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Werkzeuge und Maschinen für Erdlöcher Erdbewegungen mit Drehmoment

 ·  Der Schweiß des Gärtners und die Schwielen an seinen Händen: das Ergebnis ein simples Loch im Erdreich. Mit dem richtigen Werkzeug lässt sich viel Mühe sparen.

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© Hersteller Starker Schrauber: Meterlange Schraubfundamente lassen sich mit Bagger und Eindrehmaschine selbst in felsige Böden drehen

Löcher im Boden, im Garten sind sie die wichtigste Vorstufe für neue Gestaltungen. Pflanzen, Zäune oder Gartenlauben, aber auch was der Be- und Entwässerung des Grundstücks dient, nichts lässt sich verwirklichen, ohne Spaten und Schaufel. Doch sie erweisen sich rasch als zu weitgreifend, wenn es um eng begrenzte Grabungen geht, beispielsweise um Punktfundamente für Pfosten. Schließlich soll ja nicht der ganze Garten umgegraben werden, sondern es ist nur ein passendes Erdloch auszuheben. Schippen oder Schüppen erweisen sich hierfür als zu breit, und auch mit Spaten lassen sich Erde, Sand und Steine nur schwerlich aus engen Löchern holen.

Dann wird die geplante Sichtschutzwand rasch zur Großbaustelle. Die Grabung ufert aus, so dass für das Fundament eine Verschalung gesetzt muss, die nach dem Aushärten des eingefüllten Betons wieder zu entfernen ist, bevor wieder zugeschaufelt werden kann. Alles Mehraufwand, Verzögerungen und zusätzliche Arbeiten, die sich vermeiden lassen, beispielsweise mit einem Erdlochausheber.

Der gemeine Erdlochausheber

Der Erdlochausheber besteht aus zwei gebogenen Schaufeln, deren Stiele scherenartig verbunden sind. Zweihändig geführt, wird diese Konstruktion mit halbgeöffneter Schere in den Boden gestoßen, dann das Erdreich zwischen den Schaufeln gegriffen und ausgehoben, indem man die Holzgriffe zusammendrückt, das Gerät so aus dem Loch zieht und daneben die Erde ablädt.

Kleinere Erdlochausheber stechen Löcher bis zu gut 20 Zentimeter Durchmesser, größere über 30 Zentimeter. Produziert werden Erdlochausheber unter anderen vom Herdecker Hersteller Idealspaten-Bredt (www.idealspaten.de), der mit seinem Ideal-Erdlochausheber Ruhr-Dachs auch ein Produkt hat, mit dem der Gärtner 125 Millimeter runde Löcher in den Boden stanzt. Die Preise beginnen bei knapp 50 Euro.

Das Hebeprinzip der zusammengedrückten Schaufeln funktioniert gut bei Boden mit einem gewissen Feuchtigkeitsgrad, der in sich haftet. Feiner Kies, trockener Sand oder wässriger Schlamm bieten nicht genügend Widerstand, um sich greifen und heben zu lassen. Dieses Problem umgeht der Handbagger HSB 104, der das Erdreich mit zwei Schaufeln greift. Durchs Schließen der Schaufeln lassen sich lose und matschige Untergründe, andererseits auch sperrige Gegenstände wie Steinbrocken oder Kabelstränge fassen und befördern.

Bewegt werden die beiden Schaufeln vom Handgriff aus über zwei ineinanderlaufende Stahlrohre. Die Kippbewegung des Griffs schließt und öffnet die Schaufeln. Da diese auch einhändig bedienbare Konstruktion des gut einen Meter hohen Geräts nicht seitlich auslädt, lassen sich Löcher bis zur Gesamtlänge des Handbaggers, ja sogar auf Armlänge unter der Erdoberfläche ausheben. Bei normaler Handhabung umfasst eine Hand den Baggerstiel, während die andere am Griff liegt und schwungvoll zusticht. Die rechteckige Baggerschaufel mit dem Kantenmaß von 160 Millimeter gräbt Löcher mit einem quadratischen Grundriss, wie gemacht für Betonfundamente.

Mit 205 Euro ist der HSB 104 nicht billig, wohl aber preiswert in Anbetracht der soliden handwerklichen Ausführung. Tatsächlich handelt es sich bei dem Gerät, dessen Mechanik ohne Verschraubungen auskommt, um eine Kleinstserie, die vom Ingenieurbüro Bernd Fähnrich qualitativ hochwertig gefertigt und nun unter www.handbagger.de selbst vertrieben wird.

Ganz ohne Muskelkraft, Traktor vorausgesetzt

Während sich Handbagger und Erdlochausheber eher für weichere Untergründe eignen, in denen sie per Muskelkraft buddeln können, lassen sich härtere Böden mit einem Erdbohrer lockern oder bei kleineren Lochdurchmessern sukzessive gar ausheben. Die Preisskala der Handerdbohrer liegt, beginnend bei knapp 50 Euro, etwa gleich mit Erdlochaushebern. Deutlich teurer wird die professionelle Variante mit Motorkraft: Ein Einmann-Bohrgerät wie beispielsweise der Erdbohrer Stihl BT 121 mit 1,8 PS kostet 1000 Euro, ein Zweimann-Gerät mit mehr als doppelter Motorleistung schon 2000 Euro.

Hierin sind die gut ein- bis dreihundert Euro für das Bohrwerkzeug, dessen Preis je nach Umfang und Erdbohrgerät variiert, nicht enthalten. Für die Kosten einer Kombination von Maschine und Bohrer gibt es schon Erdbohrer für den Zapfwellenantrieb von Schleppern, mit denen sich der Erdaushub ganz ohne Muskelkraft nach oben befördern lässt, Traktor vorausgesetzt.

Wer aber gar kein Loch im Garten will, sondern nur ein sicheres Fundament für seine Bauten braucht, der kann auch direkt zur Erdschraube greifen, die Klaus Krinner in Straßkirchen produziert. Der Trick bei dieser Fundamentvariante liegt darin, dass sowohl auf Löcher als auch auf Beton verzichtet wird. Stattdessen ist das Eisen, das dem Aufbau Halt verleihen soll, selbst sein Anker: Das Schraubgewinde fixiert es im Boden, der durch die konische Form der inwendig hohlen Erdschraube beim Eindrehen verdichtet wird.

Längst hat sich diese Art des Baus bei großen Bauten wie Photovoltaik-Freiflächenanlagen oder beim Bühnen- und Hallenbau bewährt. Die Möglichkeit, ohne großen Aufwand eine tragfähige Basis zu schaffen, die sich genau so rasch, problemlos und ohne Rückstände wieder abbauen lässt, zeichnet die Erdschrauben aus. Das Spektrum ist groß und reicht bis zu meterlangen Schraubfundamenten, die sich mit eigens entwickelten Eindrehmaschinen senkrecht in den Boden setzen lassen.

Für den Zaunbau aber genügen die kleinsten Schrauben des Sortiments, entweder 65 Zentimeter lang in Metall für 15 Euro oder die kürzere Kunststoffvariante mit 55 Zentimeter für 10 Euro. Während die kurzen Metallhülsen auch mit einer Eindrehstange versenkt werden können, braucht es für das manuelle Eindrehen der Kunststoffhülse einen speziellen Schlüssel, der von oben in ihre konische Öffnung gesteckt wird, so dass sie mittels eines T-Griffs in weichen bis mittelfesten Boden eingeschraubt werden kann. Klaus Krinner - bekannt geworden durch seine Christbaumständer, die Bäume mittels Seilzugs fixieren - hat nicht nur einfache Schraubhülsen, sondern zahlreiche Ausführungen und Adapter im Programm, beispielsweise mit U-Eisen, in denen sich Vierkantpfosten verschrauben lassen.

Doch auch wer lediglich den Zaunpfahl in die konische Hülse steckt, kann sich sicher sein, dass er hält: Ein spezielles Granulat, das Krinner mitliefert, umfasst den Stab und arretiert ihn. Wer mit Krinners Technik eine neue Rechnung aufmacht, muss in die Kalkulation einbeziehen, dass diese Bauweise Zement, Arbeit und vor allem Zeit spart. Nur auf eines muss der Bauherr verzichten: auf ein ausgehobenes Loch im Boden.

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Von Michael Spehr

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