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Baumarbeiten mit Fällkran Den Wipfel fest im Griff

 ·  Der Fällkran ist ein seltenes Gerät, die Exemplare kann man an einer Hand aufzählen. Mit ihm lassen sich Bäume von den schwierigsten Standorten schnell und sicher entfernen. Und es kostet weniger als gedacht.

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© Röth, Frank Vergrößern Stück für Stück: Die Platane wird durch den Fällkran portioniert und neben der Straße abgelegt

Kleine Bäume sind niedlich, große manchmal eine Last. Stehen sie an der falschen Stelle und werden dort zu hoch, müssen sie beseitigt werden, bevor sie ihre Umgebung gefährden. Denn die Wucht, mit der ein Stamm zu Boden gehen kann, ist beträchtlich. Auf engem Raum, im Garten, an der Autobahn oder an steilen Hängen ist mit der Fälltechnik aus der Forstwirtschaft nichts zu machen, weil sie auf große Mengen in kurzer Zeit ausgelegt ist.

Dann wird eine Hubarbeitsbühne benötigt, oder ein Waldarbeiter mit besonderer Ausbildung klettert in die Wipfel und kappt den Baum Stück für Stück. Das ist zeitraubend und teuer. Aber es gibt eine andere Lösung, „nur ist die noch viel zu wenig bekannt“, sagt Matthias Bauer. Der diplomierte Forstwirt ist geschäftsführender Gesellschafter der MB Baumdienste GmbH aus Eppstein in der Nähe von Wiesbaden.

Bis zu 200 Bäume am Tag

Sein Unternehmen, das alle Arten von Dienstleistungen am Baum anbietet, ist seit drei Jahren im Besitz eines Geräts, das Bauer selbst mitentwickelt hat und das er Fällkran nennt. Es pflückt Bäume bis 150 Zentimeter Durchmesser von schwierigen Standorten und ist nicht nur präziser, leiser und schneller als alle anderen Möglichkeiten der Baumbeseitigung, sondern legt Krone, Äste und Stamm auch noch ordentlich am Wegesrand beiseite.

Der Kunde kann dadurch viel Geld sparen: Die Arbeitsstunde mit Führer kostet 350 Euro netto, aber in wenigen Minuten ist die Arbeit erledigt. Deshalb hat der Fällkran schon bis zu 200 Bäume am Tag umgelegt. Ob es sich rechnet, ihn kommen zu lassen, ist abhängig vom Anfahrtsweg und der Zahl der Bäume, die aus dem Weg geräumt werden sollen. Ein Kilometer Strecke kostet 2,50 Euro. Bauer oder ein anderer der rund 40 Mitarbeiter von MB schaut sich vorher die Bäume an und macht dann ein Angebot.

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© Röth, Frank Vergrößern Filigrantechnik: Die Zange hält auch dürre Äste

Der Kran selbst ist so etwas wie eine Einzelanfertigung, allerdings hat Bauer zwei davon; einer ist im Süden und einer im Norden für die MB Baumdienste unterwegs. Eine weiterer arbeitet in der Schweiz. Im Herbst vergangenen Jahres wurden nochmals zwei verkauft, die in Frankreich und Norddeutschland für Wettbewerber im Einsatz sind. Auf einem Kranfahrgestell von Faun mit drei Achsen sitzt ein Spezialaufbau, den das Unternehmen Doll in Oppenau zusammen mit Bauer konstruiert hat.

Doll stellt ansonsten Holztransporter und Versorgungsfahrzeuge für Flughäfen her. Das Fällsystem besteht aus einem zweistufig teleskopierbaren Kran, der auf einem Drehkranz montiert ist. An der Spitze sitzt eine in alle Richtungen bewegliche Apparatur, die an Harvester in der Forstwirtschaft erinnert, im Gegensatz zu diesen den Baum oder einzelne Äste mit einer dreiarmigen Zange aber fest umfasst.

„Das kann kein anderes Gerät“

Zweiter Bestandteil des Aggregats ist eine 90 Zentimeter lange hydraulisch betätigte Kappsäge, die den Stamm von beiden Seiten einschneiden kann. Die Hydraulik arbeitet mit einem Druck von 350 bar. In den Arbeitszylindern sind Sperrventile; falls ein Schlauch platzt, bleibt der Druck erhalten, der Kran lässt nicht mehr los. Von der Sicherheit ist offenbar auch die Berufsgenossenschaft überzeugt, sie hat Bauers Fällkran auf der KWF-Tagung, einer großen Forstmesse, präsentiert.

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28.02.2013, 10:14 Uhr

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