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Uhrenmesse Baselworld : Gute Zeiten, schlechte Zeiten

  • -Aktualisiert am

Auch im Smartphone-Zeitalter immer noch Objekt der Begierde: die edle Uhr Bild: EPA

Das vergangene Jahr war kein gutes für die Uhrenbranche. Wie große Marken die Zukunft meistern und was die Kunden davon haben, erfährt man am besten auf der Messe Baselworld 2017.

          Dunkle Wolken hängen über der Schweiz. Die Baselworld, größte Uhrenmesse der Welt, startete bei nasskaltem Wetter, und auch in den Messehallen herrscht keineswegs eitel Sonnenschein. Von Krise will hier zwar niemand reden, aber gute Stimmung ist sicher anders. Die Branche hat gerade mächtig zu kämpfen – mit schwächelnden Exportmärkten, mit einer alternden Stammkundschaft – und auch mit dem einen oder anderen hausgemachten Problem.

          Nehmen wir die Swatchgroup. Für die Entwicklung der Branche ist sie ein ganz guter Indikator, schließlich vereint der Konzern alle Geschäftstätigkeit unter einem Dach: Er ist ebenso Hersteller von Komponenten, Uhrwerken, aber auch kompletten Uhren in allen Preissegmenten. Und auch im Handel ist der Konzern mit eigenen Boutiquen aktiv. Auf der Bilanzpressekonferenz, die gut eine Woche vor Beginn der Leitmesse stattfand, gab die Swatchgroup einen Umsatzrückgang von knapp elf Prozent auf umgerechnet rund 7,1 Milliarden Euro bekannt, der Gewinn sank sogar um fast die Hälfte auf umgerechnet rund 552,5 Millionen Euro.

          Dennoch gibt sich Firmenchef Nick Hayek optimistisch. Er erwarte wieder bessere Zeiten und meint, 2017 werde für sein Unternehmen ein „Jahr mit gesundem Wachstum“ werden. Das zuletzt kriselnde Geschäft mit den Chinesen scheint wieder besser zu werden. Statt sich wie bisher auf Europa-Reisen mit feinen Uhren einzudecken, kaufen die Asiaten nun verstärkt zu Hause ein. Gerne im Einstiegs- und Mittelpreissegment. Da hat die Swatchgroup ein gut sortiertes und teilweise erneuertes Sortiment. Die Konzernmarken wollen dem Kunden nun mehr fürs Geld bieten, was mit Sicherheit auch die deutsche Kundschaft freuen wird. Aufgefallen sind uns auf dem Swatchgroup-Stand in dieser Hinsicht die Tissot Ballade (ab 890 Euro) und der Mido-Baroncelli-Chronometer (ab 1010 Euro). Beide Stahluhren werden von dem ETA-Automatikwerk Powermatic 80 angetrieben, das chronometergeprüft und obendrein mit einer Siliziumspirale ausgestattet ist, ein Merkmal, das bisher drei- bis viermal so teuren Uhren vorbehalten war. Auch Longines und Hamilton haben im Segment zwischen 800 und 2000 Euro sehr Ansehnliches in den Vitrinen liegen.

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          Produkte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis funktionieren fast immer, stellt Rolf Studer, Geschäftsführer der konzernunabhängigen Marke Oris, fest: „Während der Markt zweistellig zurückgegangen ist, haben wir unseren Umsatz auf Vorjahresniveau gehalten.“ Ein wichtiger Umsatzbringer für Oris ist die Taucheruhrenlinie Aquis, die für die neue Uhrensaison komplett überarbeitet wurde. Den Einstieg bildet die bis 300 Meter dichte Automatikuhr Aquis Date, für 1600 Euro ein attraktives Angebot, das dem Credo Studers entspricht: „Wir haben Respekt vor Menschen, die ihr Geld hart verdienen müssen, denen wollen wir faire Produkte anbieten.“

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