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Verkehrstelematik Der Phantomstau

 ·  In der vergangenen Woche stand wieder einmal ein ambitioniertes Verkehrsinformationssystem im Zentrum der Kritik: der „Ruhrpilot“. Er sollte ein Leitsystem für die Mobilität im Ruhrgebiet sein. Es ist aber eher eine Leidensgeschichte.

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Seit mehr als zehn Jahren ist dieses Versprechen immer wieder zu hören: freie Fahrt auf den Autobahnen und Bundesstraßen dank Telematik. Pfiffige Technik soll die Verkehrsströme erfassen, Informationen über Engstellen weiterleiten und aktuelle Fahrempfehlungen ins Auto schicken.

Wer mit seinem Navigationssystem als Vielfahrer unterwegs ist, weiß zwischen Versprechungen und Realität zu unterscheiden. Kein Stau ist wie der andere. Bei „Zwei Kilometer Stau“ die Autobahn zu verlassen ist so gut wie nie angesagt. Denn der Umweg über Bundes- und Landstraßen dauert deutlich länger als die Schleichfahrt auf der Autobahn.

Messstellen seien nicht einsatzbereit

In der vergangenen Woche stand wieder einmal ein ambitioniertes Verkehrsinformationssystem im Zentrum der Kritik: der „Ruhrpilot“, der ein Leitsystem für die Mobilität im Ruhrgebiet sein will. Es ist eher eine Leidensgeschichte. Die Kollegen von „Der Westen“ haben das System getestet: „Von zwölf im Internet angezeigten Staus in Essen war nicht einer wirklich vorhanden.“ Messstellen seien nicht einsatzbereit, und statt aktueller Livedaten würden historische Durchschnittswerte angezeigt. So komme es zu Phantomstaus.

Der „Ruhrpilot“ ist nur ein Beispiel für das Scheitern solcher und ähnlicher Angebote. Auch die kostenpflichtigen Telematikangebote für Navi-Systeme von Tom Tom und anderen Herstellern versprechen viel - und bringen im praktischen Einsatz so gut nichts. Der vermutlich nächste Flop: Die „Car 2 Car“-Kommunikation mit einem Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen - seit Jahren immer wieder als „neu“ und „revolutionär“ angekündigt. Wirkungsvoll ist nur eins: mehr Straßen, besserer Ausbau, mehr Spuren auf der Autobahn. Das weiß jeder Vielfahrer. Aber in diese Richtung darf man ja gar nicht mehr denken.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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