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Trike und Bike Conversion : Begegnungen der dritten Art

Trike (breit, geduckt) vor Bike Conversion (schmaler, höher) Bild: Mark Wille

Sind aller guten Räder drei? Mal sehen. Wir machen Bekanntschaft mit einer Bike Conversion und einem Trike von Rewaco. Diese Fahrzeuggattung hat ihre Eigenwilligkeiten.

          Erster Gedanke: Welch ein Brocken! Der zweite: Hat ein Rad zu viel. Man könnte auch sagen, eins zu wenig, je nach Sichtweise. Drei jedenfalls ist eine ungerade Zahl. Ungerade ist ungewohnt.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Das schwarze Monstrum scheint gewisse Nachteile in sich zu vereinen. Für ein Motorrad ist es ganz eindeutig zu breit, für ein Auto im Regen zu undicht. In diesem Sommer regnet’s oft.

          Hinzu kommt: Wenn man jetzt gleich zum ersten Mal den Motor startet und sich in den gewöhnlichen Verkehr begibt, setzt man sich dem Verdacht aus, a) keinen Motorradführerschein, b) Angst vorm Umfallen oder c) eine Gattin zu haben, die einem das Motorradfahren nicht gestattet, aber das Dreiradfahren gerade noch durchgehen lässt. Im schlimmsten Fall alles zusammen. Doch die Neugierde ist groß. Knopfdruck.

          Rewaco Bike Conversion CT 1800 S
          Rewaco Bike Conversion CT 1800 S : Bild: Wille

          Ein sanfter Bullenmotor erwacht. Zwei Kolben stampfen auf und ab in den Türmen des Zweizylinders mit fast 1800 Kubikzentimeter Hubraum. Das Monstrum atmet und blubbert. Die Enden seines Lenkergeweihs vibrieren im Takt des stolpernden Polterns, das für einen V-Twin so typisch ist, neben dem Parkplatz zittert ein Gänseblümchen. 77 kW (105 PS) lassen sich mobilisieren, 155 Newtonmeter Drehmoment schlummern in den Tiefen des Triebwerks. Erstmal vorsichtig herantasten.

          Eine halbe Tonne auf drei Rädern. Man sagt, so etwas fahre auch um die Kurve. Ein Gerät wie dieses bezeichnet Rewaco als „Bike Conversion“, nicht zu verwechseln mit einem ebenfalls dreirädrigen

          „Trike“. Von beidem hat uns der Hersteller aus Lindlar bei Köln je ein Exemplar auf den Hof gestellt. Das fremdartige Trike fassen wir erstmal nicht an, nähern uns zunächst der Bike Conversion. Denn da ist einiges dran, was dem Motorradfahrer vertraut vorkommt.

          Genaugenommen die ganze vordere Hälfte. Grundlage des Umbaus ist ein handelsübliches Motorrad, im Fall dieses CT 1800 S von Rewaco ein Cruiser vom Typ Suzuki Intruder. Bis zur Taille hinter dem Motor blieb die dicke Trude weitgehend unverändert, vom Sattel aus fällt der Blick voraus also auf ein Motorrad, wie man es kennt. Der Blick nach hinten trifft auf einen gewaltigen Hintern.

          Scheinwerfer Bike Conversion
          Scheinwerfer Bike Conversion : Bild: Wille

          Dieser kardangetriebene Po verdoppelt den Preis, wenn sich eine fabrikfrische Suzuki (rund 15000 Euro) in ein Rewaco CT 1800 S (ab 28750 Euro) verwandelt und einige Extras hinzugefügt werden. 1,48 Meter ist er breit. Enorme Stauräume finden sich dort und ein erhöhter Thron mit Armlehnen für einen Passagier. Als Alternative zur serienmäßigen Starrachse bietet Rewaco im Sinne des Fahrkomforts gegen Aufpreis (1490 Euro) ein hydropneumatisches Aktiv-Fahrwerk mit Einzelradaufhängung und stufenlos regulierbarer Luftfederung an.

          Na dann los. Mit der linken Hand die Kupplung ziehen, mit dem linken Fuß den ersten Gang reintreten - für Motorradfahrer alles wie gewohnt. Rechts am Gasgriff drehen, Kupplung kommen lassen - der Koloss hämmert los. Spritziger als gedacht. Traktion ist genug vorhanden dank zweier 255er-Schlappen hinten, Bremskraft ebenfalls. Die Stopper fühlen sich zwar stumpf an, verlangen nach kräftiger Betätigung, sind aber narrensicher dank einer Integralfunktion. Ein Tritt aufs Pedal rechts aktiviert die Scheibenbremsen aller drei Räder, mit dem rechten Handhebel bremst man nur vorn.

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