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Aktualisiert: 24.08.2016, 17:16 Uhr

Arbeit unter Atemschutz Fit fürs Feuer

Der Einsatz als Brandschützer verlangt Körper und Können enorm viel ab. Deshalb müssen Feuerwehrleute regelmäßig ihre Fitness überprüfen lassen. Denn das Thema wird immer aktueller.

von Peter Thomas
© Peter Thomas Realbrandtraining in einer mobilen Übungsanlage, die als Containerlösung auf einem Sattelzug zu großen Feuerwehrstandorten gebracht werden kann.

Metallisches Schnaufen dringt durchs Dunkel, rot flackert Flammenschein im Labyrinth der Stahlgitter. Der Gang durch die Atemschutzübungsstrecke der Feuerwehr Frankfurt am Main hat etwas vom Besuch in der Geisterbahn. Nur dass sich hier niemand dem Grusel hingibt, sondern die Beamten hochkonzentriert ihre jährliche Atemschutz-Belastungsprüfung absolvieren.

Der Test besteht aus Sportübungen und dem Gang durch die Übungsanlage - alles mit angelegtem Pressluftatmer. Mit dabei ist ein Arzt der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt (BGU), er verfolgt den Puls der Probanden über Funk. Alle Atemschutz-Geräteträger deutscher Feuerwehren müssen einmal jährlich diesen Test durchlaufen, dessen Details in der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 geregelt sind. In Frankfurt geschieht das etwa 1200 bis 1500 Mal im Jahr. Denn außer der Berufsfeuerwehr nutzen auch freiwillige Feuerwehren und Technisches Hilfswerk die Atemschutzübungsstrecke des Feuerwehr- und Rettungstrainingscenters. 2013 wurde es eröffnet, sogar an einem echten U-Bahn-Wagen kann hier geübt werden.

Arbeit unter schwerem Atemschutz

Fitness ist für Feuerwehrleute überlebenswichtig. Die Arbeit unter schwerem Atemschutz beim Löschen, Bergen und Retten gehört zu den größten arbeitsmedizinischen Belastungen überhaupt. Deshalb kommt zur jährlichen Belastungsprüfung noch mindestens alle drei Jahre eine arbeitsmedizinische Untersuchung nach dem berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 26. Sie bescheinigt die grundsätzliche Tauglichkeit als Atemschutzgeräteträger.

42028533 Atem-Technik: Vor der Belastungsprüfung unter schwerem Atemschutz © Peter Thomas Bilderstrecke 

Das Thema Fitness wird Feuerwehren in Zukunft immer mehr beschäftigen. Denn das Niveau der sportlichen Leistungsfähigkeit in der Bevölkerung sinkt. So beklagte gerade der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein die hohe Durchfallquote beim Sporttest von Bewerbern.

Aber geübt wird nicht nur in den Atemschutzstrecken. Immer wichtiger sind realitätsnahe Trainings im echten Feuer. Dafür gibt es sowohl stationäre als auch mobile Anlagen, in denen sich der physisch und psychisch strapaziöse Innenangriff gegen ein Feuer trainieren lässt. Während Werkfeuerwehren je nach Branche auch schon einmal im Nachbau eines riesigen Passagierflugzeugs üben, steht für die meisten Berufsfeuerwehren und freiwilligen Feuerwehren das Training von Gebäudebränden im Fokus.

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Dann lodern die künstlich erzeugten Flammen aus Küchenzeilen, Betten und anderen Einrichtungsgegenständen, die aus dickem Metallblech gebaut wurden. Die Brandschützer robben im Zweier-Trupp durch diese Kulissen, begleitet von Rauch und Feuer. Sie bleiben dicht über dem Boden, denn schon in gut einem Meter Höhe ist es bis zu 250 Grad Celsius heiß. Plötzlich zieht der gefürchtete „Flashover“ unter der Decke entlang, die Durchzündung von Pyrolysegasen. Jetzt heißt es, Ruhe zu bewahren, die Flammen weiter mit gezielten Wasserstößen aus dem Hohlstrahlrohr zu bekämpfen - bis der Trainingsleiter per Fernsteuerung dem Brand den Brennstoff abdreht und es „Feuer aus!“ heißt.

An die Erfahrung, ins echte Feuer zu gehen, kommt für sich genommen keine der eingesetzten Techniken völlig heran. Deshalb werden zunehmend verschiedene Simulationen miteinander verbunden. Beispielsweise gibt in es der aus drei 20-Fuß-Containern bestehenden Anlage FTS 8000 des Drägerwerks künstliche Flammen aus Propangas und aus Flüssiggas sowie einen Bereich, in dem ein echtes Holzfeuer lodert. Hier zu trainieren soll Brandschützer möglichst umfassend auf den Einsatz vorbereiten - für die eigene Sicherheit und für den Schutz aller Bürger im Ernstfall.

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