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Truthahn an Thanksgiving Gefahr aus der Fritteuse

Statt langsam „roasted“ lässt sich der Truthahn, traditionell der Braten zum Amerikanischen Erntedankfest, auch flink „deep fried“ servieren. Aber Vorsicht, ganz ungefährlich ist die Zubereitungsweise nicht!

© Klaus Müller Alles, was man braucht, für die „deep fried“-Methode

Für nicht einmal 150 Dollar kann man in Nordamerika komplette Sets kaufen: Alle Gerätschaften, die man zum „Fettgaren“ eines Truthahns benötigt, kann der Liebhaber des Frittierens sich gut verpackt in einer Kiste ins Haus schicken lassen. In den Karton legt der Fachhändler ausführliche Gebrauchsanweisungen, die über und über zugekleistert sind mit Warnhinweisen und Mahnungen zur Vorsicht. Und das ist gut so. Truthahnfrittieren ist eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit. Jahr für Jahr verletzten sich mehrere tausend amerikanische Hobbyköche beim Versuch, den obligatorischen Thanksgiving-Braten in kochend heißem Öl knusprig zu braten.

Georg Küffner Folgen:

Trotzdem nimmt die Zahl derer, die es versuchen, ständig zu. Die vor allem in den Südstaaten längst zum Standardrepertoire jedes Freizeitgrillers gehörende Technik wird im Norden immer populärer. Auch in Kanada findet sie zunehmend Anhänger, und selbst auf dem europäischen Kontinent ist Truthahnfrittieren zumindest in Fachkreisen der Brutzler und Griller kein Geheimtipp mehr.

22237538 © Klaus Müller Vergrößern Zum Essen aber dann wieder abnehmen: Die Schutzbrille

An diesem Donnerstag ist es wieder so weit. Mehrere hunderttausend Truthähne müssen vor diesem wichtigsten amerikanischen Familienfest Jahr für Jahr ihr Leben lassen, um zusammen mit Süßkartoffeln, Cranberry-Soße und Gemüsen wie Mais und Kürbis verspeist zu werden. Tradition wird an diesem Tag hochgehalten, lehnt sich dieses Fest doch eng an die dreitägigen Erntedankfeierlichkeiten an, die im Herbst 1622 von den bei Plymouth Rock in Massachusetts gestrandeten Pilgervätern gemeinsam mit dem einheimischen Wampanoag-Indianern begangen wurden - ohne deren Hilfe die Neuankömmlinge den folgenden Winter wohl nicht überlebt hätten.

Traditionsgemäß wird der Truthahn „roasted“ serviert. Er kommt dazu wie die deutsche Weihnachtsgans in den Backofen, wo er einige Stunden vor sich hin schmurgelt. Wie lange genau, das verraten heute Bratenthermometer. In Amerika werden sie zunehmend mit dem ofengerecht zubereiteten Tieren mitgeliefert. Sie ragen wie große Antennen aus den in den Supermarkttruhen liegenden tiefgefrorenen und in Folie verpackten Truthähnen heraus. Entscheidend für den richtigen Gargrad ist die „Kerntemperatur“ des Fleisches, 80 Grad in der Brust und einige Grad mehr in den Keulen.

22161930 © AP Vergrößern Festtagsbraten: American Football-Fans beim Frittieren ihres Truthahns

Das gilt auch für den frittierten Truthahn, nur dass bei dieser Garmethode alles deutlich schneller geht. Hier kalkuliert man nicht in Stunden, sondern in Minuten. Das Ganze geht erstaunlich fix. Aus dem Festtagsbraten wird ein Schnellgericht. So ist ein ausgewachsener, acht Kilogramm schwerer Truthahn in rund 35 bis 45 Minuten durch (drei bis vier Minuten je Pfund plus fünf Minuten) - und das Fleisch bleibt saftig. Doch der Reihe nach:

Hierzulande muss man sich das Truthahn-Frittiergerät selbst zusammenstellen. Unser Gourmetgriller und erprobter Putenfrittierer Erich Breitenberger hat sich dazu zwei große Edelstahltöpfe bei einem Großküchenausstatter besorgt. Vom ersten Topf ließ er den Boden abtrennen und den bodenlosen Behälter auf den anderen obendraufschweißen. So hat er Höhe gewonnen. Denn nichts ist wichtiger als ausreichend Abstand zwischen dem wild brodelnden Fettbad und dem Topfrand, darf doch auf keinen Fall Öl überlaufen und in die Gasflamme tropfen. Passiert das, fängt das Fett an zu brennen. Sofort schießen die Flammen am Topf empor und machen sich gierig über den gesamten Ölvorrat her. Wie eine solche Katastrophe aussehen kann, zeigen Dutzende Kurzfilme im Internet, sehr eindrucksvoll etwa der mit der Suchzeile „Fried Turkey for Thanksgiving can be dangerous“ zu finden. Im Netz gibt es aber auch Anleitungen, wie man es richtig macht. Da demonstriert dann ein Feuerwehrmann Schritt für Schritt, wie man das Risiko klein hält. Dass er während seiner Vorführung seine Schutzkleidung, einschließlich Helm, trägt, versteht sich von selbst.

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