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Was ist los im VW Golf? : Wenn die Maus hamstert

Da ist das wilde Tier. Bild: dpa

Tiere und Technik, das ist so eine Sache. In diesem Fall ist ein VW Golf der Leidtragende. Aber dem Sammler können wir nicht böse sein.

          Da beißt die Maus keinen Faden ab, der Vorgang nagt an uns. Denn er beweist, dass Technikfeindlichkeit nicht nur im grünen, sondern auch im rotbraunen Mantel daherkommen kann. Mus musculus hört sich nach Kraft an, das wilde Tier neigt ganz offensichtlich dazu, Behälter, die dicht sein sollten, aufzureißen und den Inhalt irgendwohin zu verschleppen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Können wir ihm darob böse sein? Was zuvor getrennt war, liegt nun an Sammelstellen – griffbereit für jene, die gerade Appetit auf Nüsse haben. Etwa die Schrauber in der Werkstatt. Die könnten Nahrhaftes brauchen, wie die Bilder beweisen. Da wird ein sechs Jahre junger VW Golf zur Reparatur gebracht, weil es im Innenraum nach vierzehn in der Garage verbrachten Ruhetagen streng nach Vorweihnachtszeit riecht. In der kann es sich die (in diesem Fall) Besitzerin wohl nicht verkneifen, zu Hause einen Vorrat an gesalzenen Erdnüssen anzulegen, von denen man bekanntlich nie genug haben kann. Doch der erste Blick trügt. Die Hausherrin wollte allein den gefiederten Freunden einen Gefallen tun und hat das Restaurant „Zum frechen Spatz“ randvoll gefüllt.

          Derart am Baume dargereicht, konnte die Maus wohl nicht widerstehen. Weil, wer einmal anfängt zu knabbern, nicht wieder aufhören mag. Und wo bekommt man schon mal seinen Wintervorrat so maulgerecht serviert? Die Dame ist im Urlaub und merkt gar nicht, dass ihre Reserven schwinden. Zurück aus demselben, o Schreck, greift sie zum Desinfektionsmittel und entdeckt hernach eine leicht benebelte Maus sich taumelnd vom Acker machend. Sonst wären wohl noch andere Ungeheuer in Verdacht geraten. Man denke nur an den die Geduld verlierenden Nachbarn, der in den vergangenen vier Wochen den Verlust von drei Turboladerschläuchen an seinem VW Passat zu beklagen hat.

          Das sollte reichen für den Winter. Bilderstrecke
          Das sollte reichen für den Winter. :

          Der Marder lässt sich von keiner noch so geschickt drapierten Falle beeindrucken, dosierte Stromschläge aus einem in den Motorraum gehängten Marderschreck sollen nun Abhilfe schaffen, bislang ohne Erfolg. Das ebenso schlaue wie hartnäckige Viech beweist zudem speziellen Geschmack, denn den direkt daneben parkierenden Audi A3 verschmäht es. Von wegen Synergien, es schmeckt eben doch nicht jedes Konzernprodukt gleich. Wobei uns klar ist, dass der Räuber vor allem zuschlägt, weil er den Geruch der Konkurrenz nicht leiden kann. Einen Vorrat legt der gemeine Marder auch nicht an, er verschwindet mitsamt Schlauch im Dunkel der Nacht und freut sich über das Ersatzteil. Der Nachschub scheint endlos, was kann es Schöneres geben, als darauf herumzubeißen?

          Das kleine Biest von Maus lernt indes und belässt es auch nicht beim Hamstern. Sie hat weitere Beute im Sinn, Opfer sind Thermoplaste und Duroplaste, Verkleidungen und Gitter werden angenagt. Ein Hoch auf die Wolfsburger Geruchdesigner, denen es gelungen ist, schnöden Kunststoff so lecker zu machen. Die böse Tat fliegt also am Ende auf, die schlecht versteckten Lager mit ihr. Was nicht mehr zu gebrauchen ist, wird in der Werkstatt mühsam weggesaugt, die Dinger haften in den Fußmatten und kullern in jede Nische. Und wer meint, dass Plastik billig sei – der Schaden kostet fast einen halben Tausender.

          Jetzt ist der Golf wieder rein, von außen und von innen. Die Geschichte wäre zum Mäusemelken, aber weil man den Übeltäter wegen geringer Größe nicht gut festhalten kann, muss er halt ganz dran glauben. Die Jagd beginnt. Katze im Volkswagen kommt nicht in Frage, wegen der Polster. Also Mechanik. Das hatten wir schon, Mausefallen aller Art vom Drahtkäfig über den Elektroschocker oder die Wasserwippe bis zum Schlagbügel, das war vor Jahren ein Klassiker in Technik und Motor aus der Feder des Kollegen Georg Küffner.

          Die letztgenannte Lösung leistet gute Dienste im Hause eines der Autoren, während die amerikanischen Hightech-Geräte für den plötzlichen Stromtod wirkungslos blieben. Appenzeller rein, Aufspannen und fertig, Geheimtipp sind die schwarzen Plastikfallen mit ihren strammen Federn, die es zum Beispiel im Gartencenter Dehner gibt: Schnüffel, Peng und Aus die Maus. In diesem Jahr wurden so schon mehr als ein Dutzend technikfeindliche Nager zur Strecke gebracht – mit simpler, aber tadellos funktionierender Technik.

          Quelle: F.A.S.

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