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Freitag, 10. Februar 2012
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Zum Tod von David Warren Vater der Black Box

22.07.2010 ·  David Warren ist im Alter von 85 Jahren gestorben. Er gilt als Vater des Flugschreibers, der sogenannten Black Box. Warren stellte sich in den Fünfzigerjahren die Frage, ob es nicht möglich sei, wichtige Daten eines Fluges aufzuzeichnen.

Von Dieter Vogt
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In Melbourne ist im Alter von 85 Jahren Dr. David Warren gestorben, ein Luftfahrtpionier, der weithin unbekannt geblieben ist. Dabei hat Warren einen bedeutenden Beitrag zur Sicherheit des Luftverkehrs geleistet. Er gilt als Vater des Flugschreibers, der sogenannten Black Box. In den fünfziger Jahren entwickelte er ein noch recht primitives Gerät, das vier Stunden lang verschiedene Messdaten eines Fluges aufzeichnen konnte. Mit den heute üblichen digitalen Flugschreibern, die Hunderte von Parametern festhalten, hatte Warrens Gerät noch so wenig gemeinsam wie Konrad Zuses Rechenmaschine mit modernen Computern.

David Warren, Jahrgang 1925, war das erste weiße Kind, das in einer entlegenen Missionsstation auf der Insel Groote Eylandt im Norden Australiens geboren wurde. Nach dem Studium in Sydney gehörte der Chemiker Warren viele Jahre zum wissenschaftlichen Stab des militärischen Luftfahrtforschungslabors (Aeronautical Research Laboratory, ARL) in Melbourne. Als Treibstoffspezialist wurde er in eine Kommission berufen, die in den fünfziger Jahren die rätselhaften Comet-Unfälle aufklären sollte. Die britische Comet, das erste Düsenverkehrsflugzeug der Welt, war wegen Materialermüdung von einer folgenschweren Unfallserie mit vielen Todesopfern betroffen.

Es dauerte fünf Jahre

Warren stellte die Frage, ob es nicht möglich sei, wichtige Daten eines Fluges aufzuzeichnen. Nach einem Absturz, der keine Zeugen hatte und keine Überlebenden hinterließ, konnte eine solche Datensammlung wertvolle Hinweise auf die Ursache liefern. Und warum nicht auch die Geräusche und Gespräche im Cockpit speichern? Warren war nicht der erste, der auf diese Ideen kam. Im französischen Flugtestzentrum Marignane hatte man bereits vor dem Krieg mit der Aufzeichnung von Flugdaten auf Fotopapier experimentiert. Warren entwickelte im Jahr 1956 mit geringen Mitteln den Prototypen eines Flugschreibers: ARL Flight Memory Unit. Weder die Luftfahrtindustrie noch die Fluggesellschaften zeigten zunächst daran Interesse. „Es dauerte fünf Jahre, bevor der Sinn eines solchen Schreibers erkannt wurde, und weitere fünf Jahre, bis die Maschine in den Cockpits australischer Maschinen vorgeschrieben wurde“, teilte das Verteidigungsministerium nun dazu mit.

Die Entwicklung des Flugschreibers vollzog sich dann überwiegend in Amerika. Frühe Geräte registrierten auf Draht oder Metallfolie fünf Messdaten: Zeit, Höhe, Kurs, Geschwindigkeit, Vertikalbeschleunigung. Als „die zuverlässigsten Zeugen eines Unfalls“ zählen Flugschreiber heute zur Ausrüstung aller Verkehrsflugzeuge. Die auf Magnetband oder Speicherkarten gesammelten Daten werden durch ein nahezu unzerstörbares, feuerfestes Gehäuse aus Stahl, Fiberglas und Isoliermaterial geschützt. Die Black Box, die in Wahrheit nicht schwarz, sondern grell orangefarben ist, so dass man sie auch findet, übersteht fast jedes Unglück.

Dem Forscher wurden späte Ehrungen zuteil, darunter der australische Verdienstorden (“Order of Australia“). Die letzte Auszeichnung: Die Fluggesellschaft Qantas tauft einen Airbus A380 auf den Namen „David Warren“.

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