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Intelligenter Haushalt Smart-Home-Ideen mit Charme

Heizung, Lampen und Elektrogeräte könnten mehr digitale Unterstützung vertragen. Drei aktuelle Beispiele zeigen, wie Alltagsgegenstände immer intelligenter werden.

© Hersteller Vergrößern Die App des Tado-Systems stellt dar, wie die Heizung agiert, über Wochen und Monate

Zu teuer, zu kompliziert, zu exotisch - das sind gängige Meinungen über das Thema Smart Home, und ganze Industrieverbände sinnieren, wie sich die Automatisierung des Hauses endlich einmal zu einem tragfähigen Geschäftsfeld ausbauen lässt. Derweil packen kleine Unternehmen und Initiativen das Thema ganz praktisch an - mit plausiblen Anwendungen und überschaubarem Technikaufwand. Drei solcher Lösungen haben wir uns auf der IFA in Berlin näher angeschaut.

Beispiel Nummer eins stammt von dem jungen Unternehmen, das mit seinem Namen Digitalstrom sein Programm umreißt: Es will nichts weniger als „das digitale Vakuum“ unserer häuslichen Stromnetze füllen. Die hübsche Metapher passt zur originellen Gestalt der Hardware, mit der Digitalstrom zaubert: Kern des Portfolios sind kleine Klötzchen, die aussehen wie Kreuzungen von Legosteinen mit Lüsterklemmen.

25943437 © Hersteller Vergrößern Digitalstrom: Diese Klötze sollen „das digitale Vakuum“ unserer häuslichen Stromnetze füllen

Sie sind auch als Lüsterklemmenersatz gedacht, aber in ihrem Gehäuse stecken zusätzlich Lastschalter in Halbleitertechnik und winzige Chips, die als Nervenknoten untereinander, mit dem Heimnetz und dem Internet Daten austauschen - über die Stromleitungen, mit denen sie ohnehin verbunden sind. Zu einer Komplettausrüstung gehört neben den Schaltklötzchen noch der Digitalstrom-Server, ein Element für den Sicherungskasten, das die Daten-Übertragungswege im Stromnetz mit dem Heimnetz und dem Internet verbindet. Die ganze Hausinstallation lässt sich so mit dem Computer konfigurieren und über Smartphone-Apps fernsteuern.

Hinzu kommt noch das Digitalstrom-Meter, die Komponente für den Sicherungskasten. Dieser Baustein ist für das Kommunikationsmanagement innerhalb des Stromnetzes zuständig, und wie der Name sagt, kann er auch den Stromverbrauch in jedem Raum messen und zur Auswertung an Apps weiterleiten. Daraus lassen sich nicht nur Stromsparstrategien ableiten, sondern auch scharfsinnige Rückschlüsse für das Alltagsleben ziehen: Ein abrupter Verbrauchsrückgang in der Küche lässt sich etwa in die Botschaft ummünzen, dass das Teewasser fertig ist.

Die Paniktaste spielt „Help“ von den Beatles

Diverse Smartphone-Apps können nun alle möglichen Szenarien festlegen, etwa, was das Haus alles ein- oder abschalten soll, wenn seine Bewohner kommen und gehen. Einem Paniktaster kann man Alarmfunktion und Präventivmaßnahmen zuordnen; auf der IFA tönte in diesem Szenario gleich noch das Intro des Beatles-Songs „Help“. Die launige Einlage zeigte nebenbei, dass das System dank seiner UPnP-Kompatibilität auch auf Musikarchive zugreifen kann - so auf Audioclips, die zum Beispiel im Speicher der Fritzbox hinterlegt ist.

Dieselbe Funktion bindet auch Musiksysteme wie die Sonos-Anlage ein. So kann man zum Beispiel durch den Druck auf einen Wandtaster eine Playliste abspielen. Selbst die Türklingel kann sich über die Sonos-Lautsprecher melden, gleichzeitig fährt die Musik in der Lautstärke herunter, und der Mixer, wenn er denn gerade in der Küche randaliert, legt automatisch eine Pause ein. Das Dimmen von Lichtquellen funktioniert natürlich ebenso, und wer mag, kann sogar die W-Lan-Lichtanlage Hue von Philips in die Steuerung einbinden, etwa, um passend zum Musikprogramm Farbton und Helligkeit der Beleuchtung zu wechseln. All das ist zu moderaten Kosten machbar, für weniger als 1.000 Euro.

Die Heizung springt an, wenn man sich dem Haus nähert

Ein anderes System, das uns gut gefallen hat, nimmt sich speziell der Heizung an. Es stammt vom Münchner Start-up-Unternehmen Tado, besteht aus zwei Hardware-Komponenten und einer App und funktioniert so: Die Tado-Box, ein weißes Elektronikkästchen, nimmt elektrischen Direktkontakt mit dem Heizkessel in der Etage oder im Eigenheim auf (ganz gleich ob Gastherme oder Ölbrenner). Ein weiteres Kästchen, das Gateway, hält Kontakt zum Router und über Funk zur Tado-Box, Apps auf dem Smartphone oder im Web-Browser verwalten die Steuerung.

Damit lassen sich dann Temperaturen für An- und Abwesenheit, Schlaf- und Weckzeiten und andere automatische Funktionen festlegen. Etwa so: Verlässt der Bewohner das Haus, merkt es die App an den GPS-Daten und regelt automatisch die Heizung herunter. Nähert er sich wieder den heimischen Gefilden, dreht Tado die Temperatur wieder hoch.

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Nützlich sind auch die Darstellungen der Verbrauchswerte: Die Diagramme können stets dazu anregen, das Verhalten der Heizung weiter zu optimieren. Tado vertraut auf signifikante Einspareffekte: Wer mit dem System (Kostenpunkt: 299 Euro oder 8,25 Euro im Monat Miete) nicht 120 Euro im ersten Jahr an Energiekosten spart, bekommt sein Geld zurück.

Wer nun aber in einer Etagenwohnung mit Gemeinschaftsheizung wohnt, kann das Energiesparen ans Heizungsventil delegieren. Die Technische Hochschule Wildau hat zusammen mit dem Hersteller Kieback & Peter das System en:key entwickelt, das im Oktober für 249 Euro in den Handel kommt. Es besteht aus zwei Teilen - einer Funk-Steuereinheit zur Wandmontage und einem Heizungsventil. Beide versorgen sich selbst mit Strom: die Steuereinheit über Solarzellen, das Ventil durch die Auswertung von Temperaturdifferenzen. An- und Abwesenheit erkennt die Steuerung mit einem Bewegungsmelder, alle übrigen Parameter lassen sich programmieren.

Quelle: F.A.Z.

 
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