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Uhrendesign Zeit in Worten

 ·  Wenn Kommunikationsexperten sich an die Gestaltung einer Uhr machen, muss Sprache eine Rolle spielen: Zeiger sind auf der Qlocktwo fehl am Platz - ihr liest man die Uhrzeit buchstäblich ab. Ein Designerstück, das sogar in Schwyzer Düütsch verständlich ist.

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Sie schwebt an der Wand und vermittelt eine gewisse Lässigkeit. Sie nennt sich Qlocktwo, entwickelt haben sie die beiden leidenschaftlich Kreativen Marco Biegert und Andreas Funk, die ihr Geld in erster Linie mit medienübergreifenden Kommunikationskonzepten verdienen.

Ihre Wort-Zeit-Uhr ist ein ungeplantes Nebenprodukt ihrer „normalen“ Arbeit und hat ihren Ursprung im spielerischen Umgang mit den von der Zeitansage vorgetragenen Wortfolgen: Sie in ein stimmiges Matrixmuster zu bringen, das hatten sich, wie Funk berichtet, die in Schwäbisch Gmünd ansässigen „Erfinder“ bereits vor mehreren Jahren ausgedacht - und an arbeitsfreien Sonntagen weiter vorangetrieben.

Leere Papierbögen dienten ihnen dabei als Spielwiese, auf denen sie die Buchstaben in Reih und Glied setzten und ähnlich wie beim beliebten Schreibspiel „Schiffe versenken“ die Zeit-Worte den Spalten und Reihen zuordneten. Mit dem fertigen Konzept begannen sie dann die Prototypphase.

Designerstück mit mehr und mehr Liebhabern

Zwei Jahre hat dieses Herumexperimentieren noch gedauert, dann war die erste Uhr fertig. Im vergangenen Herbst startete die eigens gegründete Biegert & Funk Product GmbH & Co. KG mit dem Verkauf der vier Kilogramm schweren, etwas anderen Designeruhr, die immer mehr Liebhaber findet.

Herzstück der Uhr sind 114 in Reihen angeordnete LEDs, die in einem 45 × 45 Zentimeter großen Rahmen stecken. Davor sitzt, von Magneten gehalten, eine quadratische Platte aus Acrylglas (erhältlich in fünf Farben) oder (gebürstetem) Edelstahl.

Darauf sind, auf den ersten Blick völlig willkürlich angeordnet, Buchstaben gedruckt - beim Edelstahlmodell ausgestanzt -, die durch das Aufleuchten der Lampen erhellt werden und die Zeit in Fünf-Minuten-Schritten beschreiben. Für die minutengenaue Zeitangabe dienen vier kleine Punkte in den Ecken.

Sprachbarrieren schon überwunden

Das Ansteuern der LEDs übernimmt eine Platine, die je nach Sprache unterschiedlich programmiert ist. Dabei ist es keineswegs trivial, die Uhrzeit auf dem verfügbaren Platz und den hier unterzubringenden Buchstaben anzuzeigen, sagt doch der Deutsche „halb eins“, während es in England „half past twelve“ heißt.

Doch auch diese Herausforderung ist längst gemeistert. Außer in Deutsch und Englisch gibt es die dank der Funktechnik sekundengenau arbeitende Uhr in zahlreichen anderen Sprachen, darunter Russisch, Arabisch und Schwyzer Düütsch.

Der Anschlusswert der Uhr ist mit zwei Watt gering, aber zu groß, um ohne 230-Volt-Anschluss auszukommen. Ein Lichtsensor sorgt dafür, dass die LEDs, abgestimmt auf die Helligkeit der Umgebung, stets in für die Augen angenehmer Stärke leuchten. Die Qlocktwo kostet 885 Euro.

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Jahrgang 1947, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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