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Veröffentlicht: 31.07.2013, 08:00 Uhr

Roboter im Haushalt Fensterputzer mit glasklaren Vorteilen

Haushaltsroboter machen vor fast nichts halt. Jetzt putzen sie auch Fensterscheiben. Hobot und Winbot gehen auf dem Glas ihre eigenen Wege - hinterlassen aber ähnliche Ergebnisse.

von und Fritz Jörn
© Dettweiler Keine Angst, der Winbot will nur putzen

„Können Sie noch die Fenster putzen?“ Dieser Auftrag geht jetzt nicht mehr an die Reinigungskraft, sondern an einen Roboter. Die Kistchen saugen ohnehin schon den Teppichboden, wischen den Parkettfußboden, mähen den Rasen oder reinigen den Pool. Nun sind die Fensterscheiben dran. Die Konstruktionsidee der Hersteller ist immer ähnlich: Das Gerät saugt sich am Glas fest, wandert gemächlich über die Fläche und putzt die Fensterscheibe Stück für Stück mit einem Mikrofasertuch, das vorher mit Glasreiniger befeuchtet wird. Die Umsetzung der Idee sieht mitunter unterschiedlich aus und funktioniert anders, wie unser Test zweier Putzroboter zeigt. Der Preis ist freilich der Gleiche: Der Hobot 168 von Sichler und der Winbot von Ecovacs kosten jeweils etwa 300 Euro.

Der Hobot schreitet hinauf

Marco Dettweiler Folgen:

Im langsamen Wiegeschritt über die Scheibe - so reinigt der Hobot 168. Zwei runde rotierende Putzpantoffeln, Durchmesser 15 Zentimeter, bewegen sich abwechselnd über das Glas. Mal steht einer dieser Mikrofaserfüße unbewegt da und saugt sich fest, während der andere drehend und schwenkend putzt. Dann ist der andere dran mit Pausieren und Halten, während der Erste dreht, schwenkt und reinigt. Das knapp 950 Gramm schwere Gerät hat keine Mühe, sich wie eine Fliege an der Scheibe zu halten, sogar überkopf. Es macht dabei aber viel Wind und Lärm, angeblich 68 Dezibel drei Meter weit weg, fast wie ein Staubsauger. Fällt der Strom aus, etwa wenn die fünf Meter lange 24-Volt-Zuleitung irgendwo hängenbleibt und sich aus der Buchse löst, so passiert weiter nichts. Das Gerät bleibt piepsend stehen, bis zu einer halben Stunde lang. Hat es sich weit hinauf in einer Oberlichte verlaufen, kann man es immer noch mit der Sicherheitsleine vorsichtig herbeiziehen.

25301082 © Jörn Vergrößern Luft anhalten und Schritt für Schritt geht’s nach oben

Überhaupt ist ein Fensterputzroboter ideal für hohe Fenster, an die man sich sonst nicht herantraut, besonders außen. Die kleine Infrarotfernsteuerung funktioniert von innen genauso gut wie nach außen durch die Scheibe. Mit ihr lässt man das Gerät erst einmal ganz nach oben fahren und dann automatisch die Scheibe abwärts reinigen. Am oberen Rand und in den Ecken sind die Ergebnisse nicht immer perfekt, dafür hält sich das hin- und herschwenkende Kleinfahrzeug unten gerne etwas länger als nötig auf. Einmal haben wir die Pads zu nass in Spülwasser gereinigt, obwohl vor Weichmachern gewarnt wird. Schon waren Grip und Steigfähigkeit dahin. Groben Dreck kratzt man am besten erst mit der Hand weg.

25301075 © Jörn Vergrößern Verschmutzte Aufsätze führen zu solchen Ringen

Reinigt man mit verschmutzten Aufsätzen, bleiben Ringe übrig. Fensterrahmen und -griffe erkennt das Gerät und kehrt dann um, bis die ganze Fläche sauber ist. Feuchtigkeit ist nur wenig nötig, ein Schuss Glasreiniger, wenn überhaupt. Am Ende nach dem Abheben genügt das Taschentuch zum Nachpolieren an dieser Stelle. Die Putzzeiten variieren stark mit der Größe der Fenster und eventuell nötigen Anfahrten nach oben, von einem Zehntel bis zu einem halben Quadratmeter in der Minute. Duschabtrennungen, selbst randlose Glasflächen wie Badezimmerspiegel oder Nierentische konnte unser Roboter putzen, notfalls hängend auf der Unterseite, allerdings mit Vorsicht. Da bleibt man besser dabei. Eine gute Sache, besonders für schlecht zugängliche Fenster.

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