Wer Ryanair buchen will, muss einiges aushalten. „Du Armer, die engen Sitze, das wird die Hölle.“ „Die nehmen nur Kraftstoff am Rande des Gesetzes mit.“ „Die Gurkerei nach Hahn würde ich nicht machen.“ Und Ähnliches mehr. Das weckt das „Jetzt-erst-recht-Gen“, außerdem ist der Urlaubsflug günstiger als der mit Lufthansa, Condor oder Air Berlin. Die „Gurkerei“ zum Flughafen Hahn dauert eine Stunde zwanzig, etwas nervig. Von da an aber geht es ruck, zuck. Das Auto wird nahe dem Terminal abgestellt, für 30 Euro je Woche (nicht am Tag). Der Check-in dauert zehn Minuten, auch weil Ryanair vorab Online-Check-in verbindlich fordert und rigoros auf Größe und Gewicht des Gepäcks achtet.
Das Flugzeug - eine moderne, saubere Boeing 737-800 - parkt direkt vor dem Terminal, nach zwei Minuten ist man drin. Sitzplatzreservierung kostet extra, also hat niemand eine, doch alle sortieren sich irgendwie. Sitze ohne Lehnenverstellung, ohne Netze, keine Zeitung, die zwei Stunden wird das auszuhalten sein. Fünf Minuten früher als erwartet rollt die Maschine zum Start. Planmäßiger Abflug 13 Uhr, tatsächlicher Abflug 13 Uhr. Die Verkaufsveranstaltung der Stewardessen (Getränke, Panini, Rubbellose) ist eine Show. Planmäßige Ankunft 15 Uhr, tatsächlich 14.50 Uhr. Saubere Landung. Das Publikum klatscht. Jungs, so geht das nicht. Was wird denn jetzt aus den ryanweisen Vorurteilen?
Jeder wie er will
Achim Gloger (torquerulesok)
- 30.08.2012, 13:01 Uhr