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Toshiba Portege Z830 Schlank, schick, schnell

23.02.2012 ·  Ultrabooks mit Windows bieten dem Macbook Air von Apple die Stirn. Wir haben den neuen Portege Z830 von Toshiba ausprobiert. Nur ein Detail stört.

Von Michael Spehr
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© Hersteller Mit Maßen von 32 x 23 x 1,6 Zentimeter ist der Portege ein bisschen größer als ein DIN-A4-Blatt und flach wie ein Taschenbuch

Frischer Wind im Notebook-Markt: Die Ultrabooks sollen in diesem Jahr allen großen PC-Herstellern den Aufschwung bringen. Den Namen und das Projekt hat Intel in die Welt gesetzt, und auf der CES in Las Vegas präsentierte man stolz mehr als ein Dutzend neuer Geräte, die vor allem eins gemeinsam haben: Es sind leichte Notebooks ohne optisches Laufwerk, die eine lange Akkulaufzeit von fünf bis neun Stunden bieten, mit einem schicken Design aufwarten, dank SSD-Festplatte flink hochfahren und natürlich die aktuelle Prozessorarchitektur von Intel verwenden. 40 Prozent der Notebooks sollen in diesem Jahr Ultrabooks sein. Verarbeitungsqualität, Bauform und Akkulaufzeit rücken also in das Zentrum des Interesses.

Wir haben jetzt von Toshiba den Portege Z830-10K ausprobiert, der sich mit einem Preis von 1350 Euro an Geschäftskunden richtet. Eine günstigere Variante für den privaten Einsatz ist der Satellite Z830-10J für 1100 Euro, ihm fehlt unter anderem das UMTS-Modem, das wiederum beim Portege gleich eingebaut ist. Beide Geräte haben ein robustes Magnesium-Gehäuse mit hoher Verwindungssteifigkeit. Allerdings sind weder Display noch Touchpad von einer Glasoberfläche geschützt.

Die Ausstattung des Toshiba folgt den üblichen Standards in dieser Klasse: Der Core-i5-Prozessor von Intel (2467M) ist mit 1,6 Gigahertz getaktet, Windows in der 64-Bit-Professional-Variante kann auf vier Gigabyte Speicher zugreifen, wobei sich der Arbeitsspeicher um weitere 2 Gigabyte erweitern lässt. Als SSD-Festplatte steht nur ein kleines 128-Gigabyte-Laufwerk zur Verfügung, andere Hersteller bieten optional und gegen Aufpreis den doppelten Speicherplatz an.

Mit Maßen von 32 × 23 × 1,6 Zentimeter ist der Portege ein bisschen größer als ein DIN-A4-Blatt und flach wie ein Taschenbuch. Das Gewicht beträgt angenehme 1,2 Kilogramm, und mit diesen Basisdaten ist der "große" 13-Zoll-Macbook-Air von Apple (der je nach SSD 1250 oder 1500 Euro kostet) ein passender Vergleichspartner. Mit einem wichtigen Unterschied: Auf einer Diagonale von 33 Zentimeter bietet der Toshiba eine Auflösung von für Ultrabooks typischen 1366 × 768 Pixel. Apple liefert bei gleicher Diagonale deutlich mehr, nämlich 1440 × 900 Pixel, ein nicht zu unterschätzender Vorteil beim Surfen im Netz oder der Arbeit an umfangreichen Tabellen. Die Anzeige ist dankenswerterweise entspiegelt und matt, sie lässt sich aber nur begrenzt nach hinten klappen. An externen Monitoren wird eine Auflösung von bis zu 2048 × 1536 Pixel geboten.

Schnittstellen für Peripherie und Zubehör sind bei allen Ultrabooks nur spärlich gesät. Der Portege macht hier eine Ausnahme. Zwei USB-2.0-Anschlüsse liegen an der Rückseite, ein weiterer mit USB 3.0 ist seitlich angebracht. Ferner gibt es einen HDMI- und einen analogen VGA-Ausgang, etwa für den Beamer-Einsatz. Ein SD-Kartenleser, Ethernet und der Schacht für die Mobilfunk-Sim-Karte in Normalgröße runden das Bild ab. Auch bei der Konnektivität wurde nicht gespart. Der Toshiba gehört zu den wenigen Notebooks mit eingebautem GPS-Empfänger, das Modul von Ericsson lässt sich in der Systemsteuerung aktivieren und zeigt den eigenen Standort (etwa in Google Maps) präzise. Bluetooth, Wireless-Lan und eine Webcam gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Die Tastatur mit recht breiten Tasten ist vertieft und nahtlos in die Gehäusewanne eingelassen, wir vermissten beim Schreiben mit zehn Fingern allerdings das letzte Quentchen an Präzision. Irritierend in dunkler Umgebung ist die sich automatisch ausschaltende Hintergrundbeleuchtung der Tastatur, diese Energiesparfunktion lässt sich zum Glück mit einem Kniff deaktivieren. Das Touchpad als Mausersatz weist nur eine bescheidene Diagonale von 9,5 Zentimeter auf und kann mit der Synapics-Software individuell konfiguriert werden.

Als Grafikeinheit fungiert Intels HD-3000-System, das direkt im Kern der Sandy-Bridge-Prozessoren integriert ist, keinen eigenen Speicher mitbringt, aber auf den Level-3-Cache des Prozessors zugreift. Es ist deutlich schneller als die ältere Intel-GMA-Grafiklösung und erreicht ungefähr die Leistung einer günstigen Einsteiger-Grafikkarte. Selbst aktuelle 3D-Spiele lassen sich (mit niedrigen Grafikdetails) auf diesem Notebook spielen. Dank Core-i5 und SSD war unser Testgerät bei rechenintensiven Anforderungen ausgesprochen flott. Die "langsamste" Komponente ist die Grafikabteilung mit einem Windows-Leistungsindex von 5,7. Bei der CPU und Zugriffen auf die SSD kommt das Gerät indes auf ordentliche Werte von 6,3 und 6,6. Ein noch schnellerer Core-i7-Prozessor wäre in diesem Hardware-Umfeld kein großer Gewinn.

Der Portege läuft übrigens deutlich schneller, wenn man ihn von der geballten Ansammlung an Demo-Software ("Crapware") befreit hat. Was sich Toshiba hier leistet, ist ein starkes Stück. Alle bekannten "Übeltäter" sind an Bord. Diese Nutzlos-Software verzögert den Systemstart des Betriebssystems und stört mit Meldungen wie "Bitte kaufen" und "Jetzt registrieren". Um das Notebook ordnungsgemäß in Betrieb zu nehmen, muss man rund eine Stunde für die "Erstreinigung" in Kauf nehmen.

Immerhin, ein Gutes hatte die Aufräumaktion doch: Beim stets erforderlichen Hoch- und Herunterfahren des Systems zeigte das SSD-Laufwerk sein hohes Arbeitstempo, auch beim Aufwachen aus dem Bereitschaftsmodus ist der Toshiba schon nach wenigen Sekunden arbeitsbereit. Ein schöner Schritt hin zum Always-on-PC - und natürlich ein Angriff auf die Tablet PC. Auch mit der Akkuleistung gefällt der Portege. Fünf Stunden sind fast immer "drin", nur fehlt leider ein Schnelllade-Modus. Im Praxiseinsatz fanden wir das Gerät überzeugend, aber ein gravierender Minuspunkt bleibt: Der Lüfter an der unteren Gehäuseseite läuft permanent, und zwar mit einem nicht besonders lauten, aber penetranten Geräusch. Im Großraumbüro mag das nicht weiter stören, zu Hause in einem ruhigen Arbeitszimmer ist das fortwährende Surren jedoch eine Plage.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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