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Veröffentlicht: 17.02.2017, 11:29 Uhr

Heizlüfter im Test Mehr als heiße Luft?

Ein elektrischer Heizlüfter neben den Schreibtisch kann die Arbeitskraft erhalten. Kann das Exemplar von AEG die warme Luft zu angenehmen Bedingungen bereitstellen?

von
© Hersteller Seiten-Bläser: Nach vorn gibt der 207 Ruh

In diesen Tagen ist der Mensch froh um einen kühlen Kopf und warme Füße, doch im Büro ist es zuweilen umgekehrt. Obwohl das mancher Arbeitgeber nicht gern sieht, soll es dort Leute geben, die sich einen elektrischen Heizlüfter neben den Schreibtisch stellen, um ihre Arbeitskraft zu erhalten. Der Nachteil konventioneller Geräte ist schnell erzählt: Sie machen Krach, und es zieht lausig.

Lukas Weber Folgen:

Auf der Suche nach einem Exemplar, das warme Luft zu angenehmen Bedingungen bereitstellt, sind wir auf ein Gerät von AEG gestoßen und haben es sogleich gekauft. Das war keine große Investition, der HS 207 O ist zu Preisen von 40 Euro an aufwärts im Handel. Das „O“ steht für die Schmuckfarbe Orange am sonst weißen Gerät, für Leute, die es weniger poppig mögen, gibt es auch Grau oder Beige.

44835674 © Hersteller Vergrößern In der zweiten Stufe maßen wir recht genau die angegebenen 1800 Watt Stromaufnahme

Der Kunde bekommt dafür einen quaderförmigen 30 Zentimeter hohen und 1,5 Kilo leichten Raumheizer, dessen „Sweet-Air-Technologie“ der Hersteller als völlig neuartig preist. Die Wärme werde so im Raum verteilt, dass kein unangenehmer Zug entstehe. Das stimmt, die dahintersteckende Technik ist freilich simpel: Erstens bläst der Lüfter zurückhaltend, und zwar immer gleich, egal, ob in Stufe 1, Stufe 2 oder kalt.

Und zweitens ist er hinter einer Blende angebracht, die dem HS 207 die Anmut eines Lautsprechers verleiht. Warme Luft strömt natürlich trotzdem aus, nur halt nicht nach vorn, sondern seitlich und oben. Wobei wir zugeben wollen, dass für die Heizleistung nicht ein hoher Luftdurchsatz, sondern die Heizelemente zuständig sind.

44835681 © Hersteller Vergrößern Die heiße Luft strömt zur Seite weg

Der zweite Kaufgrund namens „Silent-Air-Flow“ mag mit dieser Blende zusammenhängen. Der HS 207 sei bis zu 40 Prozent leiser als andere Heizlüfter, meint AEG, ohne dazuzusagen, welche gemeint sind. Tatsächlich mümmelt das Gerät in Gesprächslautstärke vor sich hin; wir empfanden das Geräusch auf die Dauer aber als nervig, und für den Betrieb im Schlafzimmer ist es zu laut.

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In der zweiten Stufe maßen wir recht genau die angegebenen 1800 Watt Stromaufnahme, in der lauen ersten sind es 900 und kalt 15 Watt. In Betrieb wird das Gehäuse warm, aber nicht heiß. Die Griffmulde ist für normale Finger untauglich, die Schiebeschalter für Stufen und Thermostat (0 bis 30 Grad) sind etwas und der Kontaktschalter der Umkippsicherung etwas sehr popelig. Das neue Gerät verströmt einen unangenehmen Geruch, der mit der Zeit verfliegt. Dass der Heizlüfter nach einiger Zeit wieder stinken wird, ist abzusehen, weil sich das Innenleben nicht vom Staub reinigen lässt.

Wir meinen, zu diesem Preis kann man ihn kaufen. Eine technische Offenbarung ist er nicht.

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