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Verpackung Das Ungetüm

Falls es einen Preis für die schönste Kameraverpackung geben sollte, wäre die Marke Lomography unbedingt ein sicherer Kandidat für vordere Plätze.

Prämiert irgendwer irgendwo die schönsten Kamera-Verpackungen? Bekommen Behältnisse Preise, die nicht nur ein Triumph raumökonomischer Verschachtelung von Kamera, Kabeln, Linsen, Akku und dem Bändchen zur Befestigung des Objektivdeckels sind? Sondern solche, die das Nötige und Nützliche des Schutzes womöglich mit einem bisschen Chic und Pfiff verbinden? Falls es dafür Belobigungen geben sollte, wäre die Marke Lomography unbedingt ein sicherer Kandidat für vordere Plätze. Bei manchen ihrer Matschlinsen-Modelle ist die originell präsentierende Verpackung das Hübscheste, was sich je mit dem - bewusst - trashigen Knipsen anstellen lässt. Und wie es mit den meisten schönen Dingen so geht - sie sind vergänglich: Einmal ausgepackt, bekommt man das Ensemble aus Plastik, Booklet und Schachtel nie wieder genau so zusammen, wie es flinkfingrig in China gepackt wurde.

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Hans-Heinrich Pardey Folgen:  

Am ersten Werktag im neuen Jahr war es mal wieder soweit: Der Mann von UPS stand vor der Tür und überreichte das Päckchen mit der neuen Belair X 6-12. Bislang waren Kameras, die 6 × 7 und 6 × 9 Zentimeter große Bilder auf Rollfilm bannen, die größten Mittelformat-Kaliber in der Kamera-Vitrine. Und wie so eine Zeiss Ikon Nettar ist die Belair eine Klappkamera mit einem Balgen. Sie macht mit Zeitautomatik (schnellste Verschlusszeit 1/125 Sekunde) bei Blende 8 oder 16 gerade mal sechs 6 × 12 Zentimeter große Bilder auf einen 120er-Rollfilm und kann - mit entsprechenden Einlegemasken - auch 6 × 9 und 6 × 6. Zwei bescheidene Wechseloptiken mit Brennweiten von 90 und 58 mm gehören zum Set. Das entspricht im Kleinbildformat weitwinkligen Brennweiten von etwa 32 und 21 mm. Der Lomography Shop hielt auch Glaslinsen von Zenith als aufpreispflichtiges Zubehör feil. Wer sich vor Weihnachten ranhielt mit dem Bestellen, konnte dicke Vorbesteller-Rabatte von 30 Prozent realisieren - auf einen Preis, der von den ersten Belieferten netzweit als viel zu hoch für das Gebotene belästert wurde. Da die Offerten bei Lomography so zahlreich wie ziemlich unübersichtlich sind: Pi mal Daumen 250 Euro kostet die abgebildete Kamera mit zwei Objektiven.

Über manche Meckerei lässt sich nur schmunzeln. Da wird etwa ein vorstehendes Metallteil bekrittelt. Nun, so etwas hatte in der guten alten Zeit der Klappkameras so gut wie jede, mal einklappbar, mal nicht wie an der Belair. Das ist nichts anderes als ein Füßchen, damit man die Kamera waagrecht stellen kann, auch wenn das Objektiv ausgeklappt ist. Bei einem schweren Glasobjektiv wie bei den 6 × 9-Antiquitäten war das allerdings wichtiger als bei dem „Linsenstück“ der Belair. Ach, die Poesie der Betriebsanleitung allein ist doch das Geld wert, Leute! Lensboard, das Linsenstück, lomographischer geht’s doch nicht.

Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 07.01.2013, 14:51 Uhr

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Von Georg Küffner

Da sitzen sie in ihren Amtsstuben und lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Sie machen sich darüber Gedanken, wie man aus Brennstoff fressenden Alt-Immobilien ökologische Musterknaben machen kann. Mehr 1 10

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