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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Verpackung Müll on tour

 ·  Drei, zwei, eins - Restmüll: Wer öfter Erfolg bei Web-Auktionen hat, erlebt mit Regelmäßigkeit Gegensätzliches. Doch wir wurden neulich auch von einem großen Internet-Kaufhaus enttäuscht.

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Drei, zwei, eins - Restmüll: Wer öfter Erfolg bei Web-Auktionen hat, erlebt mit Regelmäßigkeit Gegensätzliches. Das eine wie das andere hat nur mittelbar mit den ersteigerten Dingen selbst zu tun, und zwar insofern, dass diese für die Lieferung verpackt werden müssen. Da hapert es gewaltig: mal ist es zu wenig Umhüllung, Mal entschieden zu viel.

Vorzugsweise die Versender von Angeboten wie „Edle Sektkelche mit Gustav Klimt Motiven“ sind von der Robustheit ihrer Waren bis zur Sorglosigkeit fest überzeugt. Aber auch manches schöne und seltene Buch oder Bild kommt in jämmerlichem Zustand an, weil ihm kaum mehr als ein zum zweiten oder dritten Mal verwendeter Briefumschlag als Verpackung gegönnt wurde. Der ist dann nicht nur aufgerissen, sondern hat auch noch so weit aus dem Briefkasten geguckt, dass alles zusammen nur noch Pappmaché ist. Vollends verzweifeln kann man, wenn die ersteigerte Kugelleuchte zwar rund um das bauchige Glas herum mustergültig gegen Stöße abgepuffert worden ist - die schweren und scharfkantigen Metallteile für die Montage aber locker in den Glasbauch gelegt wurden, was diesem natürlich nicht gut bekommen konnte. Reklamation? Vergiss es. „Ich habe doch extra Styropor drum herum gemacht.“

Aber auch im entgegengesetzt gelagerten Fall ist ein Empfänger ärgerlich häufig zur Nebentätigkeit als Abfallsortierer gezwungen. Denn schwarze Schafe unter den Anbietern entsorgen zusammen mit der Ware auch gleich noch irgendwelche gammeligen Schaumgummi-Reste, Holzwolle und anderen Dreck per Post. Deklariert wird das Ganze als Schutz- und Polstermaterial, das dem Käufer unter Versandkosten auch noch in Rechnung gestellt wird. Der darf das Konglomerat dann auseinandernehmen und in drei verschiedene jener mittlerweile vier Tonnen stopfen (Wertstoff, Papier, Restmüll), die im Hof stehen.

Zum Glück ist diese ärgste Form des postalischen Mülltourismus die Ausnahme, polstern die meisten Verkäufer ihre Pakete doch mit Zeitungspapier aus. Für Ärger sorgt die Auktionspost trotzdem regelmäßig. Denn das Auktionsgut wird für den Versand gerne auch äußerlich gesichert, indem der Absender diverse Klebebänder gleich meterweise um den (gebrauchten) Karton wickelt. Jeder Versuch, diese Rouladen aus pappigem Plastik und labbriger Pappe in Wertstoff-Fraktionen und Müll zu trennen, strapaziert Geduld und Fingernägel. Dann doch lieber einen Euro auf das Porto draufgeschlagen und eine ordentliche Verpackung gekauft.

Sind solche Schwächen in der Logistikkette bei privaten Verkäufern irgendwie noch zu verstehen, verblüfft die Unfähigkeit manches Profi-Versenders: Wir haben neulich bei einem großen Internet-Kaufhaus das filigrane Modell einer Landmaschine geordert. Die Verpackungsabteilung stopfte das Produkt samt seiner schützenden Plexiglas-Haube aber mit den Schmalseiten derart kraftschlüssig in den Karton, dass jeder noch so kleine Stoß ungedämpft übertragen wurde, während nebendran die Luftpolster wirkungslos im Päckchen schlabberten. Natürlich brach eine Kante auf dem Transport. Also: Rücksendung, zweiter Versuch - und gleiches Ergebnis. Nun wurde direkt im Markenshop geordert, und der Mini-Mähdrescher kam endlich wohlbehalten an - ganz ohne Bruch und Schmutz und Restmüll. Das freut die Umwelt - und die Nerven.

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