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Plastik-Schlitten Es geht bergab mit diesem Land

11.02.2010 ·  Nicht alle Dinge aus Plastik sind geeignet für den Spaß im Schnee. Das Problem des Plastiksacks beispielsweise ist die schwierige Manövrierbarkeit, besonders im Zusammenspiel mit einer Kiste Bier. Es gibt bessere Lösungen.

Von Walter Wille
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Zu den wichtigen Erkenntnissen dieses erstaunlichen Winters zählt: Die Phantasie der Leute kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, sich ein Gefälle hinunterzustürzen. Und nach vielen schneearmen Jahren war der Nachholbedarf offenbar immens. Man denke an die vielen Autos an den Böschungen sowie die unüberschaubare Vielfalt an sonstigen Rodelgerätschaften, welche endlich wieder einmal aus dem Keller geholt werden konnten: hölzerne Antiquitäten, kufige Klassiker, wacklige Eigenbauten, moderne Lenkschlitten, Altreifen, Schlauchboote, Aufblasbobs. Das Vergnügen ist nicht unbedingt vom Material abhängig, wie jeder gesehen hat, der jetzt die fünf jungen Kerle am Berger Hang, dem alpinen Stadtrand von Frankfurt am Main, beobachtete: Kiste Bier, ein paar blaue Müllsäcke - und ab die Post.

Allerdings ist manches doch nur bedingt geeignet für den Spaß im Schnee. Das Problem des Plastiksacks beispielsweise ist die schwierige Manövrierbarkeit, besonders im Zusammenspiel mit einer Kiste Bier. Und im Fall der Autos hat anscheinend niemand vorher bedacht, dass die auch wieder heraufgezogen werden müssen. Sonst ist das Erlebnis ja nicht wiederholbar.

Es gibt bessere Lösungen. Den Zipfel- oder auch Zipflbob etwa packt man am Zipfel und trägt ihn mühelos den Hang hoch. „Zi-one“ heißt ein neuer Vertreter dieser Gattung, deren Ursprung auf die Nutzung der Kohleschaufel zum Rodeln zurückgeführt wird. Das Plastikding made in China wiegt nur anderhalb Kilogramm, also so gut wie nichts, plaziert das Gesäß ein paar Zentimeter oberhalb des Schnees und nimmt bei der Talfahrt beträchtliche Geschwindigkeit auf, sofern der Hang nicht zu flach ist. Durch Ziehen am Haltegriff bei gleichzeitiger Gewichtsverlagerung nach hinten lässt er sich prima bremsen. Die glatte Unterseite ist mit angedeuteten Kufen versehen, was ein wenig Kursstabilität ergibt. Die Oberseite dient auch als Auflagefläche für die Oberschenkel, doch bequem ist das 54 × 33 × 41 Zentimeter messende Sportgerät natürlich nicht. Einhändig geritten, erinnert die Haltung an Dusty Hausauer beim Rodeo während der Cheyenne Frontier Days. Gesteuert wird mit dem Knüppel und - vor allem - den nach vorn gestreckten Füßen, was gewährleistet, dass man anschließend nach Schneesturm am Everest aussieht. Eine Riesengaudi also.

Gut in frischem, noch nicht zertretenem Schne

Der „Zi-one“ funktioniert gut in frischem, noch nicht zertretenem Schnee. Auf hartem Untergrund wird er sauschnell - wie auch das an einen Entenschnabel erinnernde DuckDuck. Dieses in Hanau in Sichtweite des Berger Hangs gefertigte Schneebrett (110 × 46 × 10 Zentimeter) aus HDPE-Kunststoff hat im Pulver besondere Stärken, weil es wegen seiner Fläche aufschwimmt wie ein Snowboard. Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung, auch auf platter Piste: Mit Unterstützung von in die Lauffläche eingearbeiteten Kanten nach Art von Carving-Skiern gelingt es, saubere Bögen zu ziehen. Beim Anhalten sind unsere Testboarder am ersten Tag allerdings noch nicht über ein halbwegs kontrolliertes Abrollen hinausgekommen. Sie üben noch.

Das Beste am knapp vier Kilo wiegenden DuckDuck: Es ist enorm vielseitig, lässt sich im Sitzen, Stehen, Knien sowie bäuchlings pilotieren. Als Hilfsmittel gegen vorzeitigen Abwurf stehen seitliche Haltegriffe und Noppen auf der Oberseite zur Verfügung. Als Wasserspielzeug eignet sich das DuckDuck dem Anbieter zufolge obendrein.

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