29.01.2007 · Todd Bradley führt Hewlett-Packard, den weltgrößten PC-Hersteller. Er hat größtes Interesse an der neuen Version des marktbeherrschenden Computer-Betriebssystems von Microsoft - und gibt sich überzeugt von dessen Erfolg.
Todd Bradley ist als Executive Vice President der Personal Systems Group des amerikanischen Computerherstellers Hewlett-Packard (HP) unter anderem für das gesamte Geschäft mit Personal Computern (PC) verantwortlich. Damit führt Bradley, der zuvor Vorstandsvorsitzender des Taschencomputeranbieters Palm war, den größten PC-Hersteller der Welt. In dieser Position hat er ganz natürlich größtes Interesse an der neuen Version des marktbeherrschenden Computer-Betriebssystems von Microsoft - und ist von dessen Erfolg überzeugt.
Herr Bradley, warum ist das öffentliche Interesse für den in der kommenden Woche bevorstehenden Verkaufsbeginn des neuen Betriebssystems Windows Vista derart gering?
Das stimmt so nicht. Das Datum der Einführung erregt vielleicht nicht so viel Aufmerksamkeit wie die Vorstellung eines teuren Mobiltelefons von Apple, das für den europäischen Markt ungeeignet ist und erst im nächsten Herbst oder Winter auf den Markt kommt.
Aber?
Die Aufmerksamkeit für das neue Windows wird nach seiner Veröffentlichung immer größer werden. Denn das Produkt ist einfach sehr viel besser.
Zieht deshalb ein Unternehmenskunde von Ihnen, und die können das Betriebssystem ja schon seit ein paar Wochen haben, seine Käufe vor?
Nein. Er bleibt bei seinem normalen Ersatzbeschaffungszyklus von drei bis vier Jahren.
Also müssen Sie weiterhin Wettbewerbern Marktanteile abjagen. Das ist Ihnen zuletzt erfolgreich gelungen. Sie haben Ihre Markführerschaft bestätigt und Dell abermals hinter sich gelassen. Wie konnte das passieren?
Ich weiß nicht genau, was bei Dell im Moment los ist. Aber wir haben einen besseren Marktzugang, denn wir verkaufen sowohl direkt an Kunden als auch indirekt über Vertriebspartner. Wir setzen schon viel länger Prozessoren sowohl von AMD als auch von Intel ein - und haben unsere PC für die Nutzung dieser Chips auch entsprechend optimiert. Wir haben bei Hewlett-Packard die ganze Lieferkette in Ordnung gebracht, sind sehr viel flexibler und aggressiver geworden.
Und da ist noch mehr drin?
Ja, wir werden in den kommenden Monaten abermals aggressiver auf dem Markt auftreten und unsere Größenvorteile ausspielen. Im Übrigen hat sich auch unsere Qualität verbessert. Und je weniger Servicekosten wir haben, desto erfreulicher wirkt sich das auf die Marge aus.
Was heißt das für mittelgroße Wettbewerber wie zum Beispiel Medion in Deutschland?
Der PC-Markt wird sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Und Unternehmen wie Medion sind in einer sehr schwierigen Position.
Wie entwickelt sich der PC-Markt in Europa grundsätzlich?
Im zweiten Halbjahr hatten wir in unseren Kernmärkten gute Wachstumsraten, überdurchschnittlich sind wir in Ländern wie Spanien oder Italien gewachsen.