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Verlag des Jahres : Blogs am Ende

Sascha Pallenberg heißt der Blogger des Jahres. Mit einem Blog hat sein Webauftritt aber nichts mehr zu tun. Man sollte den Begriff Blogger endlich zu Grabe tragen.

          Sascha Pallenberg heißt der Blogger des Jahres. Der Preis wird rückwirkend für das vergangene Jahr verliehen. Zum Debüt dieser Auszeichnung 2007 gab es in der Tat noch Blogger: Leute, die im Internet auf ihren eigenen Seiten unentgeltlich veröffentlichten, und damit journalistische oder schriftstellerische Talente unter Beweis stellten oder auch nicht. Als Fan eines oder mehrerer Blogs sprang man täglich von Seite zu Seite, um neues Lesefutter aufzuspüren.

          Heute gibt es diese Blogs zwar noch immer, sie sind jedoch bedeutungslos. Die Blogger von früher schreiben entweder direkt auf den Seiten der etablierten Verlage oder sie sind, wie Sascha Pallenberg, mit professionellem Webauftritt, mit hohen Besucherzahlen, Werbung, Sponsoren und fest angestellten Mitarbeitern nichts anderes als, sagen wir es ruhig: Verleger.

          Pallenberg verdient gutes Geld mit seiner Seite, seine Digital- und Monetarisierungsstrategie ist aufgegangen. Mit einem Blog hat das alles nichts mehr zu tun. Man sollte den Begriff Blogger endlich zu Grabe tragen. Wer damit Erfolg hatte, ist mittlerweile wie Pallenberg ein Verleger. Wer nicht, schreibt bei Facebook. Statt des Bloggers des Jahres wünschen wir uns für 2017 den Verlag des Jahres. Dass es so kommen muss und wird, zeigt der ebenfalls verliehene Preis für den „Besten Blogger ohne Blog“. Er ging bezeichnenderweise an einen Kollegen vom „Tagesspiegel“.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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