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Veröffentlicht: 05.03.2013, 12:00 Uhr

Die passende Leiter Hoch hinaus

Mit dem Tritt lässt sich bis zu einem Meter Höhe gewinnen. Wer mehr braucht, muss zu einer richtigen Leiter greifen. Hinweise zur Auswahl des passenden Geräts - und zum sicheren Umgang damit.

© Wiseman Damit nichts schief geht: Die Leiter sollte in einem Winkel zwischen 65 und 75 Grad angelegt werden

Wenn Thomas Kuhn hoch hinaus will, ist etwas nicht in Ordnung. Denn ohne Grund betritt der freiwillige Feuerwehrmann nicht die 30-Meter-Drehleiter, die bei jedem Tritt schwingt, während er mit zwanzig Kilo Ausrüstung 23 Meter Steighöhe erklimmt. Dass er unter solchen Bedingungen bei jedem Tritt Vorsicht walten lässt, versteht sich von selbst.

Vorsicht sollten auch Nutzer normaler Leitern walten lassen, auch wenn sie nicht ganz so hoch hinaus wollen. Die Anlegeleiter, Urbild aller Leitern, ist gleichzeitig ihre unfallträchtigste Variante. So simpel die Konstruktion - zwei Holme, durch Sprossen verbunden - so häufig auch die Fehler, die beim Einsatz gemacht werden. Rutschiger Untergrund, nachgebende Anlagefläche oder ein falscher Aufstellwinkel: schon siegt die Schwerkraft.

Dabei lässt sich die Standfestigkeit einer Leiter leicht sicherstellen, und auch die richtige Neigung kann rasch überprüft werden: Hierfür stellt sich der Nutzer seitlich direkt vor die Leiter, wobei seine Füße am unteren Holmende stehen. Dann hebt er den Oberarm horizontal in Schulterhöhe und winkelt den Unterarm im Winkel von neunzig Grad ab. Wenn der Ellbogen die angelehnte Leiter nun gerade noch berührt, hat die Leiter zum Boden einen Winkel zwischen 65 und 75 Grad. Das passt.

Die Höhe des Aufstiegs ist kein Sicherheitskriterium

Doch auch mit der richtigen Neigung eignen sich Anlegeleitern nur für leichte Arbeiten, wobei stets eine Hand die Leiter greifen sollte und der Mensch auf der Leiter sich nie seitlich über die Leiter hinauslehnen sollte, dann nämlich ist die Gefahr des Kippens gegeben. Dabei ist die aktuelle Höhe des Aufstiegs kein Sicherheitskriterium. Immerhin ereignen sich mehr als dreiviertel aller Unfälle im Bereich unter 2 Metern Absturzhöhe. Um höher hinaus zu kommen, bieten sich Anlegeleitern in zwei- oder dreiteiliger Ausführung an, deren Segmente sich per Hand oder mit einem Seilzug herausschieben lassen.

Da sich mit einem Seilzug bereits stehende Leitern aus- und einfahren lassen, ermöglicht diese Technik jederzeit die Anpassung der Arbeitslänge und erspart den Balanceakt, eine ausgezogene und arretierte Leiter in voller Höhe aufzurichten und anzulehnen. Und das ist praktisch, denn mitunter erweist sich erst bei der Arbeit, wie hoch hinaus man muss. Wenn eine Anlegeleiter genutzt wird, um auf ein Dach oder eine höhere Arbeitsebene zu steigen, muss sie übrigens für den sicheren Umstieg die obere Plattform um mindestens einen Meter überragen, damit sie nicht abrutscht und beim Wechsel die Hand an der Leiter Halt finden kann.

Eine Bogentraverse, ein gebogenes Fußende, auf dem die Leiter verschoben und arretiert werden kann, gleicht Bodenunebenheiten aus und sorgt dafür, dass die Leiter auch auf unebenem Boden senkrecht steht. Während auf hartem Boden Gummifüße die Leitern rutschfest stehen lassen, sollten in unbefestigtem Untergrund - beispielsweise im Garten - Metalldorne für den sicheren Stand sorgen. Dabei ist - nicht nur bei Anlegeleitern - darauf zu achten, dass nicht ein Leiterfuß im weichen Boden versinkt und die Leiter seitlich wegkippt.

23447373 Bogentraverse: Sie bringt die Leiter auf unebenen Böden ins Lot © Hersteller Bilderstrecke 

Im oberen Bereich verhindern das Einhaken mit einem Leiterhaken oder das Anbinden mit einem Haltegurt das Wegrutschen. Kurz: die Standfestigkeit der Leiter ist die erste Unfallversicherung des Nutzers. Im Aufbau gleichen sich die Leitern: Sprossen oder Stufen folgen aufeinander im stets gleichem Abstand - zwischen 23 und 30 Zentimeter - trittsicher und dauerhaft mit den Holmen verbunden. Dass diese Verbindungen zuverlässig halten ist einer der Grundpfeiler der Sicherheit. Metallsprossen werden meist gebördelt, Stufen genietet und Holzleitern beispielsweise formschlüssig verzapft und verleimt.

Genagelte und geschraubte Verbindungen ohne zusätzliche Sicherung gegen selbsttätiges Lösen sind nicht zuverlässig. Und was die Trittsicherheit betrifft, so müssen die Sprossen dem Gewicht des Benutzers samt mitgeführtem Material standhalten - die maximale Belastung wird meist seitlich mit einem Piktogramm auf der Leiter genannt - und genügend Auftrittstiefe geben. Wichtig ist, dass der Fuß genügend Halt hat, was bei Metall oder Kunststoff durch eine Riffelung, Profilierung oder einen rutschhemmenden Überzug erreicht wird.

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