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Wahlkampf : Grüne Soße

Schon wieder ein kruder Vorschlag: Von 2015 soll es keine neuen Ölheizungen mehr geben. Gas verbrennt sauberer als Öl, das stimmt. Aber woher kommt das Gas, wenn keine Leitung liegt?

          Nun gut, es ist Wahlkampf. Da will man manches Geblubber der Politiker nicht so ernst nehmen. Aber eine Bitte an jene, die gewählt werden wollen: Lasst in allen Absichtsbekundungen die Themen Verkehr und Energie draußen. Kaum ist die schräge Forderung aus München nach einer Maut für Ausländer unter den Teppich gekehrt (sie gehört in die Ablage, weil auch der Machthaber in Bayern weiß, dass so etwas nicht geht), kommen die Grünen mit ihren kruden Vorschlägen. Von 2015 an keine neuen Ölheizungen mehr, weil die so dreckig sind, wird der Verbraucher belehrt. Gas verbrennt sauberer als Öl, das stimmt.

          Aber woher kommt das Gas, wenn keine Leitung liegt, sollen jetzt alle Tanks einbauen? Eine Ölheizung in Brennwerttechnik ist allemal besser als ein altertümlicher Gaskessel. Am ökologischsten ist ein Wollpullover - vorausgesetzt, er stammt vom Ökoschaf. Ein Totalverbot umweltbelastender Wärmeerzeugung erwarten wir im übernächsten Wahlprogramm der Grünen. Der Ölverzicht reiht sich ein in die Liste grünen Unfugs, der einst mit 5 Mark für den Liter Benzin seinen Anfang nahm und nach allerlei ähnlich gehaltvollen Zielen bisher in der fleischlosen Ernährung gipfelte. Frankfurter wissen: Grüne Soße ist etwas Feines. Auf dem Teller, nicht auf der Agenda.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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