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Veröffentlicht: 16.04.2017, 08:37 Uhr

Grüner wird’s nicht So pflegen Sie ihren Rasen richtig

Säen, düngen, mähen: Wer sich an einem sattgrünen und gepflegten Rasen erfreuen will, muss nach dem Winter einige Arbeit investieren. Im Vergleich zum Grün auf Sportanlagen ist der private Rasen leicht in Schuss zu halten.

von Peter Thomas
© Peter Thomas Dank moderner Technik und dem Fortschritt in der Saatgutforschung war Rasenpflege nie einfacher als heute.

Pflaster oder Sticks? Fertigrasen oder Nachsaat? Vertikutieren oder sanden? Wenn der Gärtner seinen Rasen nach dem Winter wieder zur perfekten grünen Pracht bringen will, dann ist das Arsenal der möglichen Mittel groß. An erster Stelle steht zu Beginn der warmen Jahreszeit aber das Düngen mit einem stickstoffbetonten Dünger, sagt Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft. „Die Rasengräser sind nach dem Winter richtig ausgehungert“, sagt der promovierte Agrarwissenschaftler, „sie brauchen nun vor allem die richtigen Nährstoffe, Wasser und Licht.“ Wenn das Gras sichtbar zu wachsen beginnt, kann es wieder gemäht werden. Dabei sollte die Schnitthöhe auf 35 bis 40 Millimeter eingestellt werden, sagt Nonn. Das sollte man auch das Jahr über beibehalten.

Das Mähen selbst überlassen immer mehr Gartenbesitzer einem Roboter, oder sie investieren zumindest in einen elektrischen Akkumäher. Beides wird unter anderem durch die Entwicklung von immer besseren Energiespeichern gefördert. Besonders wichtig ist das für den handgeführten Akkumäher. Denn der Roboter teilt sich seinen Tag selbst ein und rollt zum Nachladen gemütlich an seine Station. Wer aber noch selbst die Halme seines Rasens stutzen will, den nervt ein sich zu schnell leerender Akku. Die Investition in Lithium-Ionen-Kraftpakete kann auf mehrere Geräte verteilt werden. Das erlauben Systeme, die zum Beispiel Rasenmäher, Heckenschere und Trimmer mit demselben Akku betreiben. Spannungen bis zu 72 Volt machen die Speicher stark, und die Regelelektronik verspricht schnelles Laden, lange Arbeitszyklen sowie hohe Lebensdauer.

Für Rasenflächen bis 1000 Quadratmeter geeignet

Die Investition in einen soliden Mähroboter kann schnell vierstellige Summen erreichen. Den Bosch Indego mit eigenem Navigationssystem (Bosch Logicut) zum Beispiel gibt es für 1200 Euro. Er ist für Rasenflächen bis 1000 Quadratmeter geeignet. Wirklich billig ist das andere Extrem der Rasenpflege aber auch nicht: Wer auf alle Motoren verzichtet und einen hochpräzisen Spindelmäher sucht, wird bei Manufactum fündig. Das Versandhaus bietet den zehn Kilogramm schweren Mäher der American Lawn Mower Company mit 38 Zentimeter Mähbreite für 258 Euro an. Das Gerät arbeitet flüsterleise und verspricht ein seidig-scharfes Schnitterlebnis.

Egal ob von Hand oder per Roboter, ob mit Muskelkraft, Elektro- oder Verbrennungsmotor: Nach dem zweiten Mähen kann der Gärtner überlegen, ob er seinen Rasen auch vertikutieren will. Das sei aber nur sinnvoll, wenn sehr viel abgestorbenes Material im Rasen steckt, betont der Vorsitzende der Rasengesellschaft. Beim Vertikutieren mit dem Messerrechen oder einem motorisch angetriebenen Vertikutierer scheiden sich jedoch die Geister: Das mechanische Durcharbeiten des Rasenfilzes sei zwar bei Sportrasenflächen auf sandigen Drainageschichten wichtig, heißt es zum Beispiel bei Fertigrasen-Hersteller Schwab. In Privatgärten stehe die Wasserdurchlässigkeit aber nicht an oberster Stelle. Hier könne das Aufschlitzen des Rasenfilzes oft mehr schaden als nutzen.

Auch Moos kann ein Zeichen für Nährstoffmangel sein

Düngen, Wässern und Mähen frischen den Rasen wieder auf, wenn die Halme zwar gelblich oder hellgrün sind, aber noch dicht beieinanderstehen. Auch Moos im Rasen kann ein Zeichen für Nährstoffmangel sein, dem man mit bis zu vier Düngergaben im Jahr Abhilfe schaffen kann. Wenn jedoch über den Winter hinweg bereits kahle Stellen im Gras aufgetreten sind, dann muss der Gärtner zu aufwendigeren Lösungen greifen. Grund für die Schäden können zum Beispiel Trittschäden bei Frost und Schneeschimmel sein.

Bereiche mit ausgedünntem Wuchs sind jedenfalls keine Seltenheit, sagt Klaus Skuppin: „Die Rasenrenovierung ist bei deutschen Gartenbesitzern derzeit ein absoluter Trend“, fasst der Leiter des Rasen-Forschungszentrums von Wolf-Garten im siegerländischen Betzdorf zusammen. Dort erprobt und entwickelt das Unternehmen seit 1964 auf 8000 Quadratmeter Fläche neue Rasenmischungen, Dünger und Technik für die Rasenpflege.

Mit den Rasenreparatursticks der Produktlinie „Natura Bio“ will Wolf die Nachsaat möglichst einfach machen: In jedem der kleinen Klümpchen stecken mehrere Rasensamen, die durch Lehm zusammengehalten werden. So bringen die einzelnen Samenkörnchen quasi ihre Erde schon mit. Ausbringen lassen sich die Sticks mit einer Streubox (20 Euro mit einer Füllung), die keinesfalls zu voll gefüllt werden darf. Sonst verstopfen die Sticks die Öffnungen. Dem Prinzip der Kombination von Rasensamen und Boden folgen auch Lösungen wie das Rasenpad von Compo. Die 20 mal 20 Zentimeter großen Kacheln aus gepresstem Substrat und Rasensaat werden auf die Lücke gelegt, gewässert und angepasst – fertig. Eine Packung mit zehn Pads kostet rund 15 Euro.

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