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Nachhaltige Dienstwagen Grüne Grenze

29.01.2012 ·  Der Doppelauspuff hat ausgedient. Jetzt gilt Nachhaltigkeit als schick. Dienstwagen werden nach CO2 -Ausstoß beschafft. Beispiele aus der Unternehmenswelt.

Von Holger Appel, Boris Schmidt
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© dpa

Für viele Angestellte ist der Dienst- oder Firmenwagen wichtig. Kann man doch an seiner Größe absehen, welche Wertschätzung oder Position der Mitarbeiter genießt. Doch allerorten wird die Nachhaltigkeit beschworen, und so gehen immer mehr Unternehmen dazu über, für ihre Dienstwagen CO2-Grenzen festzulegen. Das macht es den Mitarbeitern oft nicht einfach. Wer gestern noch ein Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse fahren durfte, muss morgen mit einem ausder Kompaktklasse vorliebnehmen.

Der Doppelauspuff hat ausgedient: Grüne Grenze

Freilich unternimmt die Autoindustrie erfolgreich Anstrengungen, den Ausstoß und den daran direkt gekoppelten Verbrauch beständig zu senken. Das liegt selbstverständlich auch an strengen Vorgaben der EU, die eine deutliche Verringerung des CO2-Ausstoßes vorsehen. Für Freunde schöner Motoren sind all das keine guten Nachrichten, denn sechs weich laufende Zylinder sind vom Aussterben bedroht. Dafür ziehen bis hoch in ausgewachsene Limousinen vier Zylinder mit Turboladern ein, und mindestens bis in die Kompaktklasse hinein muss man sich an drei oder gar zwei Zylinder gewöhnen. Das klingt dann oft nach Nähmaschine, doch der Zweck schient jedes Mittel zu heiligen.

Grüne Krone für Ikea

Freilich erlebt mancher Dienstwagenberechtigte auch eine positive Überraschung, wenn er sich in die Kataloge der Autohersteller stürzt. Dort finden sich bisweilen tatkräftige Antriebe mit bescheidenem Durst. Die Redaktion hat Beispiele ausgewählt, ohne Anspruch auf Vollzähligkeit erheben zu können. Gleiches gilt für die Umfrage in Deutschlands Unternehmenslandschaft. Die grüne Krone gebührt demnach der Möbelhauskette Ikea. Dort dürfen Firmenwagen höchstens 120 Gramm Kohlendioxid je Kilometer emittieren. Der Versorger Vattenfall kommt knapp dahinter mit zehn Gramm mehr. 120 Gramm CO2 bedeuten einen Normverbrauch von 4,5 Liter Diesel oder 5,2 Liter Super auf 100 Kilometer. Normverbrauch, wohlgemerkt. Der tatsächliche liegt - als Faustregel - 30 Prozent höher.

Einige Firmen belohnen Mitarbeiter, wenn sie Autos wählen, die „sauberer“ sind als nach der Dienstwagenordnung erforderlich. Die Deutsche Post leistet in diesem Fall eine Ausgleichszahlung. Die Deutsche Bank staffelt Leasingraten progressiv. Der Modehersteller Bogner greift grundsätzlich motorisch eine Klasse tiefer. „Wenn wir bisher 170 PS hatten und es im gleichen Modell nun 140 PS gibt, dann nehmen wir 140 PS“, sagt dessen Fuhrparkleiter. Auch der Lebensmittelhändler Rewe mit seinen 3500 Personenwagen in der Flotte hat eine Bonus/Malus-Regelung. Die Telekom verfährt ähnlich und erlaubt allein dem Vorstand noch 190 Gramm.

Und das Elektroauto? Es hat Seltenheitswert, taucht aber schon auf. Die Deutsche Bank hält zehn elektrische Smart für Erledigungen vor. Der Versicherer Allianz hat zwei Citroën C-Zero gekauft, damit seien auch die Vorstände unterwegs, heißt es. Sofern es sich um Termine in der Stadt handelt.

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