15.02.2013 · Badezimmerarmaturen wird das Sparen beigebracht. Dabei droht zumindest in Deutschland keine Wasserknappheit. Wichtiger für die Umwelt ist, das Wasser beim Gebrauch möglichst wenig zu verschmutzen.
Von Georg KüffnerRichtlinien für Lesermeinungen
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Spar-Wasserhähne sind etwas ganz tolles -
Endlich werde ich zum Kartoffelkochen weniger Wasser brauchen, auch die Kaffeekanne wird mit weniger Wasser gleich voll, und von den Ersparnissen beim Baden will ich gar nicht reden.
"...Wichtiger für die Umwelt ist, das Wasser beim Gebrauch
möglichst wenig zu verschmutzen..."
Dann sollte man einfach nur noch duschen, wenn man sauber ist. Zu
Senkung der KFZ-Verbräuche könnte man innerhalb der EU auch
dazu übergehen, neue Straßen nur noch bergab zu bauen. Oder
zur Senkung der Energieverbräuche einfach auch mal ein Fenster
weglassen und das Licht in Säcken ins Haus tragen.
und dazu eine Portion Sparskepsis und man bringt die geneigte
Leserschaft wieder in Wallung, wenn der gemeine Kunde die Vorzüge
einer Vielfalt von Energiesparlampen entdeckt hat und mit dem Gedanken
spielen könnte, dass die Knebelung durch die EU nicht ganz so
existenzbedrohend ist, wie das mancherorts vorstellbar wäre.
Meine bessere Hälfte findet nichts dabei, eine halbe Stunde unter
dem elektrisch angewärmten Wasserstrahl zu verbringen und meine
Appelle verhallen ungehört.. Daher kann ich solchen
Überlegungen durchaus Sinn abgewinnen und voraussage Geheule bei
der nächsten Stromrechnung, deren Höhe dann wieder anderen
Umständen zugeschrieben wird; immer dasselbe.
dass die EU-Richtlinien so sind, wie sie sind, liegt halt daran, dass sie den Wasserverbrauch in Deutschland oder Schweden mit dem in Andalusien oder auf griechischen Inseln unter einen regulatorischen Hut kriegen wollen. Was im wasserreichen Nordeuropa kein Problem ist: höhere Pauschalpreise und niedrige Verbrauchspreise, würde in Spanien, wo die Wasserbilanz tatsächlich kritisch ist, die Landwirte und die Leute veranlassen, jetzt für ihre teure Grundgebühr aber auch ordentlich zu sprengen und zu duschen. Es ist ungefähr so wie mit dem Dieselfahren: man zahlt eine höhere Steuer (Fixkosten) und spart dafür beim Fahren. Was aber das Wasser angeht, stellt sich natürlich die Frage, ob es da eine einheitliche Regelung für Irland und Sizilien sein muss. Das Subsidiaritätsprinzip lässt grüßen. (Obwohl wahrscheinlich gerade die europaweit vertreibenden Hersteller auf einheitliche Rahmenbedingungen drängen werden, und so beißt sich die Katze in den Schwanz.)
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.02.2013 15:44 UhrHerr Lauterbach,
bis jetzt schreibt die EU keinen Wasserpreis vor und auch nicht das Verhältnis zwischen Grundpauschale und Kubikmeter-Preis. In England haben viele Häuser keinen Wasserzähler und die Nutzer zahlen eine Pauschale. Sie sehen so geht es auch. Der Versuch der EU durch Wassersparen ob im Überfluss in Nord- oder im Mangel in Südeuropa zu einem Mittelwert zu kommen ist so schwachsinnig wie zu behaupten wenn man mit der einen Hälfte des nakten Hinterns auf einem Eisblock und mit der anderen auf einer Herdplatte sitzt, zu behaupten rein statistisch hätte man eine angenehme Temperatur. Unseren Wasserwerken fehlt auch der Mut ein anderes Tarifmodell anzubieten, weil es die Grünen schafften den Leuten einzureden, dass es eine endliche Resource ist und dass man es wie Benzin verbrauchen kann das danach weg ist. Der Ökowahn in all seinen Schattierungen wirkt inzwischen wie eine Gehirnwäsche und ist gesellschaftspolitisch längst zerstörerisch weil er auf Mythen und nicht auf Fakten basiert.
- Wenn es bei der Verfügbarkeit von Wasser so große regionale
Unterschiede gibt, dann verstehe ich nicht, was die EU überhaupt
damit zu schaffen hat. Das ist doch eindeutig etwas, was die Länder
im eigenen Interesse und bezogen auf die lokalen Verhältnisse
regeln müssen.
- Darüber hinaus empört es mich, daß eine Art von
Regierung, die nach gängigen Standards nicht einmal demokratisch
legitimiert ist, mir ins Wohnzimmer, das Badezimmer und wer weiß,
wo sonst noch hineinregieren will.
"haben den durchschnittlichen Verbrauch in Deutschland rasant
sinken lassen. Und zwar von 147 Liter (je Person und Tag) in den
neunziger Jahren auf heute 121 Liter. Gleichzeitig sind die Kosten
für die Verbraucher gestiegen. Das unter anderem deshalb, da die im
Boden verlegten Kanalrohre unseres als „Schwemmkanalisation“
ausgelegten Abwassersystems nicht ausreichend gespült werden."
Kann man einen Rückgang um rund 18% in 20 Jahren als
"rasant" bezeichnen? - Ich finde das nicht.
Und ist unsere Schwemmkanalisation auf Maximalspülung angewiesen,
um zu funktioneren? - Das würde mich erstaunen, ließe sich
aber kaum den Verbrauchern vorhalten.
Und wenn der Preis pro qm steigt, weil wir so viele Fixkosten haben,
frage ich mich: wielviel davon ist wirklich fix? Was ist Fehlplanung?
Was davon sind Pensionsansprüche?
Last but not least kann man ja die Verbrauchsproblematik verniedlichen.
Ewiger Kreislauf schön und gut, aber was ist mit Hormonen und
Medikamenten im Trinkwasser?
Völlig richtig, darüber hinaus ...
Herr Küffner liegt anhand anderer wasserwirtschaftlicher Kriterien schlicht schief. Wasser sollte von solchen Interessen verschont bleiben. Das Geraderücken sollte aber nicht - wie hier geschehen - unterdrückt werden.
Dann lege ich mir halt auch noch einen Vorrat an Armaturen zu, die Glühbirnen reichen eh noch die nächsten 30 Jahre.
Der ganz normale EU-Wahn - unstoppable
Das Trinkwasser das wir einsparen spülen den Wasserwerke in die Kanäle um sie zu reinigen und die Zuleitungen zu entkeimen. Ein Nullsummenspiel. Wir "gebrauchen" (nicht verbrauchen) in Deutschland nur 3% des Grundwassers das jedes Jahr als Regen gefallen ist. Wasser aus dem Tiefbrunnen schickt keine Rechnung. Warum nicht die Wasserpauschale hochsetzen und den Kubikmeterpreis dafür drastisch senken? Das löst das Problem. Der EU-Regulierungswahn löst bei mir langsam allergische Reaktionen aus. Wasserspareinsätze in Wasserarmaturen und Duschköpfen werden bei mir grundsätzlich entfernt. Eine Zange und ein Schraubendreher reichen. Ich habe es selbst erprobt, mit einem Wassersparduschkopf muss deutlich man länger duschen bis die Seife entfernt ist. Was man pro Sekunde an Wasser einspart geht durch die längere Duschzeit wieder verloren. Das haben schon viele Tester festgestellt. Vieleicht sollte der zuständige EU-Kommissar das mal zuerst zuhause erproben bevor er uns damit belästigt.
Es ist nicht nur der Wasserpreis, es sind auch die Energiekosten ... und trotzdem
Wer von sinkenden Wasserkostenabrechnungen ausgeht, unterliegt einem Irrtum. Geringere Auslastung der Wassersysteme lässt die Preise steigen (s. "Wasser Marsch", FAZ). Den ökonomischen Impuls zum Wasser sparen geben die Abwassergebühren, häufig doppelt so hoch wie die Mengenpreise beim Trinkwasser, und die Energiekosten. Etwa Zweidrittel des im Haushalt genutzten Wassers wird erwärmt. Das Duschwasser wird von ca. 15 Grad auf 38 Grad erwärmt. Die damit verbundenen Energiekosten lassen sich um 1,60 € reduzieren, wenn der Duschwasserverbrauch um 10 % gesenkt wird - jährlich, versteht sich. Bei den Wasserkostenabrechnungen sind es dann in einem Beispielfall sagenhafte 1,25 € - jährlich.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.02.2013 16:23 Uhr...Präzisierung der Bezugsgrößen
Die Beispielrechnung bezog sich allein auf Duschwasser je Person. Lt.
Gfk Konsumforschung und Berechnungen des ÖkoInstituts beträgt
der Jahres-Wasserverbrauch dafür ca. 10-15 Kubikmeter
jährlich. Durch die 10%ige Einsparung ergibt sich die genannte
Menge von 1 bis 1,5 Kubikmeter.
Ausserdem war für die Wasser-Erwärmung nicht Strom-, sondern
Gasheizung unterstellt worden. Daher die geringere
Energiekostenersparnis.
Der Hinweis auf Abwasser ist allerdings zutreffend. Damit wird aber umso
deutlicher, dass Trinkwasserkosten den geringsten Teil der
Ersparnispotenziale darstellen; nach meinen Berechnungen sind es rund
20%. Energiekosten machen rund 30% und Abwassergebühren stattliche
50% aus - je nach Bezugsgrößen also Tarifen/Gebühren/Preisen.
Nochmal nachrechnen:
Die Erwärmung von einem m³ Wasser um 23 C benötigt eine
Energiezufuhr von
26,7 KWh. Bei einem Wirkungsgrad von 90% und bei einem Preis von 25
Cent pro
KWh ergeben sich Kosten von ca. 7 € für die Erwärmung von
1 m³ Brauchwasser
auf Duschtemperatur.
Der Preis für Wasser und Abwasser beträgt dagegen typisch 3,50
€ pro m³. Die
Energiekosten sind doppelt so hoch wie die Wasserkosten!
Bei einem Warmwasserverbrauch von 50 m³ pro Haushalt und Jahr
liegen die
Gesamtkosten bei ca. 500 €. 10% weniger Verbrauch entlastet das
Portemonnaie
um immerhin 50 €.
Gießkanne füllen am Sparwasserhahn
Wer ein paar Mal größere Gießkannen am Wasserhahn mit sparsamen Perlator gefüllt hat, weiß woraus er beim nächsten Perlatorkauf achten muss...
Bei Elektrogeräten kann sich heute schon jeder entscheiden, ob es
A++ sein soll oder auch B reicht. Und siehe da, es funktioniert, A++
verkauft sich prächtig.
Aber das darf in der EuDSSR natürlich nicht sein, oh je, eine
Marktlösung, die auf den Verstand des Einzelnen setzt. Hier muss
jeder zu seinem Glück gezwungen werden, und was Glück ist, das
entscheiden die Eurokraten in Brüssel.
Herr Sturm, das ist der Grund, warum man meint, dergleichen Armaturen
verbieten zu müssen: Überhebliche, strohdumme Eurokraten, die
kein Vertrauen in die Menschen haben für die sie zu arbeiten vorgeben.
So wenig hilfreich diese neue Idee der Eurokraten in Brüssel auch in Ländern wie Deutschland ist, zum Glück kann man die Sache leicht umgehen, wie ich im Umgang mit vorgeschriebenen Wasserspar-Duschköpfen in Australien festgestellt habe: Duschkopf aufschrauben, Wasserbremse entfernen und wieder zusammenschrauben. Fertig!
Begeisterung hält sich in Grenzen
Aus welchem Grund meint man für ein Land wie Deutschland, wo Wasser
nun wirklich nicht knapp ist, Armaturen verbieten zu müssen, welche
"verschwenderisch" sind?
Wie der Artikel schon beschreibt ist Wasser unendlich und in Deutschland
durch Regen und Wiederaufbereitung zur genüge zur Verfügung.
Danke für die Aufklärung
Ich dachte bisher unser Leitungswasser würde hier aus deutschen Quellen kommen bzw. in Deutschland aufbereitet werden und dabei eine Qualität annehmen, welche über der von Flaschenwasser liegt...danke jetzt weiß ich, dass unser Leitungswasser anscheinend von Coco-Cola aus Argentinien hergeschifft wird und wir deshalb verbrauchsarme Armaturen brauchen...
Wasser - eigentlich eine klare Sache ...
Der Artikel strotzt aber von Halbseidenem: Nicht Appelle und bezuschußte Armaturen haben den Wasserverbrauch sinken lassen, sondern schlicht die steigenden Wassergebühren/-preise. Die Kosten sind nicht wegen zusätzlicher Spülungen angestiegen, sondern wegen teurer Instandhaltungsmassnahmen. Das komplexe Thema Verschmutzung ist mit den Stickstoffeinträgen der Landwirtschaft in Grundwasser nicht behandelt. Z.B. Rückstände ambulant verabreichter Medikamente wirbeln die Natürlichkeit der Flußfaunen durcheinander. Da kann der "Verbraucher" nichts machen, das wäre Aufgabe der Politik. Wassersparen und der völlig absurde Ersatz von frei Haus geliefertem Trinkwasser durch herangeschlepptes überteuertes "Mineralwasser" ist eine gute Sache für deren Verkäufer und Hersteller von Armaturen, nicht aber für Betreiber von Netzen, die plötzlich nicht mehr funktionieren. Das ist wahrlich ein relevantes bis explosives Thema, über das zu aufzuklären sich eigentlich lohnen würde.