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Flugsteig A+ Über sieben Brücken musst du gehn

 ·  Der Flughafen Frankfurt eröffnet seinen Flugsteig A+. Das ist ein Mammutprojekt mit langen Wegen, Toiletten ohne Türen, Gepäck in der Achterbahn und Badewannen in der Lounge.

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© Frank Röth Vergrößern Die neuen Gänge im Flugsteig A+ scheinen schier endlos zu sein.

Er könnte ein gewöhnlicher Passagier sein, doch er ist der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa. An diesem Vormittag ist Christoph Franz in Frankfurt in den neu gebauten Flugsteig A+ gekommen, für Fotoaufnahmen. Prompt bemängelt er die Strecken, die er zurücklegen muss - und folglich künftig seine Kunden. Immer mehr Passagiere, immer größere Flugzeuge. Flughäfen von Weltgeltung wie Frankfurt mit seinen 57 Millionen Passagieren im Jahr haben ein Problem. Die Wege werden immer länger. „Wenn Sie auf der neuen Landebahn gelandet sind, eine halbe Ewigkeit Richtung Terminal gerollt sind, dann womöglich in einen Bus steigen und letztlich noch minutenlang bis zum Ausgang laufen müssen, haben Sie doch gleich schlechte Laune“, sagt Michael Spors, der die Infrastrukturentwicklung der Lufthansa leitet. Passagiere empfinden Fußwege, die länger als zehn Minuten dauern, als Zumutung. Im jetzigen Bereich A habe man es übertrieben, wissen denn auch die Manager des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, die äußerste, eine Viertelstunde vom Eingang entfernte Position A 42 ist mittlerweile außer Betrieb.

Deshalb war und ist eine der größten Herausforderungen, die Wege so kurz wie möglich zu halten und Aus- oder Umsteigezeiten zu minimieren. Der Flughafen Frankfurt eröffnet am 10. Oktober seinen neuen Flugsteig A+, nichts weniger als ein Großprojekt in der Dimension des kompletten Flughafens Hannover, an dem alles dafür getan werden soll, dass die zusätzlich erwarteten sechs Millionen Passagiere jährlich gut gelaunt von und nach Frankfurt kommen. Für die Lufthansa, die mit ihren Allianzpartnern (vor allem United Airlines) exklusiver Nutzer sein wird, ist zudem besonders wichtig, dass sich die Umsteigezeit von 60 auf 45 Minuten verkürzen lässt. Immerhin sind drei Viertel der Gäste Umsteiger. Außerdem ist der Lufthansa die geringe „Gebäudequote“ in Frankfurt ein Dorn im Auge, immer wieder müssen Großraumflugzeuge auf Vorfeldpositionen parken und entladen werden. Künftig sollen 95 Prozent der Interkontinentalflüge am Terminal abgewickelt werden. Für Flüge aus dem Schengen-Raum wird eine deutliche Steigerung der bisherigen Quote von 54 Prozent erwartet. Lufthansa fordert 80 Prozent, Fraport sichert 60 Prozent zu.

700 Kilometer Kabel und 2000 Türen für den neuen Flugsteig

All das ist leichter gesagt als getan. Denn wer über eine der sieben neuen Brücken vom Flugzeug ins Terminal geht, muss zwar nicht sieben dunkle Jahre überstehen, wie die Rockband Karat und Peter Maffay gesungen haben, doch ein Flugsteig von 790 Meter Länge mit vier Geschossen hat es in sich. Über eine Verlängerung des zwischen Terminal 1 und 2 eingesetzten automatischen Zugs wird diskutiert, und der neue Bereich ist statisch schon darauf ausgelegt, doch noch sprechen die Kosten dagegen. Und weil Großraumflugzeuge, für die eben jene neuen Gebäudepositionen geschaffen wurden, nun mal eine Parkbox von 80 mal 80 Meter beanspruchen, lassen sich Fußmärsche nicht vermeiden. Sie lassen sich aber mit leistungsfähigen Personen-Förderbändern und ansprechender Architektur erträglicher gestalten.

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