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Telekom : Wenn Youtube ruckelt

Vor einigen Monaten hat meine Gemeinde der Telekom einen sechsstelligen Betrag gezahlt, damit sie endlich das Internet ausbaut. Nun haben wir 16 MBit/s, und Youtube ruckelt trotzdem.

          Vor einigen Monaten hat meine Gemeinde der Telekom einen sechsstelligen Betrag gezahlt, damit sie endlich das Internet ausbaut. Kein Einzelfall. Denn die Telekom ist beim Tilgen der „weißen Flecken“ auf der Versorgungskarte keineswegs der Pionier, als der sie sich gern darstellt. Letztlich gibt es für die Telekom auch keinen Anreiz, das Netz schneller zu machen. Denn in den gängigen „Bis zu“-Verträgen zahlt der Langsamsurfer mit seinem Bauern-DSL nicht weniger als der Schnellsurfer. 384 KBit/s sind ein Vierzigstel der versprochenen 16 MBit/s im „Call & Surf“-Tarif der Telekom, der „Highspeed“ verspricht.

          Für ein Vierzigstel zahlt man also den gleichen Preis wie für die volle Leistung. Warum sollte die Telekom von sich aus investieren? Zumal ja auch die meisten Gemeinden der Erpressungsstrategie folgen und hohe Zuschüsse zum Netzausbau auf den Tisch legen.

          Nun haben wir 16 MBit/s, und Youtube ruckelt trotzdem. Für eine flüssige Videowiedergabe wären bereits 3 bis 6 MBit/s vollkommen ausreichend. Youtube läuft langsam [...]. Das Problem ist seit Jahr und Tag bekannt. Die Telekom hebelt damit die Netzneutralität aus. Dumm nur, dass die Gemeinde schon gezahlt hat. Und wie alle anderen Kommunen vergessen hat, die Netzneutralität in ihren Verträgen mit der Telekom festzuschreiben. Noch klüger wäre es indes gewesen, den gesamten Netzausbau mitsamt der Verlegung von Glasfaserkabeln selbst in die Hand zu nehmen.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.S.

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