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Zähne putzen mit Smartphone : Gegen graue, braune und blaue Zähne

Oral-B-Bürste: Die Halterung fürs Smartphone (rechts) gehört auch dazu, alles steuert die App Bild: Hersteller

Lassen sich die Zähne besser mit Bluetooth bürsten? Eine neue Zahnbürste soll mit Smartphone, App und Kamera eine Navigation im Mundraum bieten.

          Mit dem Smartphone ins Badezimmer: Für die junge Generation ist das gewiss nichts Neues, aber wenn es darum geht, dass ein Telefon mit Bluetooth beim Zähneputzen helfen soll, horcht man doch auf. Vor zwei Jahren hatte Braun seine erste Bluetooth-Zahnbürste auf den Markt gebracht, die Oral B Black Pro 7000 Smart. Die Idee damals: Die App auf dem Smartphone erfasst, ob und wie lange man putzt. Damals sprach Braun bereits von einer „Personalisierung des Putzprofils“, aber wir stellten nach dem Ausprobieren fest: Die Zahnbürste weiß nicht, welchen Zahn sie gerade säubert, die Ankündigung war etwas vollmundig.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nun legt Braun die zweite Generation seiner Bluetooth-Zahnbürsten auf. Die Oral B Genius 9000 kommt in diesen Tagen für 300 Euro in den Handel, und sie erlaubt erstmals eine Kontrolle, ob man jedes Eckchen im Mund richtig geputzt hat. Die Stichworte des Braun-Marketing überschlagen sich geradezu vor Begeisterung: Mit dem intelligenten, interaktiven Zahnputzsystem und seiner Bildanalyse arbeite man präzise wie „ein Navigationsgerät im Mundraum“.

          Die Neue sieht aus wie die alte

          Wir haben der Bürste auf den Zahn gefühlt. Erster Eindruck: Die Neue sieht aus wie die alte, aber im Paket fehlt der Smartguide, ein Bediensatellit mit eigenständiger Batterie und LC-Anzeige, welche die Putzzeit, das gewählte Reinigungsprogramm und Hinweise zum Wechsel auf den nächsten Kieferquadranten zeigt. Dafür gehört jetzt ein Reiseetui zum Lieferumfang. Es erlaubt das Laden der Bürste unterwegs. Schade, dass Braun nicht auf gängige Standards wie Micro-USB gesetzt hat, denn fürs Reiseetui benötigt man ein eigenes Netzteil mit proprietärem Anschluss.

          Zähne putzen kann man mit der Oral B Genius 9000 wie gehabt: Die Aufsteckbürsten haben keine Änderung erfahren, es gibt sie in verschiedenen Bauformen für unterschiedliche Ansprüche. Der Timer weist beim Putzen nach jeweils 30 Sekunden mit einem Ruckler im Handstück darauf hin, zum nächsten Quadranten zu wechseln, und die Andruckkontrolle warnt, wenn man zu viel Druck auf Zähne oder Zahnfleisch ausübt. Die Positionserkennung mit Bildanalyse und App soll dafür sorgen, dass beim Putzen kein Zahn vergessen wird. Sie funktioniert mit dem Smartphone und seiner Kamera. Letztere schaut auf den Zähneputzenden, und die App erfasst damit die Reinigung von bis zu sechs Bereichen im Mundraum, nicht jedoch einzelne Zähne.

          Farbkreis mit Sechsteltörtchen

          Vor dem Erfolg stehen Fleiß und Schweiß: Das Telefon muss mit einer beiliegenden Halterung auf Gesichtshöhe am Badezimmerspiegel befestigt werden. Die Kamera ist zu justieren, dabei hilft die App. Anschließend kann man, wenn man richtig steht, sehen, wie ein Farbkreis mit Sechsteltörtchen der Reihe nach als sauber angesehen wird.

          Eine zahngenaue Präzision wird nicht erreicht, auch muss man in einem engem Bereich still stehen. Kurzum: Das Befestigen des Smartphone am Badezimmerspiegel und seine Ausrichtung macht man nicht jeden Tag, auch nicht jeden zweiten. Wer mit dem ohnehin vorhandenen Timer darauf achtet, jeden Zahnbereich hinreichend lange zu putzen, hat das gleiche Ergebnis mit weniger Aufwand. Übrigens ist der Timer jetzt ein „professioneller Timer“, ohne dass Gründe für seine Aufwertung genannt würden.

          Die neue Oral B Genius 9000 hat sechs verschiedene Reinigungs-Modi, die sich am Handapparat wählen lassen. Hinzugekommen ist Pro Clean mit höherer Schwingungszahl. Wir hatten bis zum Test das ältere Modell im Einsatz, und einige Verbesserungen fallen unmittelbar auf: Der Akku hält länger. Der Hersteller gibt wie bei der alten zwei Wochen an, dieser Wert scheint uns nun jedoch realistisch zu sein. Auch die gefühlte Güte des Putzvorgangs verdient ein Lob. Wo es um die Kernkompetenz und die Sache geht, ist der Fortschritt also erkennbar. Alles andere rund um die App und das Marketing mitsamt Speicherung der Putzzeiten im Smartphone sowie Putzstatistiken und natürlich viel Werbung für die hauseigenen Produkte hätte man sich getrost sparen können.

          Quelle: F.A.S.

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