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Überraschung : Parkplatz

  • -Aktualisiert am

Gegen eine kleine Monatsgebühr werden innerstädtische Freiflächen zum Parken vermietet. Dem Mieter verspricht es spannende Erlebnisse.

          Gegen eine kleine Monatsgebühr werden innerstädtische Freiflächen zum Parken vermietet. Das bringt Geld in den verschuldeten Stadtsäckel etwa von Bonn. Dem Mieter verspricht es spannende Erlebnisse. Ein eigener Parkplatz ist Echtzeitlotto und heiteres Hörspiel: „Ich dachte, hier sei frei“, oder „ich musste nur kurz was einkaufen“, „meine Mutter abholen“, „den vergessenen Hut vorbeibringen“. Wenn überhaupt, so hört man dergleichen Fremdparker-Ausreden übers Handy. Zudem haben wir einen kleinen Hinweis am Parkplatz: Wer parken will, möge uns doch bitte erst anrufen.

          Viele haben das gemacht, und ihnen konnte geholfen werden, besonders im Sommer vom Urlaub in Tirol aus. Andere haben ihre Handynummer auf der Fahrerseite fest eingeklebt, damit man sie notfalls erreichen kann zu einem anregenden Wortwechsel. So gehört sich’s und sollte Vorschrift sein, statt grünen Rauchgasplaketten an der Scheibe. Doch die Mehrheit der mobilen Mitbürger bleibt tumb anonym und gänzlich empathiefrei. Denen könnte man im Zorn über den besetzten Platz einen Scheibenwischer konfiszieren, denn Abschleppen müsste man erst mal selbst bezahlen. Oder ihr Auto aufbocken, ein Hinterrad verkrallen, ein Fahrradschloss in die Alufelgen, Pritt ins Sichtfeld? Alles nicht erlaubt. Schließlich klemmt man einen Zettel an die fremde Scheibe und stellt sich selbst auf einen anderen „freien“ Parkplatz.

          Quelle: F.A.Z.

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