Wer schon einmal versucht hat, eine Webkamera einzurichten, kennt die Tücken der Technik: Die Inbetriebnahme dieser kleinen Apparate mit Wireless-Lan, die Anbindung an den heimischen Router und der Fernzugriff via Internet sind kompliziert. Geht es um die Überwachung von Haus und Hof, ist zudem die Frage aufgeworfen, wie man bei einem Alarm unterwegs informiert wird und wo die Aufnahmen gespeichert werden. Was nützt die beste Kamera, wenn sie der Einbrecher mitsamt Speicherkarte kurzerhand einpackt? Auch hier gibt es Lösungen: etwa den Datentransfer auf einen externen FTP-Server.
Nun bietet ein kleines Berliner Unternehmen in Zusammenarbeit mit Panasonic ein System an, das vor allem durch seine Einfachheit überzeugt: Was die „1000 Eyes GmbH“ auf die Beine gestellt hat, ist ausgereift und praktisch und ein Produkt für jedermann. Man braucht dazu nur eine Panasonic-Kamera (wir nahmen ein einfaches Modell BL-C101 für 100 Euro), einen Router und ein Abo bei „1000 Eyes“ (www.1000eyes.de) für sechs Euro im Monat je Kamera.
Online nach Hause gucken geht fast immer mit jedem Browser
Während eine W-Lan-Kamera den großen Vorzug mitbringt, dass sie drahtlos angebunden wird, sich also kommod dort befestigen lässt, wo es etwas zu überwachen gibt, ist man hier allerdings auf einen unschönen Kabelverhau angewiesen. Um zwei Ethernet-Kabel, einen Netzteil-Adapter und das externe Netzteil kommt man nicht herum, das ist der größte Nachteil. Alles andere läuft automatisch, mit Datenwegen und -speicherung hat man nichts zu tun. Im Gegenteil: Keiner kommt digital an die Kamera heran, es sei denn kennwortgeschützt über die persönliche Internetseite von „1000 Eyes“. Für die sechs Euro bekommt man 250 Megabyte Speicher, genug für Hunderte von Bildern oder Videos, gelöscht werden automatisch die ältesten Aufzeichnungen, und der Speicher lässt sich erweitern.
Online nach Hause gucken geht fast immer mit jedem Browser. Im Unterschied zu einer W-Lan-Kamera muss für die wichtigsten Funktionen kein Active-X-Plugin installiert werden. Man soll sogar mit dem Handy den Blick ins traute Heim werfen können, was bei uns zwar mit dem iPhone funktionierte, aber nicht mit einem Nokia E71. Selbst bei einem Diebstahl von Kamera, Computer und Kommunikation hat man alles im Netz bei „1000 Eyes“. Passiert etwas vor der Kamera, kann sie schnell Aufnahmen losschicken und eine (kostenpflichtige) Alarm-SMS absetzen. Ein E-Mail-Hinweis ist kostenlos, natürlich mit Bild. Details wie Bewegungsempfindlichkeit oder Aufnahmezeit lassen sich konfigurieren, in der Liste der Überwachungsaufnahmen kann man sich mit der Maus wie in einer Videoschnitt-Software vor und zurück bewegen. Das alles ist prima, und die von uns erprobte Panasonic-Kamera lieferte gute Aufnahmen.
Fehlende Drahtlosanbindung und Kabelwirrwarr sind der einzige Minuspunkt
Das Beste ist die problemlose Übertragung. „Die Kamera baut eine Tunnel-Verbindung zu unserem System auf und greift dabei auf standardisierte Protokolle zurück. Die Kamera selbst ist aus dem Internet direkt gar nicht erreichbar, es gibt keine Portweiterleitung, sondern befindet sich sicher hinter der Firewall des Kundenrouters und unserer Firewall im Rechenzentrum“, sagt Geschäftsführer Sascha Keller von „1000 Eyes“.
Die Konfiguration im Internet fanden wir nicht ganz so einfach, das aber mag sich noch ändern. Es fehlt nichts außer Ton, und der soll noch kommen. Für einige Kleinigkeiten wie den zehnfachen Digitalzoom oder das flüssige Bewegen auf dem Zeitstrahl der Aufnahmen benötigt man aber dann doch Active-X und damit den Microsoft Internet Explorer. Wunder wirken kann selbst eine noch so raffinierte Kamera von der Stange nicht: Fällt der Strom aus, gibt es keinerlei Alarm oder Bilder. Andererseits hat die Kamera einen Eingang für einen Fensterkontakt oder Auslöseknopf.
Die fehlende Drahtlosanbindung und der Kabelwirrwarr sind der einzige Minuspunkt einer sonst rundum überzeugenden Lösung. Wir nahmen schließlich einen Powerline-Adapter, um die Entfernung zum Router zu überbrücken. Aber dann braucht man gleich zwei Steckdosen am Ort der Kamerainstallation.
Vielleicht ist das System hier im Beitrag nur unklar beschrieben !?
K. Peter Luecke (microplan2002)
- 07.04.2009, 19:23 Uhr
Zauberei
St. Koch (Pensacola)
- 08.04.2009, 10:31 Uhr
