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Traditionsmarke : Leiden mit Lancia

Wie schmal ist der Grat zwischen „reduzieren“, „aufgeben“ und „einstellen“? Damit darf sich zur Zeit die Entourage von Fiat-Chef Sergio Marchionne herumschlagen.

          Wie schmal ist der Grat zwischen „reduzieren“, „aufgeben“ und „einstellen“? Damit darf sich die Entourage von Fiat-Chef Sergio Marchionne herumschlagen, die versuchen muss, zu retten, was wohl nicht mehr zu retten ist. Die zum Konzern gehörende Marke Lancia hängt am Tropf, und aus dem jüngsten Strategiepapier geht hervor, dass der Vorstand nicht mehr bereit ist, lebensrettende Maßnahmen in nennenswertem Umfang zu finanzieren. Im Produktplan steht genau ein Modell, das - sofern es in zwei bis drei Jahren das Licht der Welt erblickt - zudem nicht aus Italien kommen wird. Lancia werde nicht mehr zu dem werden, was es einmal war, sagte Marchionne vergangene Woche, er wolle die Investition reduzieren.

          Doch was will er reduzieren an einem Hersteller, der nur noch ein einsames eigenständiges Modell, den Kleinwagen Ypsilon, hat und sich ansonsten mit Derivaten der amerikanischen Schwestermarke Chrysler über Wasser halten soll? So habe Marchionne das nicht gemeint, heißt es nun von Fiat, ja, in Italien werde die Anstrengung reduziert, es werde aber weiterhin Lancia geben, aus Polen und Amerika. Die leidenden Fans und Händler soll die Botschaft beruhigen, morgen eingestellt wird Lancia nicht. Aber kann es eine andere Schlussfolgerung geben, als dass die Traditionsmarke aufgegeben ist, in den letzten Zügen liegt und sie nur ein Wunder retten kann?

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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