Home
http://www.faz.net/-gy9-74mvs
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 27.11.2012, 16:32 Uhr

Versandhändler Otto 50.000 Kunden nutzen Gutschein-Panne

Beim Versandhändler Otto waren am Wochenende Gutscheine einlösbar, die gar nicht ausgegeben wurden. Das sprach sich im Netz schnell herum.

© otto.de, Bildschirmfoto

Rund 50.000 Kunden haben beim Versandhändler Otto am Sonntag nach Herzenslust Waren bestellt und dabei Gutscheine eingelöst, die es gar nicht gab. Eine technische Panne bei Otto hatte sich in Windeseile über diverse Gutschein-Portale im Internet herumgesprochen, war über Facebook und Twitter weitergereicht worden und hatte den Bestellboom ausgelöst. Der Wert der so bestellten Waren erreichte nach Angaben einer Unternehmenssprecherin vom Dienstag einen hohen einstelligen Millionenbetrag; zwei Drittel davon entfielen auf den Wert der vermeintlichen Gutscheine. Otto hat die Bestellungen storniert.

Auf den Otto-Bestellseiten gibt es in der Eingabemaske für den Besteller die Möglichkeit, einen Gutschein-Code einzulösen. Otto vergibt diesen Code zum Beispiel bei Gewinnspielen. Einige Nutzer hatten offenbar durch Probieren eine fünfstellige Zahl ermittelt, die bei Otto als Code funktionierte - das Bestellsystem akzeptierte den Gutschein. Innerhalb kurzer Zeit kamen aus dem Internet weitere leicht abgewandelte Codes dazu, die ebenfalls angenommen wurden. Am Ende waren rund 40 Zahlenkombinationen in Umlauf, die zu Rabatten von 88 bis 400 Euro führten. Dann stellte Otto den Fehler ab und stoppte die Bestellungen.

Bei Otto war es bereits 2009 zu einem technischen Fehler gekommen, als teure Notebooks zum Preis von 49,90 Euro angeboten wurden. Damals erhielten knapp 2600 Kunden statt der Ware einen Gutschein. Damit sei in diesem Fall aufgrund der hohen Zahl der Bestellungen nicht zu rechnen. Es sei kein Vertrag über den Erwerb der Ware unter Einlösung des Gutscheins zustande gekommen; das gelte auch, wenn der Eingang der Bestellung bestätigt wurde. „Wir bedauern den Fehler sehr und entschuldigen uns bei den Kunden für die entstandenen Irritationen“, sagte eine Otto-Sprecherin.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Umsonst-Internet in Indien Will Facebook uns alle versklaven?

Facebook möchte Indien erobern. Dafür will Mark Zuckerberg das Schwellenland sogar mit einem kostenlosen Internetservice beglücken. Führt er damit wirklich nur Gutes im Schilde? Mehr Von Christoph Hein

08.02.2016, 08:31 Uhr | Wirtschaft
Fahrbericht Seat Leon X-Perience

Dem Seat-Kunden muss der Leon X-Perience als Schlechtwegekombi die Wartezeit bis zum Vollwert-SUV verkürzen. Dabei gibt er sich nicht immer geschmeidig, ist aber weit mehr als ein Lückenbüßer. Mehr

10.02.2016, 10:46 Uhr | Technik-Motor
Kurznachrichtendienst Twitter hat Twitter nicht verstanden

Timeline-Umstellung, Zeichenbegrenzung, Trolle: Twitter ignoriert die Wünsche seiner Nutzer seit Jahren. Kein Wunder, dass die abwandern. Bekenntnisse einer Heavy Userin. Mehr Von Andrea Diener

11.02.2016, 13:28 Uhr | Feuilleton
Maßarbeit Laufkleidung Individuell

Eine Regenerationshose nach Maß bietet der Hersteller CEP seinen Kunden. Die kommt direkt aus dem 3D-Scanner oder wird vom Händler vermessen. Auf der ISPO in München konnte man das Scannen live erleben. Mehr

04.02.2016, 13:24 Uhr | Sport
Bargeld Ich habe bar gezahlt

Die Bundesregierung will Bargeldgeschäfte über 5000 Euro verbieten. Aber wer zahlt überhaupt so große Beträge mit Scheinen – und wofür? Wir haben uns mal umgehört. Mehr Von Christian Siedenbiedel

05.02.2016, 14:17 Uhr | Wirtschaft

Strippen strappen

Von Lukas Weber

Kabellose Elektrik ist etwas Feines, sie macht so schön unabhängig von der Steckdose. Doch auch der beste Akku braucht Futter. Mehr 1 1

Hinweis
Die Redaktion