Luft, freilich fehlt es offensichtlich an Löschflugzeugen. Der einzige Hersteller, der eigens für diesen Zweck konstruierte Wasserbomber anbietet, leidet unter Auftragsmangel, dabei sind die Kosten unbedeutend, gemessen an den Brandschäden, die sie verhindern könnten.

          Für die Klimapolitik sind die Feuer ein verheerender Schlag. Rechnen wir mal: Im deutschen Wald stehen durchschnittlich gut 300 Kubikmeter Holz auf einem Hektar. Für Südeuropa liegen keine Zahlen vor, realistisch ist etwa ein Drittel davon. Macht 150 Tonnen Kohlendioxid je Hektar, also rund 12 Millionen Tonnen, die sich infolge der Brände alljährlich nutzlos in Rauch auflösen. Dafür könnten 44 000 Porsche 911 Turbo jeweils eine Million Kilometer weit fahren. Die EU müht sich, das letzte Gramm Abgas aus dem Auspuff zu kratzen. Warum stellt sie keine schlagkräftige Flotte an Löschflugzeugen zusammen? Pläne dazu verstauben seit Jahren in der Schublade.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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