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Aktualisiert: 19.03.2015, 16:53 Uhr

Freitag ab 9.38 Uhr Das müssen Sie über die Sonnenfinsternis wissen

Am Freitag erwartet Deutschland eine Sonnenfinsternis. Zum Super-Spektakel totale Sonnenfinsternis fehlen nur ein paar Prozent. Spannend wird es trotzdem. Und bitte einen Tipp streng befolgen.

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© F.A.Z. Sonnenfinsternis: 20. März 2015

Gut 100 Kilometer Stau auf der A5 zwischen Frankfurt und Karlsruhe. Diese Durchsage im Autoradio vergessen wir nie. Es war der 11. August 1999, und offenbar war ganz Deutschland auf dem Weg in den Süden. Nur dort war die Sonnenfinsternis total und damit ein Once-in-a-lifetime-Erlebnis.

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Jetzt, an diesem Freitag, darf sich Deutschland zumindest auf eine partielle Finsternis freuen, total ist diese Eklipse über dem Nordpolarmeer innerhalb eines rund 110 Kilometer breiten Streifens durch den sich der Mondschatten mit rund 2400 km/h bewegt. Nur die Inselgruppen Färöer und Spitzbergen liegen in dieser Zone, in der die Finsternis am Tag für rund zweieinhalb Minuten vollkommen ist.

In Deutschland ist der Norden dieses Mal im Vorteil: Je nördlicher, desto größer ist die Bedeckung. Für Hamburg ist sie prozentual gesehen fast so hoch wie bei dem unvergessenen Ereignis im Sommer 1999. Mit einer Bedeckung von gut 70 Prozent in Freiburg und mehr als 80 Prozent in Schleswig-Holstein gehört die partielle Finsternis am Freitag zu jenen, bei denen sich das teilweise Verdunkeln der Sonne schon bemerkbar macht.

Zum Super-Spektakel totale Sonnenfinsternis fehlen nur ein paar Prozent. Spannend wird es trotzdem. Das Himmelsschauspiel beginnt in Frankfurt morgens um 9.38 Uhr mit dem ersten Kontakt (der Mond berührt die Sonne) und endet um 11.49 Uhr mit dem Austritt des Mondschattens aus der Sonne. Ihren Höhepunkt hat die Finsternis je nach Standort zwischen 10.30 Uhr und 10.45 Uhr. Der Mond wird stets von rechts (Westen) nach links (Osten) durch die Sonnenscheibe wandern.

© DPA, afp Videografik: Wie funktioniert eine Sonnenfinsternis?

Die alte und erste Grundregel fürs Beobachten kann nicht oft genug wiederholt werden: Nicht mit bloßem Auge in die Sonne schauen, und erst recht nicht mit einem Fernglas oder gar mit einem Teleskop, dessen Benutzung zum sofortigen Erblinden führen kann. Diese Gefahr darf niemals unterschätzt werden. Finger weg von ungeschützten Ferngläsern und Fernrohren und in der Gruppe darauf achten, dass nicht etwa ein Kind auf die Idee kommt, mit dem Glas in die Sonne zu schauen. Zum Beobachten braucht man geeignete Filter, um die Augen nicht zu schädigen.

Sonnenbrillen, berußte Glasscheiben, geschwärzte Filme oder gar CD reichen auf keinen Fall aus, da sie die Wärmestrahlung der Sonne nicht genügend absorbieren. Schutzbrillen mit speziellen Filterfolien sind sicher und lassen nur etwa ein Hunderttausendstel des Sonnenlichts passieren. Wo sind nur die Brillen vom August 1999? Im Gegensatz zu damals verkaufen Drogerieketten wie DM keine Schutzbrillen, man muss sich zum Optiker oder zu Spezialgeschäften bemühen (Baader Planetarium). Auch Amazon liefert: Fünf Stück für 14,90 Euro.

Spezialbrille für Sonnenbeobachtung © dpa Vergrößern Spezialbrille für die Beobachtung der Sonne

Eine andere Möglichkeit, um mehreren Beobachtern in einer Gruppe die gefahrlose Beobachtung zu ermöglichen, ist das Benutzen eines kleinen, stativmontierten Feldstechers, hinter den man ein Stück weißen Karton hält, um die zunehmende Bedeckung der Sonnenscheibe in der Projektion zu verfolgen. Vorsicht bei der Ausrichtung der Optik auf die Sonne. Die Gefahr des Erblindens darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

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